ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2018Posttraumatische Belastungsstörungen: Präzisionsarbeit in komprimierter Form

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Posttraumatische Belastungsstörungen: Präzisionsarbeit in komprimierter Form

Dtsch Arztebl 2018; 115(3): A-86 / B-76 / C-76

Baßfeld, Frank

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In knapp 100 Seiten plus Literaturangaben dieses komplexe Thema, diese komplexe Diagnostik vor allem an eine Fachschaft zu schreiben, ist mutig und souverän. Natürlich darf man vor allem von Luise Reddemann einiges erwarten – meine Skepsis zu Beginn des Buches indes blieb. Als es mir dann vorlag und ich die ersten Seiten habe „passieren“ lassen, war ich doch sehr positiv überrascht. Präzisionsarbeit „on the point“. Beschreibung der Störung, Störungstheorien, Aspekte der Neurobiologie und der Bindungsforschung in gerade mal 20 Seiten. Das, was es braucht, steht genau in den Zeilen drin. Nicht mehr und vor allem nicht weniger. Es folgt die Präzision in der Diagnostik, sehr emphatische Beschreibungen, die den Therapeuten zu den tieferen, differenzierten „Schichten“ des Betroffenen Menschen führen. Wie in allen Kapiteln wird eine Zusammenfassung in einem Lernkästchen dargestellt. Nun war der Rezensent doch sehr gespannt, wie denn das Kapitel „Behandlung“ in fast 80 Seiten beschrieben wird und gleichzeitig der Wunsch war, „doch etwas dazuzu- lernen“. Die Autoren beschreiben die Gefühlslage, Bindungsverhältnisse in Wechselwirkung des Patienten mit dem Therapeuten. Man spürt regelrecht, wie Luise Reddemann und Wolfgang Wöller daraus die individuellen, phasenorientierten Behandlungsmethoden ableiten. Kurze Fallbeispiele geben Einblick in die angewandte Methode. Der Beobachtertechnik sind sechs Seiten gewidmet. Hier habe ich im Detail definitiv noch mal dazugelernt. Auch bei der Erläuterung zu EMDR gibt es feine, sicherlich hilfreiche Hinweise, zum Beispiel bei der „Pendeltechnik“. Der Aspekt von dissoziativen Symptomen wird auf vier Seiten knapp benannt. Zum Abschluss werden noch aktuelle Studien erklärt.

Frank Baßfeld

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Luise Reddemann, Wolfgang Wöller: Komplexe Postraumatische Belastungsstörung. Hogrefe Verlag, Göttingen 2017, 109 Seiten, gebunden, 24,95 Euro

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