ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2018Vereinbarung zur Finanzierung und Erstattung der bei den Vertragsärzten entstehenden Kosten im Rahmen der Einführung und des Betriebes der Tele­ma­tik­infra­struk­tur sowie zur Abbildung nutzungsbezogener Zuschläge

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Vereinbarung zur Finanzierung und Erstattung der bei den Vertragsärzten entstehenden Kosten im Rahmen der Einführung und des Betriebes der Tele­ma­tik­infra­struk­tur sowie zur Abbildung nutzungsbezogener Zuschläge

Dtsch Arztebl 2018; 115(3): A-95 / B-83 / C-83

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Bekanntmachungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, K.d.ö.R., Berlin, – einerseits – und der GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen), K.d.ö.R., Berlin, – andererseits – vereinbaren Folgendes:

Artikel 1

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Die Anlage 32 (Änderungen der Vereinbarung zur Finanzierung und Erstattung der bei den Vertragsärzten entstehenden Kosten im Rahmen der Einführung und des Betriebes der Tele­ma­tik­infra­struk­tur gemäß § 291a Abs. 7 Satz 5 SGB V) wird wie folgt neu gefasst:

Vereinbarung zur Finanzierung und Erstattung der bei den Vertragsärzten entstehenden Kosten im Rahmen der Einführung und des Betriebes der Tele­ma­tik­infra­struk­tur gemäß § 291a Absatz 7 Satz 5 SGB V sowie zur Abbildung nutzungsbezogener Zuschläge gemäß § 291a Absatz 7b Satz 3 SGB V

vom 14. Dezember 2017

Präambel

Mit der Tele­ma­tik­infra­struk­tur wird eine technisch sichere Basis geschaffen, mit der Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen durch die Nutzung von Informations- und Telekommunikationstechnik weiterentwickelt werden können. Diese soll die Grundlage für ein modernes Gesundheitssystem bilden.

Diese Vereinbarung schafft die Finanzierungsgrundlage, um in der vertragsärztlichen Versorgung die Tele­ma­tik­infra­struk­tur zu etablieren und damit die Nutzung der gesetzlich vorgesehenen Anwendungen zu ermöglichen.

Gemäß § 291a Absatz 7 Satz 5 SGB V ist eine Vereinbarung zum Ausgleich der erforderlichen erstmaligen Ausstattungskosten, die den Ärzten und Psychotherapeuten in der Festlegungs-, Erprobungs- und Einführungsphase der Tele­ma­tik­infra­struk­tur sowie der Kosten, die den Ärzten und Psychotherapeuten im laufenden Betrieb der Tele­ma­tik­infra­struk­tur entstehen, zu schließen.

Ferner werden die erforderlichen Ausstattungskosten sowie die Kosten im laufenden Betrieb für die Fachanwendungen Notfalldatenmanagement (§ 291a Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 SGB V) und elektronischer Medikationsplan (§ 291a Absatz 3 Satz 1 Nummer 3 SGB V) gemäß § 291a Absatz 7b Satz 3 SGB V durch diese Vereinbarung geregelt.

Weiterhin umfasst diese Vereinbarung auch die Erstattung der Kosten und besonderen Aufwände, die den Ärzten durch die Teilnahme an Feldtests und wissenschaftlichen Evaluationen entstehen.

Darüber hinaus ist dieser Vereinbarung auch die in sich geschlossene „Übergangsvereinbarung zur Abrechnung elektronischer Briefe in der vertragsärztlichen Versorgung für den Zeitraum ab dem 1. Januar 2018 bis zur Verfügbarkeit von für die Übermittlung des elektronischen Briefes zugelassenen Diensten nach § 291b Absatz 1e SGB V“ als Anlage beigefügt.

§ 1 Vereinbarungsgegenstand

(1) Diese Vereinbarung regelt die Erstattung der Kosten, die der Vertragsarztpraxis durch die Einführung und den Wirkbetrieb der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (Versichertenstammdatenmanagement, Basisdienst QES und sicherer Internetzugang sowie die Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan) entstehen. Die Vertragspartner sind sich darüber einig, dass diese Kostenerstattung auch die Anschaffung der in § 2 genannten, durch die gematik zugelassenen Komponenten sowie die in § 3 aufgeführten Finanzierungstatbestände umfasst.

(2) Als Vertragsarztpraxis im Sinne dieser Vereinbarung gelten die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und Einrichtungen nach § 95 Absatz 1 Satz 1 SGB V soweit eine eigene Betriebsstättennummer nach der Richtlinie der KBV nach § 75 Absatz 7 SGB V zur Vergabe der Arzt-, Betriebsstätten- sowie der Praxisnetznummern vergeben wurde. Als Vertragsarztpraxis gelten auch die Eigeneinrichtungen der Kassenärztlichen Vereinigungen nach § 105 Absatz 1 Satz 2 SGB V sowie die Notfalldienstpraxen nach § 75 Absatz 1b Satz 2 letzter Halbsatz erste Alternative SGB V.

(3) Die Vertragspartner gehen davon aus, dass die im Rahmen dieser Vereinbarung finanzierte Ausstattung für weitere Anwendungen genutzt wird. Sofern die Einführung weiterer Anwendungen der Tele­ma­tik­infra­struk­tur einen Austausch, eine Anpassung oder eine Ergänzung bereits finanzierter Ausstattung erfordert, ist über die damit verbundenen Kosten und die Kostenübernahme gesondert zu verhandeln. Die Vertragspartner sind sich einig, dass davon unberührt für die in § 291a Absatz 3 Satz 1 SGB V und § 291 Absatz 2b Satz 1 SGB V benannten Anwendungen kein über diese Vereinbarung hinausgehender Anspruch auf Ausstattung und Finanzierung von stationären und mobilen Kartenterminals besteht.

(4) Vertragsärzte, die gleichzeitig über eine vertragszahnärztliche Zulassung verfügen, rechnen nach den Regelungen der vertragszahnärztlichen Versorgung ab.

(5) Die zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigten Einrichtungen und Ärzte, die die Voraussetzungen nach Absatz 2 erfüllen, rechnen vorerst nach den Regelungen dieser Vereinbarung ab. Ab dem Quartal, das auf das Quartal des Abschlusses einer anderen Vereinbarung, die eine Finanzierung vorsieht, folgt, rechnen diese nach den Regelungen der anderen Vereinbarung ab.

§ 2 Erforderliche Komponenten zur Herstellung der Funktionsfähigkeit

(1) Die Vertragspartner sind sich darüber einig, dass zur Erfüllung der Aufgaben gemäß § 1 Absatz 1 für die Vertragsarztpraxis folgende Komponenten notwendig sind

a. Online-Anbindung an die zentrale Tele­ma­tik­infra­struk­tur mittels VPN-Zugangsdienst,

b. Konnektor mit nachrüstbarer QES-Funktion sowie den nachrüstbaren Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan, inklusive zugehöriger gSMC-K Smartcard,

c. Stationäre eHealth-Kartenterminals, inklusive zugehöriger gSMC-KT Smartcards und ggf. Switch-Funktionalität,

d. SMC-B Smartcard (Praxisausweis),

e. Mobiles Kartenterminal, inklusive zugehöriger SMC-B Smartcard,

f. HBA Smartcard,

sofern Ansprüche gemäß § 6 i. V. m. der Anlage 2 und ggf. zuzüglich der Anlage 5 dieser Vereinbarung bestehen.

(2) Sofern in Vertragsarztpraxen die Anforderungen der gematik an die spezifizierten Leistungsdaten der SMC-B nicht erfüllt werden, verhandeln die Vertragspartner ergänzend zu den in Absatz 1 genannten Komponenten eine Ersatzlösung (z. B. HSM-B oder eine andere technische Lösung).

(3) Die Vertragspartner sind sich darüber einig, dass zur Herstellung der Funktionsfähigkeit der Komponenten nach Absatz 1 Aufwendungen/Kosten

a. für die Installation der Komponenten nach Absatz 1 sowie die Schulungen bzw. Einweisungen in der Vertragsarztpraxis,

b. für die Ausfallzeiten der Vertragsarztpraxis aufgrund der Einrichtung der Komponenten und Schulungen bzw. Einweisungen nach Absatz 3 lit. a. und c.,

c. für die Implementierung, insbesondere der Konnektor-Funktionen ggf. erweitert um die Funktionalitäten Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan, in das Praxisverwaltungssystem und

d. für die patientenbezogene Herstellung der Funktionsfähigkeit der Komponenten nach Absatz 1 und den Online-Abgleich der Versichertenstammdaten gemäß § 291 Absatz 2b Satz 3 SGB V und § 291a Absatz 7 Satz 5 SGB V, das Notfalldatenmanagement gemäß § 291a Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 SGB V und des elektronischen Medikationsplans gemäß § 291a Absatz 3 Satz 1 Nummer 3 SGB V

entstehen.

(4) Die Erstattung der Kosten nach den Absätzen 1 und 3 erfolgt gemäß § 6 i. V. m. der Anlage 2 ggf. zuzüglich der Anlage 5.

§ 3 Betriebskosten

(1) Die Kosten, die der Vertragsarztpraxis im laufenden Betrieb der Tele­ma­tik­infra­struk­tur mit den Komponenten nach § 2 Absatz 1 in der Vertragsarztpraxis entstehen (Betriebskosten), umfassen:

a. Zugang zur Tele­ma­tik­infra­struk­tur mittels VPN-Zugangsdienst,

b. Betrieb des Konnektors, inklusive Wartung, Support, Updates und Konfiguration sowie Erhalt der Funktionsfähigkeit der gSMC-K,

c. Betrieb der stationären eHealth-Kartenterminals, inklusive Wartung, Support, Updates und Konfiguration sowie Erhalt der Funktionsfähigkeit der gSMC-KT Smartcards,

d. Betrieb der mobilen Kartenterminals, inklusive Wartung, Support, Updates und Konfiguration,

e. sofern vorhanden, Erhalt der Funktionsfähigkeit des HSM-B oder der jeweiligen technischen Lösung,

f. Erhalt der Funktionsfähigkeit der SMC-B-Smartcards,

g. Erhalt der Funktionsfähigkeit der HBA-Smartcards.

(2) Die Erstattung der Kosten nach Absatz 1 erfolgt gemäß § 7 i. V. m. der Anlage 2 ggf. zuzüglich der Anlage 5 dieser Vereinbarung.

§ 4 Dienstleister

(1) Für die Anbindung der Vertragsarztpraxis an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur kann die Vertragsarztpraxis professionelle endnutzernahe Dienstleister beauftragen.

(2) Alternativ hat jede Vertragsarztpraxis die Möglichkeit, statt der Beauftragung eines endnutzernahen Dienstleisters nach Absatz 1, die Komponenten und Dienstleistungen gemäß § 2 und § 3 dieser Vereinbarung selbst zu beschaffen. In diesem Fall ist die Vertragsarztpraxis für die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit der Komponenten verantwortlich.

§ 5 Abrechnungsbedingungen

(1) Die Kostenerstattungen nach dieser Vereinbarung erfolgen aus den Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen.

(2) Anspruch auf die Erstattung der Kosten für die erforderliche Ausstattung gemäß § 2 und der für die Nutzung der Tele­ma­tik­infra­struk­tur relevanten Betriebskosten gemäß § 3 hat jede Vertragsarztpraxis, solange sie an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur angeschlossen ist und die gesetzlich vorgeschriebene Anwendung gemäß § 291 Absatz 2b Satz 1 SGB V i. V. m. der Anlage 4a zum Bundesmantelvertrag-Ärzte nutzt. Ab Betriebsbereitschaft der Komponenten besteht Anspruch auf Erstattung der Kosten für die Fachanwendung elektronischer Medikationsplan und/oder Notfalldatenmanagement, sofern die Vertragsarztpraxis diese Leistungen für die Versicherten vorhält. Die Vertragsarztpraxis erhält entsprechend dem geltend gemachten Ausstattungsanspruch Pauschalen gemäß der Anlage 2 ggf. zuzüglich der Anlagen 5 und ggf. 6 dieser Vereinbarung durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung gemäß § 295 Absatz 4 SGB V. Der Anspruch auf Zahlung der Pauschalen kann ausschließlich über die jeweils zuständige Kassenärztliche Vereinigung geltend gemacht werden. Die Abrechnung der Kosten ist in den §§ 6, 6a und 7 geregelt. Der Abrechnungsweg ist in den §§ 8, 8a und 9 geregelt.

(3) Die Abwicklung der Finanzierung erfolgt bei KV-übergreifenden überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaften über die jeweilige zuständige Kassenärztliche Vereinigung.

(4) Sofern für die Umsätze aus dieser Vereinbarung eine Umsatzsteuerpflicht festgestellt wird, erhöhen sich die Pauschalen gemäß der Anlage 2 und/oder Anlage 5 und/oder ggf. Anlage 6 dieser Vereinbarung entsprechend.

§ 6 Abrechnung der Pauschalen für die erforderliche Ausstattung

(1) Die Kosten der Ausstattung der Vertragsarztpraxis gemäß § 2 Absatz 1 lit. b., c. und e. werden durch Zahlung einer einmaligen Erstausstattungspauschale gemäß den Anlagen 1 und 2 sowie bei Update des Konnektors auf die Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan auch durch Zahlung der Pauschalen gemäß der Anlage 5 dieser Vereinbarung erstattet. Der Umfang der Ausstattung, für die ein Anspruch auf Erstattung der Kosten besteht, ist abhängig von der Anzahl der Vertragsärzte sowie der Anzahl der Betriebsstättenfälle gemäß § 21 Absatz 1a Bundesmantelvertrag-Ärzte mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt in der Vertragsarztpraxis entsprechend der Staffelung gemäß der Anlage 1 dieser Vereinbarung. Sofern durch Änderungen der Anzahl der Vertragsärzte in der Vertragsarztpraxis der Anspruch auf Erstattung zusätzlicher Komponenten entsteht, wird die Differenz der bereits erstatteten Pauschalen zu den Pauschalen des zusätzlichen Erstattungsanspruchs entsprechend der Anlage 2 dieser Vereinbarung vergütet.

a. Als Betriebsstättenfall mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt zählen die Betriebsstättenfälle, in denen mindestens eine der Gebührenordnungspositionen 01205, 01207, 01210, 01212, 01320, 01321, 03000, 03030, 04000, 04030, 05210 bis 05212, 06210 bis 06212, 07210 bis 07212, 08210 bis 08212, 09210 bis 09212, 10210 bis 10212, 11210 bis 11212, 12210, 13210 bis 13212, 13290 bis 13292, 13340 bis 13342, 13390 bis 13392, 13490 bis 13492, 13540 bis 13542, 13590 bis 13592, 13690 bis 13692, 14210 bis 14211, 15210 bis 15212, 16210 bis 16212, 17210, 18210 bis 18212, 19210, 20210 bis 20212, 21210 bis 21215, 22210 bis 22212, 23210 bis 23214, 24210 bis 24212, 25210, 25211, 25214, 26210 bis 26212, 27210 bis 27212, 30700 abgerechnet wurde.

(2) Ein Anspruch auf Erstattung eines/von mobilen Kartenterminals gemäß § 2 Absatz 1 lit. e. durch Zahlung einer einmaligen Pauschale je mobilem Kartenterminal entsteht:

a. je Vertragsarzt mit einem Tätigkeitsumfang von mindestens 0,5 gemäß Zulassungs- und Genehmigungsbescheid, der im Vorquartal und/oder im aktuellen Quartal nachweislich mindestens drei Besuche nach den Gebührenordnungspositionen 01410, 01411, 01412, 01413, 01415, 01418 und 05230 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes durchgeführt und abgerechnet hat oder den Abschluss eines Kooperationsvertrages gemäß § 119b Absatz 1 SGB V, welcher den Anforderungen der Vereinbarung nach § 119b Absatz 2 SGB V zur Förderung der kooperativen und koordinierten ärztlichen und pflegerischen Versorgung in stationären Pflegeheimen (Anlage 27 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte) entspricht, nachweist

und

b. je ausgelagerter Praxisstätte, die bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung angezeigt ist.

(3) Die Kosten gemäß § 2 Absatz 1 lit. a. und Absatz 3 werden durch Zahlung einer einmaligen Pauschale je Vertragsarztpraxis gemäß der Anlage 2 sowie bei Update auf die Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan auch durch Zahlung der Pauschalen gemäß der Anlage 5 dieser Vereinbarung erstattet.

(4) Der Anspruch auf Zahlung der Pauschalen nach den Absätzen 1 bis 3 entsteht in dem Quartal der erstmaligen Nutzung der Anwendung gemäß § 291 Absatz 2b Satz 1 SGB V i. V. m. der Anlage 4a zum Bundesmantelvertrag-Ärzte sowie bei Update auf die Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und/oder elektronischer Medikationsplan ab dem Zeitpunkt der Betriebsbereitschaft.

(5) unbesetzt

(6) Soweit die Komponenten gemäß § 2 in der Vertragsarztpraxis bereits verfügbar sind oder weiter genutzt werden können, entfällt der Anspruch gemäß den Absätzen 1 bis 4. Dies gilt auch für Vertragsarztpraxen, die bereits an der Erprobung der Tele­ma­tik­infra­struk­tur teilgenommen haben und von ihrem Wahlrecht der Rückgabe nach dem Erprobungsbetrieb keinen Gebrauch machen. Vertragsarztpraxen, die sich im Rahmen eines Feldtests mit Konnektoren mit den Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan ausgestattet haben, haben Anspruch auf die Finanzierung eines weiteren Konnektors bzw. Updates gemäß der Anlage 2 in Verbindung mit der Anlage 5 sofern die Komponenten aus dem Feldtest zum Ende des Feldtests keine nebenbestimmungsfreie Wirkbetriebszulassung erhalten haben oder spätestens sechs Monate nach Ende des Feldtests keine solche erhalten.

(7) Die zuständige Kassenärztliche Vereinigung prüft die Anspruchsberechtigung der Vertragsarztpraxis gemäß dieser Vereinbarung.

§ 6a Abrechnung der Pauschalen nach Anlage 6

(1) Im Zusammenhang mit der Wirkbetriebszulassung der Konnektoren mit den Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan nach den Vorgaben der gematik, werden sogenannte Feldtests durchgeführt. Vertragspraxen, die an einem Feldtest teilnehmen, können die entsprechenden Pauschalen der Anlage 6 abrechnen. Mit der Teilnahme an einem Feldtest ist die Teilnahme an der feldtestbegleitenden wissenschaftlichen Evaluation verbunden.

(2) Sofern Vertragsärzte in einer Vertragsarztpraxis ausschließlich an einer wissenschaftlichen Evaluation der Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan der gematik teilnehmen, gelten die Regelungen der Anlage 6 Absatz 3.

§ 7 Abrechnung der Betriebskosten

(1) Die Betriebskosten der Vertragsarztpraxis gemäß § 3 Absatz 1 lit. a. bis e. werden durch Zahlung einer Betriebskostenpauschale gemäß der Anlage 2 ggf. zuzüglich des Zuschlags der Anlage 5 dieser Vereinbarung quartalsweise erstattet.

(2) Die Betriebskosten der Vertragsarztpraxis gemäß § 3 Absatz 1 lit. f. werden durch Zahlung einer Betriebskostenpauschale gemäß der Anlage 2 dieser Vereinbarung quartalsweise je SMC-B-Smartcard gemäß § 2 Absatz 1 lit. d. und e. erstattet.

(3) Die Betriebskosten der Vertragsarztpraxis gemäß § 3 Absatz 1 lit. g. werden durch Zahlung einer Betriebskostenpauschale gemäß der Anlage 2 dieser Vereinbarung quartalsweise je HBA-Smartcard erstattet.

(4) Ein Anspruch auf Zahlung der Betriebskostenpauschalen nach Absatz 1 bis 3 besteht ab dem Quartal der erstmaligen Nutzung der Anwendung gemäß § 291 Absatz 2b Satz 1 SGB V i. V. m. der Anlage 4a zum Bundesmantelvertrag-Ärzte. Der Anspruch endet im Quartal der Beendigung der vertragsärztlichen Tätigkeit in der Vertragsarztpraxis. Erprobungspraxen haben keinen Anspruch auf Erstattung der Betriebskosten, solange sie an der Erprobung teilnehmen. Die Pauschalen nach den Absätzen 1 bis 3 reduzieren sich im ersten Quartal der Nutzung um ein Drittel für jeden vollen Monat, in dem die Anwendung gemäß § 291 Abs. 2b Satz 1 SGB V noch nicht genutzt wurde.

§ 8 Abrechnungsprozess für den Zeitraum 1. Juli 2017 bis 31. Dezember 2018

(1) Die KBV errechnet auf Grundlage der von den Kassenärztlichen Vereinigungen gemeldeten

● Anzahl der Vertragsarztpraxen in ihrem KV-Bezirk gemäß der Staffelung der Anlage 1 zum Stichtag 31. März 2017 und

● Anzahl der Vertragsärzte und der ausgelagerten Praxisstätten in ihrem KV-Bezirk mit Anspruch auf ein mobiles Kartenterminal gemäß § 6 Absatz 2 i. V. m. der Anlage 2 quartalsweise

den anzunehmenden Finanzierungsbedarf für die Erstausstattung i. V. m. § 6 je Kassenärztlicher Vereinigung für den Zeitraum vom 1. Juli 2017 bis zum 31. Dezember 2018 sowie die anzunehmenden Betriebskosten i. V. m. § 7 für den Zeitraum vom 1. Juli 2017 bis zum 31. Dezember 2018.

Die anzunehmenden Betriebskosten werden für das 3. Quartal 2017 bis zum 4. Quartal 2018 für das jeweils erste Quartal der Nutzung um den Faktor 0,5 i. S. d. § 7 Absatz 4 gekürzt.

Hierfür wird von einem Ausstattungsgrad von

● 15 Prozent für das 3. Quartal 2017

● 30 Prozent für das 4. Quartal 2017

● 30 Prozent für das 1. Quartal 2018

● 53 Prozent für das 2. Quartal 2018

● 76 Prozent für das 3. Quartal 2018 und

● 100 Prozent ab dem 4. Quartal 2018

ausgegangen.

(2) Die detaillierte Zusammenstellung der Meldungen der Kassenärztlichen Vereinigungen des anzunehmenden Finanzierungsbedarfs sowie der anzunehmenden Betriebskosten werden dem GKV-Spitzenverband von der KBV mit der Rechnungsstellung nach Absatz 3 übermittelt.

(3) Der GKV-Spitzenverband leistet nach Rechnungsstellung durch die KBV bis zum 30. September 2017 Abschlagszahlungen in Höhe des anzunehmenden Finanzierungsbedarfes und der anzunehmenden Betriebskosten für das 3. und 4. Quartal 2017 nach Absatz 1.

Die Rechnungsstellung durch die KBV an den GKV-Spitzenverband für das 1. bis 4. Quartal 2018 erfolgt bis zum 28. Februar 2018. Der GKV-Spitzenverband leistet nach Rechnungsstellung Abschlagszahlungen in Höhe des anzunehmenden Finanzierungsbedarfes und der anzunehmenden Betriebskosten nach Absatz 1 für das

● 1. und 2. Quartal 2018 bis zum 15. Mai 2018,

● 3. Quartal 2018 bis zum 15. August 2018,

● 4. Quartal 2018 bis zum 15. November 2018.

(4) Die KBV leistet in Abhängigkeit der vom GKV-Spitzenverband tatsächlich geleisteten Zahlungen, spätestens 10 Werktage nach Zahlungseingang, Zahlungen an die Kassenärztlichen Vereinigungen entsprechend dem Anspruch gemäß Absatz 1.

(5) Die Kassenärztlichen Vereinigungen melden der KBV bis zum 31. Januar 2019 die Anzahl der im Zeitraum 1. Juli 2017 bis 31. Dezember 2018 quartalsweise tatsächlich an die Vertragsarztpraxen ausgezahlten Pauschalen gemäß der Anlagen 2, 5 und 6 sowie das insgesamt ausgezahlte Finanzvolumen.

(6) Die KBV teilt dem GKV-Spitzenverband bis zum 28. Februar 2019 die Differenz der vom GKV-Spitzenverband tatsächlich geleisteten Abschlagszahlungen gemäß Absatz 3 und der gemäß Absatz 5 gemeldeten Beträge mit. Dies erfolgt mittels einer detaillierten Aufstellung je Kassenärztlicher Vereinigung anhand der in den Anlagen 2, 5 und 6 dargestellten Pauschalen.

● Sofern die Summe aller Abschlagszahlungen des GKV-Spitzenverbandes die Gesamtforderungen aller Kassenärztlichen Vereinigungen überschreitet, erfolgt bis zum 30. April 2019 eine Zahlung in Höhe der Überschreitung durch die KBV an den GKV-Spitzenverband.

● Sofern die Summe aller Abschlagszahlungen des GKV-Spitzenverbandes die Gesamtforderungen aller Kassenärztlichen Vereinigungen unterschreitet, erfolgt bis zum 30. April 2019 eine Zahlung in Höhe der Unterschreitung durch den GKV-Spitzenverband an die KBV.

Die Differenzbeträge werden zwischen der KBV und der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung ausgeglichen.

(7) Die zahlungsbegründenden Unterlagen sind stichprobenhaft zu prüfen. Die Details regelt die Anlage 4.

§ 8a Abrechnungsprozess für die Pauschalen nach Anlage 6

Die Einzelheiten des Abrechnungsprozesses für die Auszahlung der Pauschalen nach § 6a i. V. m. Anlage 6 zur Förderung der Teilnahme an einem Feldtest und/oder einer wissenschaftliche Evaluation werden von den Vertragspartnern bis zum 31. März 2018 festgelegt.

§ 9 Abrechnungsprozess für den Zeitraum ab dem 1. Januar 2019

(1) Der GKV-Spitzenverband leistet für das Kalenderjahr 2019 nach Rechnungsstellung quartalsweise Abschlagszahlungen in Höhe der anzunehmenden Betriebskosten des 1. Quartals 2019 nach § 8 Absatz 1 zuzüglich 1,25 Prozent des Finanzierungsbedarfes (3. Quartal 2017 bis 4. Quartal 2018) für die Erstausstattung nach § 8 Absatz 1 (ohne Berücksichtigung der Betriebskosten) zur Abdeckung/Finanzierung kostenrelevanter Praxisveränderungen sowie der Ausstattung von Neupraxen. Für die Finanzierung der Aufwendungen/Kosten für die Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan erhöhen sich die Abschlagszahlungen nach Satz 1. Die Höhe der Abschlagszahlungen wird zu Beginn des ersten Feldtestes zwischen den Vertragspartnern festgelegt.

(2) Die Höhe der quartalsweisen Abschlagszahlungen für die Kalenderjahre ab dem Jahr 2020 vereinbaren die Vertragspartner bis spätestens zum 31. Oktober des jeweiligen Vorjahres, erstmals zum 31. Oktober 2019.

(3) Die Rechnungsstellung durch die KBV an den GKV-Spitzenverband erfolgt für die Abschlagszahlungen des abzurechnenden Kalenderjahres bis spätestens zum 30. November des jeweils vorherigen Kalenderjahres.

(4) Die Abschlagszahlungen sind vom GKV-Spitzenverband

● für das 1. Quartal bis zum 15. Februar des aktuellen Kalenderjahres,

● für das 2. Quartal bis zum 15. Mai des aktuellen Kalenderjahres,

● für das 3. Quartal bis zum 15. August des aktuellen Kalenderjahres und

● für das 4. Quartal bis zum 15. November des aktuellen Kalenderjahres an die KBV zu leisten.

(5) Die KBV leitet die vom GKV-Spitzenverband tatsächlich geleisteten Zahlungen

● für das 1. Quartal bis zum 28. Februar des aktuellen Kalenderjahres,

● für das 2. Quartal bis zum 31. Mai des aktuellen Kalenderjahres,

● für das 3. Quartal bis zum 31. August des aktuellen Kalenderjahres und

● für das 4. Quartal bis zum 30. November des aktuellen Kalenderjahres an die Kassenärztlichen Vereinigungen weiter.

(6) Die Kassenärztlichen Vereinigungen melden der KBV bis zum 31. Januar eines Kalenderjahres, erstmals zum 31. Januar 2020, die Anzahl der im vorherigen Kalenderjahr quartalsweise tatsächlich an die Vertragsarztpraxen ausgezahlten Pauschalen gemäß der Anlagen 2, 5 und 6 sowie das insgesamt ausgezahlte Finanzvolumen.

(7) Die KBV teilt dem GKV-Spitzenverband bis zum 28. Februar eines Kalenderjahres erstmals zum 28. Februar 2020 die Differenz der vom GKV-Spitzenverband tatsächlich geleisteten Abschlagszahlungen gemäß Absatz 1 bzw. ab dem 28. Februar 2021 gemäß Absatz 2 und der gemäß Absatz 6 gemeldeten Beträge mit.

● Sofern die Summe aller quartalsweisen Abschlagszahlungen die Gesamtforderungen aller Kassenärztlichen Vereinigungen überschreitet, erfolgt bis zum 30. April eines Kalenderjahres, erstmals zum 30. April 2020, eine Zahlung in Höhe der Überschreitung durch die KBV an den GKV-Spitzenverband.

● Sofern die Summe aller quartalsweisen Abschlagszahlungen die Gesamtforderungen aller Kassenärztlichen Vereinigungen unterschreitet, erfolgt bis zum 30. April eines Kalenderjahres, erstmals zum 30. April 2020, eine Zahlung in Höhe der Unterschreitung durch den GKV-Spitzenverband an die KBV.

Die Differenzbeträge werden zwischen der KBV und der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung ausgeglichen.

(8) Die Regelung gemäß § 8 Absatz 7 gilt entsprechend.

§ 10 Inkrafttreten und Anpassung

(1) Diese Vereinbarung tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft und gilt bis zum 31. März 2022. Die Vertragspartner sind sich einig, dass spätestens im April 2021 erneute Verhandlungen aufgenommen werden, um die Betriebsbereitschaft der technischen Komponenten zum Anschluss der Vertragsarztpraxen an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur sicherzustellen.

(2) Wenn sich neue Erkenntnisse über die Entwicklung der Marktpreise oder andere signifikante Veränderungen ergeben, nehmen die Vertragspartner umgehend Verhandlungen zur Anpassung dieser Vereinbarung auf.

(3) Sofern sich die Notwendigkeit ergibt, die unter § 2 Absatz 1 genannten Komponenten oder die in § 3 genannten Betriebskosten aufgrund von Änderungen der Anforderungen der Tele­ma­tik­infra­struk­tur, insbesondere aufgrund von Änderungen des Datenschutzes oder der Datensicherheit, auszutauschen, zu ändern oder zu ergänzen, sind zur Finanzierung der daraus entstehenden Kosten umgehend Verhandlungen der Vertragspartner aufzunehmen.

§ 11 Kündigung

(1) Dieser Vertrag kann von der KBV und dem GKV-Spitzenverband insgesamt oder in Teilen gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate zum Schluss eines Kalenderjahres. Die Kündigung hat durch eingeschriebenen Brief zu erfolgen. Im Fall der Kündigung gelten die Inhalte der gekündigten Vereinbarung bis zum Abschluss einer neuen Vereinbarung fort.

(2) Der die Kündigung aussprechende Vertragspartner hat das Bundesschiedsamt über die Kündigung unverzüglich durch eingeschriebenen Brief zu unterrichten.

§ 12 Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Klauseln oder Bestimmungen dieses Vertrages ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, so wird hierdurch die Wirksamkeit des Vertrages im Übrigen nicht berührt. Anstelle der unwirksamen Bestimmung soll eine Bestimmung gelten, die dem in zulässiger Weise am nächsten kommt, was die Vertragspartner gewollt haben oder gewollt hätten, wenn sie die Regelungsbedürftigkeit bedacht hätten.

Protokollnotiz

Die Vertragspartner sind sich einig, dass die mobilen Szenarien insbesondere für die Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan, welche momentan durch die gematik spezifiziert werden, aktuell kein Bestandteil dieser Vereinbarung sind. Sobald die hierfür notwendigen Komponenten spezifiziert sind, nehmen die Vertragspartner Verhandlungen über die Finanzierung der daraus entstehenden Kosten auf.

Anlage 1: Erforderliche Komponenten zur Herstellung der Funktionsfähigkeit

(1) Die in § 2 Absatz 1 lit. b. bis d. definierte Ausstattung der Vertragsarztpraxis, für die ein Anspruch auf Erstattung gemäß § 6 i. V. m. der Anlage 2 dieser Vereinbarung besteht, ist in Abhängigkeit von der Anzahl Ärzte in der Vertragsarztpraxis wie in der Tabelle des Absatz 2 gestaffelt.

(2) Für die Ermittlung der Anzahl der Ärzte in der Vertragsarztpraxis ist deren Tätigkeitsumfang gemäß Zulassungs- und Genehmigungsbescheid (kumuliertes Vollzeitäquivalent) maßgeblich. Maßgeblich ist die Größe der Vertragsarztpraxis am letzten Tag des jeweiligen Quartals.

(3) Ab dem Quartal, in dem ein Konnektor mit den Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan in der Vertragsarztpraxis betriebsbereit ist, besteht für jede Vertragsarztpraxis, in Abhängigkeit der Anzahl der Betriebsstättenfälle gemäß Absatz 4, Anspruch auf weitere stationäre Kartenterminals, die über den Anspruch aus den Absätzen 1 und 2 hinaus gehen.

(4) Für die Ermittlung der stationären Kartenterminals nach Absatz 3 ist die jeweilige durchschnittliche Anzahl der Betriebsstättenfälle mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt gemäß § 6 Absatz 1a der Quartale 3 und 4 des Jahres 2016 und der Quartale 1 und 2 des Jahres 2017 maßgeblich. Für Vertragsarztpraxen, die nach dem 31. März 2015 zugelassen wurden, gilt mindestens der Fachgruppendurchschnitt der vorgenannten Quartale.

Anlage 2: Pauschalen für die Erstattung der Kosten

(1) Diese Anlage ist anzuwenden, wenn ausschließlich ein Konnektor mit den Funktionalitäten für den ersten Wirkbetrieb der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (Versichtertenstammdatenmangement, sicherer Internetzugang und nachrüstbarerem Basisdienst QES) in der Vertragsarztpraxis genutzt wird. Sofern eine Anspruchsberechtigung für die Erstattung der Kosten gemäß den Inhalten dieser Vereinbarung besteht, werden der Vertragsarztpraxis von der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung die Pauschalen gemäß Absatz 2 und 3 erstattet.

(2) Die Höhe der Pauschale für die Erstausstattung ist abhängig vom Quartal der erstmaligen Nutzung der Anwendung gemäß § 291 Absatz 2b Satz 1 SGB V i. V. m. der Anlage 4a zum Bundesmantelvertrag-Ärzte und von der Anzahl der Ärzte in der Vertragsarztpraxis. Für die Ermittlung der Anzahl der Ärzte in der Vertragsarztpraxis ist deren Tätigkeitsumfang gemäß Zulassungs- und Genehmigungsbescheid (kumuliertes Vollzeitäquivalent) maßgeblich. Maßgeblich ist die Größe der Vertragsarztpraxis am letzten Tag des jeweiligen Quartals. Die Anspruchsvoraussetzungen sind insbesondere in § 6 Absatz 1 geregelt.

Die Pauschale für die Erstausstattung basiert auf einem Konnektorpreis in Höhe von 2.620,00 Euro brutto im 3. Quartal 2017. In den Folgequartalen bis zum 3. Quartal 2018 wird ausgehend vom Startpreis nach Satz 1 ein um jeweils 10 % reduzierter Konnektorpreis bei der Berechnung der Pauschale berücksichtigt. Ab dem 3. Quartal 2018 ist bei der Berechnung der Pauschale ein Konnektorpreis in Höhe von 720,00 Euro brutto zu berücksichtigen. § 10 Absatz 2 gilt.

(3) Die Höhe der nachfolgenden Pauschalen ist unabhängig von der Anzahl der Ärzte in der Vertragsarztpraxis. Die Anspruchsvoraussetzungen sind insbesondere in § 6 Absatz 2 bis 4 und § 7 Absatz 2 bis 4 geregelt.

Anlage 3: – nicht besetzt –

Anlage 4: Stichprobenprüfungen

Die Einzelheiten der Anlage 4 werden von den Vereinbarungspartnern bis zum 31. März 2018 festgelegt.

Anlage 5: Pauschalen für die Erstattung der Kosten für die Nutzung der Tele­ma­tik­infra­struk­tur inklusive der Fachanwendungen

(1) Diese Anlage ist anzuwenden, wenn ein Konnektor vorgehalten wird, der zusätzlich zu den Funktionalitäten des ersten Wirkbetriebs der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (Versichtertenstammdatenmangement, sicherer Internetzugang und nachrüstbarerem Basisdienst QES) über die Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und/oder elektronischer Medikationsplan verfügt. Sofern eine Anspruchsberechtigung für die Erstattung der Kosten gemäß den Inhalten dieser Vereinbarung besteht, werden der Vertragsarztpraxis von der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung die Pauschalen gemäß den Absätzen 2 und 3 erstattet.

(2) Ergänzend zu den Pauschalen der Anlage 2 dieser Vereinbarung können die folgenden Pauschalen in dem Quartal geltend gemacht werden, in dem die Anwendung gemäß § 291 Absatz 2b Satz 1 SGB V i. V. m. der Anlage 4a zum Bundesmantelvertrag-Ärzte genutzt wird und mindestens ein Modul für eine Fachanwendung (Notfalldatenmanagement oder elektronischer Medikationsplan) in der Vertragsarztpraxis betriebsbereit ist.

(3) Der Anspruch auf weitere stationäre Kartenterminals für die Nutzung der Fachanwendungen bestimmt sich nach der Anzahl der Betriebsstättenfälle mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt gemäß Anlage 1 Absatz 4.

Anlage 6: Förderung der Teilnahme an einem Feldtest und/oder einer wissenschaftlichen Evaluation

(1) Im Zusammenhang mit der Wirkbetriebszulassung der Konnektoren mit den Modulen für die Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan nach den Vorgaben der gematik werden Feldtests durchgeführt. Ab Beginn des Feldtests rechnen die teilnehmenden Vertragsarztpraxen die Pauschalen der Anlage 2 zuzüglich der Anlage 5 ab. Die Teilnahme an einem Feldtest ist unter Angabe der entsprechenden Betriebsstättennummer(n) sowie einer Abschrift des zu Grunde liegenden Vertrages mit dem Konnektorhersteller der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung anzuzeigen. Die Anzahl der Vertragsarztpraxen, die an dem Feldtest teilnehmen, ist begrenzt auf die durch die gematik festgelegte Höchstgrenze an Teilnehmern des entsprechenden Feldtests.

(2) Für den besonderen Aufwand, der durch die Teilnahme an einem Feldtest entsteht, erhalten die teilnehmenden Vertragsarztpraxen bezogen auf die teilnehmende(n) Betriebsstätte(n) eine zusätzliche Förderung. Der besondere Aufwand besteht aus:

a. Kosten für die Durchführung des Feldtestes inkl. der Beibringung aller dafür benötigten zusätzlichen Komponenten (insbesondere Konnektor-update, einschließlich Installation und Anpassung des Praxisverwaltungssystems),

b. Schulung und Einweisung in die neuen Komponenten und Fachanwendungen sowie den Feldtestablauf,

c. Teilnahme an den vorgesehenen Befragungen und Übermittlung von Informationen entsprechend der Auflagen für die Wirkbetriebszulassung bzw. den Feldtest durch die gematik und

d. Teilnahme an der wissenschaftlichen Evaluation im Rahmen der Feldtests.

(3) Die Vertragspartner sind sich darüber einig, dass sie für Ärzte, die an der wissenschaftlichen Evaluation der Fachanwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan im produktiven Betrieb der Tele­ma­tik­infra­struk­tur teilnehmen, insbesondere eine Aufwandspauschale festlegen werden, wenn der genaue Umfang der wissenschaftlichen Evaluation durch die gematik beschlossen wurde.

Protokollnotiz

Die Vertragspartner sind sich einig, dass die Anzahl der Teilnehmer je Feldtest 75 Vertragsarztpraxen beträgt und wirken in der gematik darauf hin, dass diese Zahl in dem entsprechenden Beschluss so festgelegt wird. Sollten sich aus dem Beschluss der gematik Änderungen bzgl. der Anzahl der Teilnehmer ergeben, soll diese Vereinbarung entsprechend angepasst werden.

Anlage 7: eArztbrief

Übergangsvereinbarung zur Abrechnung elektronischer Briefe in der vertragsärztlichen Versorgung für den Zeitraum ab dem 1. Januar 2018 bis zur Verfügbarkeit von für

die Übermittlung des elektronischen Briefes zugelassenen Diensten

nach § 291b Absatz 1e SGB V

Präambel

Nach § 291f Absatz 5 SGB V wird die Höhe des Zuschlages für elektronische Briefe für den Zeitraum ab dem Jahr 2018 durch die Vertragspartner nach § 291a Absatz 7b Satz 2 SGB V vereinbart. § 291f Absatz 5 Satz 2 SGB V sieht vor, dass der Zuschlag nur vereinbart werden darf, wenn für die Übermittlung des elektronischen Briefes zugelassene Dienste nach § 291b Absatz 1e SGB V genutzt werden.

Aufgrund von zeitlichen Verschiebungen werden die Dienste nach § 291b Absatz 1e SGB V entgegen der Erwartung des Gesetzgebers allerdings zu Beginn des Jahres 2018 noch nicht zur Verfügung stehen.

Um eine Unterbrechung der Übermittlung und Abrechnung elektronischer Briefe in den vertragsärztlichen Praxen zu vermeiden, sieht es das Bundesministerium für Gesundheit ausdrücklich als vertretbar an, wenn die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband für einen befristeten Übergangszeitraum – bis die Dienste nach § 291b Absatz 1e SGB V genutzt werden können – eine Vergütung für die Übermittlung elektronischer Briefe im Bundesmantelvertrag vereinbaren, sofern die Festlegungen der Richtlinie nach § 291f Absatz 2 SGB V sowie die Regelungen nach § 291f Absatz 1 SGB V erfüllt werden.

Vor diesem Hintergrund vereinbaren die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband Bund der Krankenkassen in dieser Anlage als Bestanteil des Bundesmantelvertrages für einen befristeten Übergangszeitraum eine Vergütung für die Übermittlung elektronischer Briefe.

§ 1 Vereinbarungsgegenstand

Diese Vereinbarung regelt die Abrechnung der elektronischen Briefe in der vertragsärztlichen Versorgung gemäß § 291f SGB V i. V. m. der Richtlinie Elektronischer Brief in der Fassung vom 8. Dezember 2017 für den Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Dienste nach § 291b Absatz 1e SGB V genutzt werden können, längstens aber bis zum 30. Juni 2019.

§ 2 Vergütung

(1) Es wird die Übermittlung eines elektronischen Briefes zwischen den an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Praxen nach den Regelungen der Richtlinie Elektronischer Brief in der Fassung vom 8. Dezember 2017 vergütet.

(2) Für das Versenden und Empfangen eines elektronischen Briefes nach den Regelungen der Richtlinie Elektronischer Brief in der Fassung vom 8. Dezember 2017 erhalten Vertragsärzte folgende Vergütungen:

Für das Versenden eines elektronischen Briefes nach den Regelungen dieser Anlage sind die Kostenpauschalen des Abschnitts 40.4 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes nicht berechnungsfähig.

(3) Die nach den Regelungen der Richtlinie Elektronischer Brief in der Fassung vom 8. Dezember 2017 versendeten elektronischen Briefe ersetzen den vergleichbaren Versand mit konventionellen Post-, Boten- und Kurierdiensten sowie per Fax. Die in Absatz 2 genannten Kostenpauschalen können nur berechnet werden, sofern für die Übermittlung eines Dokumentes gleichen Inhalts und bei gleichem Empfänger die Kostenpauschalen des Abschnittes 40.4 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes nicht berechnet werden. Erfolgt neben den genannten Kostenpauschalen die Berechnung von Kostenpauschalen entsprechend Abschnitt 40.4 infolge des Versandes an einen anderen (nicht an der Richtlinie Elektronischer Brief in der Fassung vom 8. Dezember 2017 teilnehmenden) Empfänger, sind diese Kostenpauschalen über die entsprechenden Pseudoziffern für die Kostenpauschalen abzurechnen.

§ 3 Finanzierung

Die Finanzierung der Leistungen 86900 und 86901 erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

§ 4 Rechnungslegung

Die Rechnungslegung der Leistungen erfolgt im Formblatt 3, Kontenart 400-ärztliche Behandlung -, Ebene 6.

§ 5 Gültigkeit

Diese Übergangsvereinbarung tritt am 1. Januar 2018 in Kraft und endet zu dem Zeitpunkt, zu dem die Dienste nach § 291b Absatz 1e SGB V genutzt werden können, spätestens jedoch am 30. Juni 2019.

§ 6 Evaluation

Die Partner dieser Vereinbarung evaluieren die Entwicklung der Leistungsmenge und des Leistungsbedarfes der Kostenpauschalen 86900 und 86901 nach Vorliegen der Abrechnungsdaten. Mit der Evaluation kann ein Dritter beauftragt werden. Die Inhalte der Evaluation werden gesondert geregelt.

§ 7 Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Klauseln oder Bestimmungen dieses Vertrages ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, so wird hierdurch die Wirksamkeit des Vertrages im Übrigen nicht berührt. Anstelle der unwirksamen Bestimmung soll eine Bestimmung gelten, die dem in zulässiger Weise am nächsten kommt, was die Vertragspartner gewollt haben oder gewollt hätten, wenn sie die Regelungsbedürftigkeit bedacht hätten.

Protokollnotiz:

Die Partner dieser Vereinbarung beschließen bis zum 31. März 2018 im Bewertungsausschuss ein Übergangsverfahren zur Anpassung der Behandlungsbedarfe nach § 87a Abs. 4 SGB V aufgrund des Wegfalls des Versands durch Post-, Boten- oder Kurierdienste infolge der Übermittlung elektronischer Briefe gemäß § 291f Abs. 1 Satz 2 SGB V. Dieses beinhaltet die Anpassung der Behandlungsbedarfe der Jahre 2017 und 2018 durch die KV-spezifische Verrechnung der Kürzungen des Behandlungsbedarfs für jedes der Quartale der Jahre 2018 und 2019. Die KV-spezifischen Kürzungen des Behandlungsbedarfs sind bis Ende Juli des jeweiligen Jahres 2018 bzw. 2019 vom Bewertungsausschuss zu beschließen und im Rahmen der Rechnungslegung zu berücksichtigen. Sie werden bestimmt auf Basis der Anzahl der im jeweiligen Vorjahresquartal der Jahre 2018 bzw. 2019 empfangenen E-Arztbriefe, reduziert um die über den arithmetischen Mittelwert der jeweils für das Jahr 2017 bzw. 2018 empfohlenen demografischen und diagnosebezogenen Veränderungsrate hinausgehende Mengenentwicklung bei den insgesamt übermittelten Briefen, die mit der häufigkeitsgewichteten durchschnittlichen Kostenpauschale herkömmlich übermittelter Briefe bewertet werden.

Artikel 2

Inkrafttreten

Die Änderungen treten mit Wirkung zum 01.01.2018 in Kraft. Die Fassung vom 09.06.2017 tritt gleichzeitig außer Kraft.

Berlin, den 14.12.2017

Kassenärztliche Bundesvereinigung, K.d.ö.R., Berlin

GKV-Spitzenverband, K.d.ö.R., Berlin

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