ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2018Onkologie: Wo waren die Onkologen?
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Der Artikel redet um den heißen Brei herum. Wo ist die Verantwortung der behandelnden Ärzte? Wenn in einer Praxis etwa 900 Patientinnen nacheinander mit Plazebo statt mit Chemotherapeutika behandelt wurden, wie kann das nicht auffallen? Es gab keine Wirkung, aber es gab auch keine Nebenwirkungen. Wie kann das keiner merken? Wenn nacheinander alle Anthracyclin-Patienten ihre Haare behalten, ist das nicht seltsam?

Es gibt auch eine Pflicht, die Patienten zu überwachen und während der Chemotherapie regelmäßig zu untersuchen. Für viele Therapien gibt es heute Behandlungspässe, wie bei Diabetikern. Sieht dort niemand systematisch hinein? Es steht der organisierten Ärzteschaft schlecht an, den Apothekern und den Behörden kluge Hinweise zu geben, wie diese ihre Arbeit bessermachen könnten.

Es ist zunächst einmal an uns Ärzten zu fragen, wie konnte uns das passieren? Wie müssen wir besser die Patienten und die Verläufe überwachen, damit nicht 60 000-fach Plazebo statt hochtoxischer Chemotherapie abgegeben werden kann?

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Diese Diskussion ist notwendig und eine überfällige Konsequenz aus Bottrop, die dieser Beitrag im Ärzteblatt hochnotpeinlich vermeidet.

Dr. med. Steffen Wahler, 22391 Hamburg

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