ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2018Organspende: Niedrigster Stand seit 20 Jahren

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Organspende: Niedrigster Stand seit 20 Jahren

Dtsch Arztebl 2018; 115(3): A-56 / B-52 / C-52

Maybaum, Thorsten; dpa

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Die Anzahl der gespendeten Organe ist laut DSO um 9,5 Prozent auf 2 594 Organe zurückgegangen. Im Jahr 2016 waren es noch 2 867 Organe. Foto: picture alliance
Die Anzahl der gespendeten Organe ist laut DSO um 9,5 Prozent auf 2 594 Organe zurückgegangen. Im Jahr 2016 waren es noch 2 867 Organe. Foto: picture alliance

Die Zahl der Organspender ist im vergangenen Jahr erneut gesunken. Bundesweit gab es 797 Spender, 60 weniger als im Jahr zuvor, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mitteilte. Die bundesdurchschnittliche Spenderrate lag 2017 bei 9,7 Spendern pro eine Million Einwohner. Dabei war die Entwicklung innerhalb der sieben DSO-Regionen uneinheitlich. Die Regionen Bayern und Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) verzeichneten entgegen dem Bundestrend eine Zunahme an Organspenden gegenüber dem Vorjahr von 18 beziehungsweise 12 Prozent. Die Gründe für den Rückgang der Spender sieht die DSO weniger in der mangelnden Bereitschaft der Bevölkerung. Eine Ursache sei vielmehr die enorme Leistungsverdichtung in den Kliniken. Einen zentralen Schlüssel zur Verbesserung der Situation sieht die Stiftung in einer „konsequenten Berücksichtigung des Willens zur Organspende im Zuge von Behandlungsstrategien am Lebensende“. Auf den Intensivstationen müssten die Ärzte mögliche Spender erkennen und die Koordinierungsstelle informieren. Die Organspende dürfe im Alltag der Kliniken nicht in den Hintergrund geraten, sagte Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO. Er wünscht sich zudem Verbesserungen in der Organisation der rund 1 250 Kliniken, die zum Organspendesystem gehören. So habe etwa Bayern 2017 Transplantationsbeauftragte für ihre Aufgabe freigestellt. Die Organspenderzahlen in Bayern seien daraufhin gestiegen. Darüber hinaus wiederholte die DSO ihre Forderung nach einem Initiativplan mit klar definierten Handlungsschritten may/dpa

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Avatar #87626
bach
am Donnerstag, 1. Februar 2018, 17:02

Mehr Spender

würden sich finden, wenn es eine Aufwandsentschädigung gäbe, so die mir bekannte Meinung potentieller Spender.
Wenn Ärzte auf Intensivstationen den "konsequenten Willen ihrer Patienten am Lebensende zur Organspende im Zuge von Behandlungsstrategien berücksichtigen" sollen, ist es sehr schwierig, das den Angehörigen verständlich zu machen.
Immer wird nur die Organspende, nie die Gewebespende öffentlich diskutiert. An den sicher dringend benötigten und zu Arzneimittel aufgearbeiteten Geweben verdient die Pharmazie ja beträchtlich.
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