ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2018Änderungen in der Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung PET, PET/CT: Artikel 1, Artikel 2 und Inkrafttreten

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Änderungen in der Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung PET, PET/CT: Artikel 1, Artikel 2 und Inkrafttreten

Dtsch Arztebl 2018; 115(3): A-103 / B-91 / C-91

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Änderungen in der Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung
PET, PET/CT

Nach dem Beschluss des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses, zwei weitere Indikationen zur Diagnostik mit der Positronen-Emissions-Tomografie/Computertomografie (PET/CT) zuzulassen, wurde nun die Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung PET, PET/CT angepasst.

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Bei den neuen Indikationen handelt es sich um Untersuchungen

  • zur Entscheidung über eine sogenannte Neck Dissection bei Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren oder mit unbekannten Primärtumorsyndromen des Kopf-Hals-Bereichs beziehungsweise
  • zur Entscheidung über eine laryngoskopische Biopsie beim Larynxkarzinom, wenn nach Abschluss einer kurativ intendierten Therapie der begründete Verdacht auf eine persistierende Erkrankung oder ein Rezidiv besteht.

Das interdisziplinäre Team, in dem die Indikationsstellung sowie die Befund- und Nachbesprechungen stattfinden, wird bei den beiden neuen Indikationen um einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder einen Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie ergänzt. Für Ärzte, die bereits eine Genehmigung für PET- beziehungsweise PET/CT-Leistungen haben, wurde eine Übergangsregelung vereinbart. Des Weiteren haben die Partner des Bundesmantelvertrags kleinere Anpassungen der Vereinbarung vorgenommen.

Die Änderungen sind rückwirkend zum 1. Oktober 2017 in Kraft getreten.

Bekanntmachungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, K.d.ö.R., Berlin – einerseits – und der GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen), K.d.ö.R., Berlin – andererseits – vereinbaren Folgendes:

Artikel 1

Änderungen der Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur diagnostischen Positronen­emissions­tomo­graphie, diagnostischen Positronen­emissions­tomo­graphie mit Computertomographie (QS-Vereinbarung PET, PET/CT)

(Anlage 3 BMV-Ä)

1. § 1 wird wie folgt geändert:

Absatz 1 wird wie folgt gefasst:

(1) Diese Vereinbarung ist eine Maßnahme zur Qualitätssicherung, mit welcher die Qualität bei der Erbringung von Leistungen der diagnostischen Positronen­emissions­tomo­graphie und Positronen­emissions­tomo­graphie mit Computertomographie (PET, PET/CT) bei vom Gemeinsamen Bundes­aus­schuss zugelassenen Indikationen bei onkologischen Fragestellungen gesichert werden soll.

Die vom Gemeinsamen Bundes­aus­schuss zugelassenen Indikationen bei onkologischen Fragestellungen sind:

1. Bestimmung des Tumorstadiums von primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen

2. Nachweis von Rezidiven (bei begründetem Verdacht) bei primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen

3. Charakterisierung von Lungenrundherden, insbesondere Beurteilung der Dignität peripherer Lungenrundherde bei Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko und wenn eine Diagnosestellung mittels einer invasiven Methodik nicht möglich ist

4. Bestimmung des Tumorstadiums von kleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen, es sei denn, dass vor der PET-Diagnostik ein kurativer Therapieansatz nicht mehr möglich erscheint

5. Nachweis eines Rezidivs (bei begründetem Verdacht) bei kleinzelligen Lungenkarzinomen, wenn die Patienten primär kurativ behandelt wurden und wenn durch andere bildgebende Verfahren ein lokales oder systemisches Rezidiv nicht gesichert oder nicht ausgeschlossen werden konnte

6. Entscheidung über die Bestrahlung von mittels CT dargestellten Resttumoren eines Hodgkin-Lymphoms mit einem Durchmesser von ˃ 2,5 cm nach bereits erfolgter Chemotherapie

7. Entscheidung über die Durchführung einer Neck Dissection bei Patienten

– mit fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren

oder

– mit unbekannten Primärtumorsyndromen des Kopf-Hals-Bereichs

8. Entscheidung über die Durchführung einer laryngoskopischen Biopsie beim Larynxkarzinom, wenn nach Abschluss einer kurativ intendierten Therapie der begründete Verdacht auf eine persistierende Erkrankung oder ein Rezidiv besteht.

2. § 5 wird wie folgt geändert:

a) Absatz 7 wird wie folgt gefasst:

(7) Das Team besteht bei den Indikationen gemäß § 1 Nr. 7–8 mindestens aus dem/n für die Durchführung und Befundung der PET bzw. PET/CT verantwortlichen Facharzt/Fachärzten nach § 3, dem für den Patienten onkologisch verantwortlichen Arzt oder Onkologen oder Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie, dem verantwortlichen Strahlentherapeuten und einem Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder einem Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie.

In die Entscheidung über

– die Erforderlichkeit einer thoraxchirurgischen Intervention bei den Indikationen nach § 1 Nr. 1–5

– die Bestrahlung von Resttumoren bei der Indikation nach § 1 Nr. 6

– die Durchführung einer Neck Dissection nach § 1 Nr. 7

– die Durchführung einer laryngoskopischen Biopsie nach § 1 Nr. 8

sollen ggf. Ärzte weiterer betroffener Fachgebiete (z.B. Pneumologie, Radiologie oder Strahlentherapie) einbezogen werden, sofern deren Expertise für die Entscheidungsfindung erforderlich ist.

b) Absatz 8 Nummer 2 wird wie folgt gefasst:

Für die Indikationen nach § 1 Nr. 6–8: Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie

c) In Absatz 8 Nummer 3 werden die Wörter „nach § 1 Nr. 1–6“ durch die Wörter „nach § 1 Nr. 1–8“ ersetzt.

d) In Absatz 8 Nummer 4 werden die Wörter „nach § 1 Nr. 1–6“ durch die Wörter „nach § 1 Nr. 1–8“ ersetzt.

e) In Absatz 8 Nummer 6 werden die Wörter „nach § 1 Nr. 1–6“ durch die Wörter „nach § 1 Nr. 1–8“ ersetzt.

f) In Absatz 8 wird nach Nummer 6 folgende Nummer 7 angefügt:

7. Für die Indikationen nach § 1 Nr. 7–8: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

3. § 6 wird wie folgt geändert:

a) In Nummer 9 werden die Wörter „nach § 1 Nr. 3 und Nr. 4“ durch die Wörter „nach § 1 Nr. 3, Nr. 4 und Nr. 7“ ersetzt.

b) Nach Nummer 9 werden folgende Nummern 10 und 11 eingefügt:

10. für die Indikation nach § 1 Nr. 6: Angabe, ob auf der Grundlage der Befunde der PET bzw. PET/CT auf eine Bestrahlung verzichtet oder ob diese wesentlich verändert wurde,

11. für die Indikation nach § 1 Nr. 8: Angabe, ob auf der Grundlage der Befunde der PET bzw. PET/CT auf eine laryngoskopische Biopsie verzichtet wurde.

c) Die bisherige Nummer 10 wird zu Nummer 12.

4. § 8 wird wie folgt geändert:

a) In Absatz 3 werden die Anführungszeichen bei den Facharztbezeichnungen entfernt.

b) In Absatz 3 werden nach den Wörtern „zum Führen der Facharztbezeichnung Thoraxchirurgie“ die Wörter „oder Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie“ eingefügt.

5. § 10 wird wie folgt geändert:

a) In Absatz 1 werden die Wörter „31. März“ durch die Wörter „30. April“ ersetzt.

b) In Absatz 2 Nummer 1 werden die Wörter „und der abrechnenden Ärzte am 1. Januar“ durch die Wörter „mit Stand 31.12. des Berichtsjahrs und der abrechnenden Ärzte“ ersetzt.

c) In Absatz 2 Nummer 1 werden die Wörter „§ 8 Abs. 6 Buchstabe c“ durch die Wörter „§ 8 Abs. 6 Nummer 3“ ersetzt.

6. § 12 wird wie folgt gefasst:

(1) Für PET-Geräte, für die bis zum Inkrafttreten dieser Fassung am 1. Oktober 2017 eine Genehmigung erteilt wurde, gilt abweichend von § 4 Nr. 1 eine Auflösung von ≤ 7 mm. Diese Geräte dürfen längstens bis zum 1. Juli 2022 verwendet werden.

(2) Ärzte, die vor Inkrafttreten dieser Fassung am 1. Oktober 2017 eine Genehmigung für Leistungen der PET bzw. PET/CT für die Indikationen nach § 1 Nr. 1–6 erhalten haben, erhalten eine Genehmigung auch für die Indikationen nach § 1 Nr. 7–8, wenn die Genehmigung innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten dieser Fassung am 1. Oktober 2017 beantragt wurde und die Erfüllung der Anforderungen an das interdisziplinäre Team nach § 5 auch für diese Indikationen nachgewiesen wurde.

7. Protokollnotizen werden wie folgt geändert:

a) Nummer 1 wird wie folgt gefasst:

Die Überprüfung der ärztlichen Dokumentation nach § 8 wird für die Indikationen nach § 1 Nr. 1–6 erstmals für das Jahr 2017, für die Indikationen nach § 1 Nr. 7–8 erstmals für das Jahr 2018 durchgeführt.

b) In Nummer 3 wird das Wort „chirurgisches“ durch die Wörter „diagnostisches oder therapeutisches“ ersetzt.

Artikel 2

Inkrafttreten

Die Änderungen treten mit Wirkung zum 01.10.2017 in Kraft.

Berlin, den 22.11.2017

Kassenärztliche Bundesvereinigung, K.d.ö.R., Berlin

GKV-Spitzenverband, K.d.ö.R., Berlin

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