ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2018Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen und Methamphetamin

MEDIZIN: Originalarbeit

Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen und Methamphetamin

Auswertung der Daten aus 6 deutschen Bundesländern

The consumption of new psychoactive substances and methamphetamine—analysis of data from 6 German federal states

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(4): 49-55; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0049

Gomes de Matos, Elena; Hannemann, Tessa-Virginia; Atzendorf, Josefine; Kraus, Ludwig; Piontek, Daniela

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hintergrund: Der Missbrauch neuer psychoaktiver Substanzen (NPS) sowie von Methamphetamin hat erhebliche negative Folgen. Erstmals werden anhand epidemiologischer Daten von 6 Bundesländern (Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen) regionale Muster im Konsum von NPS und Methamphetamin in Deutschland beschrieben.

Methode: Die Datenbasis bildete der Epidemiologische Suchtsurvey 2015, der in den untersuchten Bundesländern um zusätzliche Fallzahlen erweitert wurde. Die für die 18- bis 64-jährige Wohnbevölkerung repräsentativen Stichproben lagen bei n = 1 916 (Bayern), n = 1 125 (Hamburg), n = 1 151 (Hessen), n = 2 008 (Nordrhein-Westfalen), n = 1 897 (Sachsen) und n = 1 543 (Thüringen). Mögliche Risikofaktoren für die Lebenszeitprävalenzen des Konsums wurden anhand logistischer Regressionen untersucht.

Ergebnisse: Die Lebenszeitprävalenz des Konsums von Methamphetamin schwankte zwischen 0,3 % (Nordrhein-Westfalen) und 2,0 % (Sachsen). Thüringen und Sachsen wiesen im Vergleich zum Durchschnitt signifikant erhöhte Werte auf. Für NPS fanden sich Zahlen zwischen 2,2 % (Bayern) und 3,9 % (Hamburg), wobei die multivariate Analyse keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Bundesländern zeigte. Höheres Alter und höherer Bildungsstand waren mit einem verringerten Konsumrisiko für NPS und Methamphetamin verbunden, Tabak- und Cannabiskonsum jeweils mit einem erhöhten Konsumrisiko.

Schlussfolgerung: Der Konsum von NPS ist über die Bundesländer hinweg gleich stark verbreitet. Methamphetamin wird selten konsumiert, wobei der Konsum in Sachsen und Thüringen vergleichsweise höher zu sein scheint. Die Analyse der Risikofaktoren muss aufgrund teils geringer Fallzahlen bezüglich des Konsums vorsichtig interpretiert werden.

Der Konsum von psychoaktiven Substanzen unterliegt einem ständigen Wandel, beispielsweise aufgrund von Lifestyle-Trends oder wechselnder Verfügbarkeit. In Deutschland wird in diesem Zusammenhang die Verbreitung von neuen psychoaktiven Substanzen (NPS) und Methamphetamin diskutiert (1).

Der Begriff NPS subsumiert synthetisch hergestellte Substanzen, die die Wirkung etablierter Drogen imitieren. In den letzten Jahren wurde ein deutlicher Anstieg der auf dem europäischen Markt erhältlichen NPS beobachtet (2, 3). Ihr Wirkspektrum erstreckt sich von cannabisähnlichen Effekten bis hin zu Wirkungen, die mit denen herkömmlicher Opioide vergleichbar sind. Die Substanzformen reichen von sogenannten Räuchermischungen, bei denen Pflanzenmaterial mit synthetischen Cannabinoiden vermengt wird (zum Beispiel dem sogenannten Spice), bis hin zu chemischen Reinsubstanzen (häufig als Research Chemicals bezeichnet). NPS bergen ein erhebliches Risiko für Intoxikationen und andere unerwünschte Nebenwirkungen (47). Die Unwissenheit über Wirkmechanismen und Langzeitrisiken der Stoffe erschwert Konsumenten, adäquate Risikominimierungsstrategien anzuwenden, und setzt sie Gefahren akuter Nebenwirkungen aus (810). Abhängigkeits- und Entzugssymptome (11) sowie zahlreiche Todesfälle wurden im Zusammenhang mit NPS berichtet (2, 3, 7, 12). Jüngere Schätzungen der 12-Monats-Prävalenz in der erwachsenen Allgemeinbevölkerung schwanken je nach Definition und Erhebungsjahr zwischen 0,2 % und 0,9 % (13, 14). Konsumentenbefragungen lassen zudem regionale Unterschiede in den Prävalenzen mit einer Schwerpunktbelastung in Bayern vermuten (15).

Methamphetamin, auch bekannt als Crystal Meth, ist chemisch eng mit Amphetamin verwandt; der Konsum birgt jedoch aufgrund der stärkeren Potenz und der längeren Halbwertszeit ein höheres Gefahrenpotenzial (16, 17). Akute und langfristige Folgen des Konsums sind beispielsweise kardiovaskuläre Erkrankungen, Psychosen, Depression oder Aggressionen (1820). Methamphetamin-Konsumenten stellen nicht nur die Notfallversorgung, sondern auch die Suchthilfe vor neue Herausforderungen, und der Bedarf an spezifischen Therapien war der Anstoß für die Veröffentlichung von Behandlungsleitlinien zu Methamphetamin-bezogenen Störungen (21).

Die deutschlandweite 12-Monats-Prävalenz des Konsums in der erwachsenen Allgemeinbevölkerung wird auf 0,2 % geschätzt (12). Allerdings weisen Behandlungs- und Kriminalstatistiken auf eine erhöhte Belastung in Bundesländern nahe der Tschechischen Republik hin, was mit der dortigen Ansiedlung von Produktionsstätten erklärt wird (17, 2224). Die vorliegende Studie untersucht und vergleicht die Verbreitung von NPS und Methamphetamin in 6 deutschen Bundesländern. Somit können vermutete regionale Unterschiede in einer repräsentativen Stichprobe der Wohnbevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren aufgezeigt werden. Konkrete Ziele sind die Darstellung von

  • Konsumprävalenzen und Konsumfrequenz
  • Risikofaktoren des Konsums
  • vorherrschende Konsumformen von NPS
  • Häufigkeiten des klinisch relevanten Methamphetaminkonsums.

Methode

Design und Stichprobe

Die Datenbasis bildete der Epidemiologische Suchtsurvey (ESA) 2015, eine bundesweite Befragung zum Konsum psychoaktiver Substanzen in der deutschen Wohnbevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren. Die Stichproben wurden in einem 2-stufigen Verfahren ausgewählt. Zunächst wurde eine geografisch repräsentative Stichprobe in Gemeinden/Stadtteilen ermittelt. Aus deren Einwohnermelderegistern wurden anschließend proportional zur Grundgesamtheit Personenadressen gezogen. In den 6 Bundesländern Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen wurde die Stichprobe hinsichtlich der Fallzahlen aufgestockt, was repräsentative Aussagen für diese Bundesländer ermöglicht. Nicht erreicht werden durch dieses Verfahren bestimmte Bevölkerungsgruppen, beispielsweise wohnungslose, inhaftierte oder in stationärer Behandlung befindliche Personen. Die Daten wurden in einem Methodenmix aus telefonischen, schriftlichen und internetbasierten Befragungen erhoben.

Die bereinigten Stichprobengrößen lagen bei n = 1 916 (Bayern), n = 1 125 (Hamburg), n = 1 151 (Hessen), n = 2 008 (Nordrhein-Westfalen), n = 1 897 (Sachsen) und n = 1 543 (Thüringen). Die Nettoausschöpfung schwankte zwischen 50,1 % (Hamburg) und 60,2 % (Sachsen). Eine ausführliche Beschreibung des Studiendesigns findet sich in spezifischen Publikationen sowie auf der Internetseite der Studie (www.esa-survey.de) (25, 26).

Instrumente

Die Studienteilnehmer wurden gefragt, ob sie NPS beziehungsweise Methamphetamin jemals (Lebenszeitprävalenz), in den letzten 12 Monaten (12-Monats-Prävalenz) oder in den letzten 30 Tagen (30-Tage-Prävalenz) konsumiert hatten. Personen mit Methamphetamin-Konsum in den letzten 12 Monaten wurden gebeten, die Häufigkeit des Konsums in dieser Zeit anzugeben (Konsumfrequenz). Berichtet werden die 3 Kategorien „einmal“, „2- bis 9-mal“ und „mindestens 10-mal“.

Personen mit NPS-Konsum in den letzten 12 Monaten wurden nach der Konsumform gefragt (Kräutermischungen zum Rauchen, Kristalle beziehungsweise Tabletten, Flüssigkeiten). Mehrfachnennungen waren möglich.

Klinisch relevanter Konsum von Methamphetamin in den letzten 12 Monaten wurde anhand der Severity of Dependence Scale (SDS) erfasst (27). Diese erfragt Probleme beim Konsumverzicht und Kontrollverlust. Indikatoren des Konsums anderer Substanzen waren die durchschnittliche tägliche Alkoholmenge (Gramm Reinalkohol) in den letzten 12 Monaten sowie der Konsum von Tabak beziehungsweise Cannabis im selben Zeitraum (ja/nein).

Als soziodemografische Variablen wurden Geschlecht, Alter und Bildungsstand einbezogen. Letzterer wurde auf Basis der International Standard Classification of Education (ISCED) erfasst und in 3 Gruppen kategorisiert (28, 29). Eine geringe Bildung wurde bei einem Schulabschluss bis mittlerer Reife (oder äquivalent) ohne berufliche Ausbildung angenommen, eine mittlere Bildung bei beruflicher Ausbildung oder einer Hochschulzugangsberechtigung und eine hohe Bildung bei Hochschul- oder Meisterabschluss.

Statistische Analysen

Die Konsumindikatoren werden nach Bundesländern getrennt dargestellt. Zur Verbreitung des Konsums sowie der Konsumform (NPS) werden Prävalenzen und Fallzahlen berichtet. Für die übrigen Indikatoren werden aufgrund der geringen Anzahl von Nennungen lediglich Fallzahlen aufgeführt.

Potenzielle Risikofaktoren des Konsums (Lebenszeit) von NPS beziehungsweise Methamphetamin wurden jeweils anhand logistischer Regression untersucht. Prädiktoren waren Bundesland, Geschlecht, Alter, Bildungsstand und der Konsum anderer Substanzen. Referenzkategorie der Variable Bundesland war der Durchschnittswert aller betrachteten Bundesländer.

Die Prävalenzen und Regressionsschätzer wurden unter Verwendung einer Gewichtungsvariablen berechnet. Dadurch wurden die Daten hinsichtlich Alter, Geschlecht, Schulbildung und Gemeindegröße mathematisch an die Verteilung der Bevölkerung der Bundesländer angepasst. Auf der Gewichtungsvariable erhielt jede Person einen Wert, der sich aus der Verteilung auf den genannten soziodemografischen Merkmalen errechnete. Personen aus Bevölkerungsgruppen, die in der Stichprobe unterrepräsentiert waren, erhielten Werte über 1 und somit ein stärkeres Gewicht. Personen aus überrepräsentierten Bevölkerungsgruppen gingen hingegen mit einem Wert unter 1 mit geringerem Gewicht in die Berechnung ein. Die Verwendung gewichteter Daten erlaubt keine direkte Umrechnung von Fallzahlen in Prozentwerte. Alle Auswertungen erfolgten mit Stata 14.1 (Stata Corp LP, College Station, TX, USA).

Ergebnisse

Neue psychoaktive Substanzen

Die Lebenszeitprävalenz des Konsums von NPS schwankte zwischen 2,2 % (n = 59) in Bayern und 3,9 % (n = 41) in Hamburg (Grafik 1). Die 12-Monats-Prävalenz lag bei maximal 1,4 % in Hamburg (n = 17) und Sachsen (n = 19). Den Konsum von NPS in den letzten 30 Tagen gaben lediglich Probanden in Sachsen und Thüringen an (je 0,1 %, n = 4 beziehungsweise n = 2).

Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen
Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen
Grafik 1
Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen

Multivariate Analysen zeigten keine bundeslandspezifischen Abweichungen der Lebenszeitprävalenz vom Durchschnittswert (Tabelle 1). Geschlechterunterschiede wurden ebenfalls nicht festgestellt. Höheres Alter und ein höherer Bildungsstand waren mit einem verringerten Konsumrisiko verbunden. Dagegen waren der Konsum von größeren Alkoholmengen sowie von Tabak und Cannabis mit einer höheren Konsumprävalenz von NPS assoziiert.

Ergebnisse der logistischen Regressionen zur Vorhersage der Lebenszeitprävalenz von neuen psychoaktiven Substanzen und Methamphetamin
Ergebnisse der logistischen Regressionen zur Vorhersage der Lebenszeitprävalenz von neuen psychoaktiven Substanzen und Methamphetamin
Tabelle 1
Ergebnisse der logistischen Regressionen zur Vorhersage der Lebenszeitprävalenz von neuen psychoaktiven Substanzen und Methamphetamin

In den meisten Bundesländern gab der Großteil der Konsumenten an, NPS in Form von Kräutermischungen geraucht zu haben (Tabelle 2). In Bayern (90,9 %) und Sachsen (89,6 %) war der entsprechende Prozentsatz am höchsten. Lediglich in Nordrhein-Westfalen waren Kristalle/Tabletten am weitesten verbreitet (84,3 %). In Sachsen wurden alle Konsumformen auf hohem Niveau etwa gleich häufig genannt.

Form der konsumierten NPS nach Bundesland
Form der konsumierten NPS nach Bundesland
Tabelle 2
Form der konsumierten NPS nach Bundesland

Methamphetamin

Die Lebenszeitprävalenz des Konsums von Methamphetamin war in Sachsen am höchsten (2,0 %, n = 28), gefolgt von Thüringen (1,7 %, n = 32) und Bayern (1,1 %, n = 19; Grafik 2). Nordrhein-Westfalen wies die niedrigste Prävalenz auf (0,3 %, n = 4). Die 12-Monats-Prävalenz variierte zwischen 0,0 % in Hessen und 0,8 % in Thüringen (n = 15). Den Konsum innerhalb der letzten 30 Tage vor der Befragung berichteten lediglich Probanden in Thüringen (0,2 %, n = 6) und Hamburg (0,3 %, n = 1).

Konsum von Methamphetamin
Konsum von Methamphetamin
Grafik 2
Konsum von Methamphetamin

Personen aus Sachsen und Thüringen zeigten damit im Vergleich der Bundesländer ein überdurchschnittliches Risiko für einen Lebenszeitkonsum (Tabelle 1). Höheres Alter und höherer Bildungsstand waren mit einem verringerten Risiko verbunden, Tabak- und Cannabiskonsum hingegen mit einem erhöhten Risiko.

Auf deskriptiver Ebene variierten die Konsumfrequenzen zwischen den Bundesländern (Tabelle 3): Während in Hamburg und Nordrhein-Westfalen keiner der Konsumenten den mindestens 10-maligen Konsum angab, waren es in Bayern eine (von 9), in Thüringen 7 (von 15) und in Sachsen 3 (von 4) Personen. Keiner der Methamphetamin-Konsumenten in Sachsen berichtete den nur einmaligen Konsum.

Konsumfrequenz bei den Methamphetamin-Konsumenten (12 Monate) nach Bundesland
Konsumfrequenz bei den Methamphetamin-Konsumenten (12 Monate) nach Bundesland
Tabelle 3
Konsumfrequenz bei den Methamphetamin-Konsumenten (12 Monate) nach Bundesland

Über alle 6 Bundesländer hinweg zeigten 9 Personen Hinweise auf eine klinisch relevante Einnahme von Methamphetamin. Davon kamen je eine Person aus Bayern und Nordrhein-Westfalen, 2 Personen aus Sachsen und 5 Personen aus Thüringen.

Diskussion

In der vorliegenden Studie wurde die Verbreitung des Konsums von NPS und Methamphetamin in 6 deutschen Bundesländern sowie vermutete regionale Unterschiede anhand einer repräsentativen Stichprobe der erwachsenen Wohnbevölkerung untersucht. Detailliertere Analysen erfolgten dabei vorrangig deskriptiv auf Basis von Fallzahlen, da der Konsum der Substanzen nur von sehr wenigen Befragten angegeben wurde. Trotz des explorativen Charakters liefert die Studie wichtige Erkenntnisse zur Verbreitung der Substanzen, zu denen bisher kaum epidemiologische Daten vorliegen.

In Deutschland stellen NPS nach Cannabis die zweithäufigsten illegalen Substanzen dar (13, 30). Da nur in wenigen Ländern NPS in vergleichbarer Form erfasst werden, ist ein internationaler Vergleich schwierig. In den USA wurden Lebenszeitprävalenzen um 20 % geschätzt (31). Der Unterschied zu Deutschland ist dabei vermutlich überschätzt, da NPS in der amerikanischen Studie für jede Substanzgruppe gesondert, und damit etwas detaillierter, aufgeführt wurden. Die deutliche Diskrepanz zwischen den Prävalenzen weist jedoch darauf hin, dass auch bei gleicher Definition die Konsumprävalenz in Deutschland niedriger liegt. Unterschiede zwischen Bundesländern fanden sich in der aktuellen Untersuchung nicht. Hinweise auf eine stärkere Verbreitung in Bayern, die in anderen Studien vermutet wurde (15), konnten somit nicht bestätigt werden.

Kräutermischungen zum Rauchen waren in allen Bundesländern eine häufige Konsumform unter NPS-Nutzern. Gerade diese Stoffe können aufgrund der stetig wechselnden, unbekannten Substanzen, die sich in den Produkten befinden, schwerwiegende Nebenwirkungen auslösen (6, 32). Kristalle und Tabletten wurden vor allem in Nordrhein-Westfalen und Sachsen konsumiert. In Sachsen wurde zudem der höchste Konsum von flüssigen NPS berichtet. Aufgrund geringer Fallzahlen sind diese regionalen Muster jedoch lediglich als Hinweise zu sehen, die weiterer Prüfung bedürfen.

Verschiedene Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich der Konsum von NPS nicht auf eine spezifische Populationsgruppe beschränkt, sondern beispielsweise unter Partygängern (33), Schülern (30, 34) sowie in der offenen Drogenszene (35) verbreitet ist. Ein kontinuierliches Monitoring neuer psychoaktiver Substanzen kann helfen, Schlüsselpersonen wie Notärzte, Suchthilfemitarbeiter, aber auch politische Entscheidungsträger frühzeitig über neue Entwicklungen zu informieren.

Die Lebenszeitprävalenz des Konsums von Methamphetamin lag in Thüringen und Sachsen höher als in anderen Bundesländern. Damit zeigen epidemiologische Daten ein vermehrtes Vorkommen in den Bundesländern, die auch in Bezug auf Sicherstellungen oder Behandlungsdaten auffallen (22, 24). Es wird davon ausgegangen, dass die Grenznähe zur Tschechischen Republik ursächlich ist, da dort ein Großteil des in Europa verfügbaren Methamphetamins produziert wird (15). Gleichzeitig lassen die unterschiedlichen Studien für Bayern als angrenzendes Bundesland kein eindeutiges Bild erkennen. Die Gründe dafür sowie möglicherweise die Ableitung von Implikationen für die Prävention bleiben zu untersuchen.

Im Vergleich zu NPS wird Methamphetamin deutlich weniger konsumiert. Im internationalen Vergleich fällt zudem eine weitaus geringere Verbreitung in Deutschland als in den USA, Australien oder Südostasien auf (16). Beispielsweise liegt die Lebenszeitprävalenz in den USA bei 5,9 % (36). Wegen des hohen Risikos für gesundheitliche Folgen sollten jedoch selektive und indizierte Präventions- und Interventionsmaßnahmen für Risikogruppen etabliert werden. Da der Großteil der Bevölkerung bisher keinen Kontakt zu Methamphetamin hatte, sind bundesweite Großkampagnen hingegen nicht zu empfehlen. Diese bergen das Risiko, die Aufmerksamkeit auf die Substanz zu lenken und die Verbreitung der Droge zu fördern (37).

Obwohl Studien zur Konsummotivation zeigen, dass die Substanz oftmals zur Leistungssteigerung eingenommen wird (23), weisen die geringen Prävalenzen darauf hin, dass Methamphetamin in keinem Bundesland die Rolle der „Alltagsdroge“ hat, wie teilweise medial dargestellt wird (1). Allerdings schätzt die Europäische Drogenbeobachtungsstelle den Schaden der öffentlichen Gesundheit durch Methamphetamin aufgrund der starken negativen Wirkungen schon bei niedrigen Prävalenzen als erheblich ein (17).

Zusätzlich zum Bundesland (bei Methamphetamin) waren ein jüngeres Alter, niedriger Bildungsstand und der Konsum anderer psychoaktiver Substanzen mit dem Konsum sowohl von NPS als auch von Methamphetamin verbunden. Diese Risikofaktoren unterscheiden sich nicht von denen, die bezüglich anderer illegaler Drogen bereits bekannt sind (38). Allerdings sind diese Ergebnisse insbesondere in Bezug auf Methamphetamin wegen geringer Konsumentenzahlen mit Vorsicht zu interpretieren und bedürfen weiterer Prüfung.

Limitationen

Im Gegensatz zu anderen Datenquellen zur Verbreitung des Drogenkonsums, wie beispielsweise Abwasseranalysen, erlauben epidemiologische Befragungen, individuelle Konsummuster zu erfassen. Allerdings können stark marginalisierte oder institutionalisierte Bevölkerungsgruppen durch solche Befragungen kaum erreicht werden (39). Zudem besteht das Risiko, die Prävalenz aufgrund sozial erwünschter Antworttendenzen zu unterschätzen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Verzerrung durch das Antwortverhalten regional gleichermaßen ausgeprägt ist, und den Vergleich zwischen Bundesländern nicht beeinflusst. Trotz einer beachtlichen Stichprobengröße führten die geringen Konsumprävalenzen dazu, dass von einer geschlechterstratifizierten Darstellung abgesehen wurde. In der multivariaten Analyse zeigten sich jedoch keine Geschlechtsunterschiede, die eine solche Stratifizierung erfordern würde. Als weitere Limitation der Studie ist die Klassifizierung von Substanzen als NPS durch die Probanden zu sehen (40). Obwohl eine international übliche Erläuterung des Begriffs vorgegeben wurde, bleibt unklar, ob die Befragten die konsumierten Substanzen korrekt zuordneten. In ähnlicher Weise bleibt offen, inwieweit Konsumenten aufgrund von Beimischungen oder Verunreinigungen beurteilen können, welche Stoffe sie einnehmen. Die Antworten der Probanden sind jedoch als Vorsatz zum Konsumieren zu verstehen und nicht als Angabe zur tatsächlichen chemischen Zusammensetzung der angewendeten Substanzen.

Resümee

Die vorliegenden Daten zeigen, dass der Konsum von NPS im Vergleich zu anderen illegalen Drogen einen höheren Prozentsatz der Bevölkerung in Deutschland betrifft. Dies ist vor allem für Notaufnahmen und Suchthilfeeinrichtungen bedeutsam, da diese mit den teilweise verheerenden Folgen eines NPS-Konsums konfrontiert werden. Hinweise auf regionale Unterschiede in den untersuchten 6 Bundesländern gibt es nicht. Methamphetamin wird auf der Ebene der Gesamtbevölkerung nur von einem sehr kleinen Anteil konsumiert. Auffällig ist eine vergleichsweise hohe Prävalenz in Thüringen und Sachsen. Nicht nur die Suchthilfe ist von dieser regionalen Belastung betroffen; alle Bereiche der medizinischen Versorgung in diesen Regionen müssen auf diese spezielle Herausforderung eingestellt sein.

Förderhinweis

Der Epidemiologische Suchtsurvey (ESA) 2015 wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Gesundheit BMG gefördert (AZ: IIA5 2514DSM200).

Die Zusatzstichproben und die Landesauswertungen wurden durch die Länderministerien gefördert:

– Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

– Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg

– Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

– Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen

– Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz

– Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit.

Mit der Förderung sind keine Auflagen verbunden.

Interessenkonflikt

Prof. Kraus und Dr. Piontek wurden in einem Forschungsprojekt zur Epidemiologie von Alkoholabhängigkeit von Lundbeck GmbH gefördert.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 27. 6. 2017, revidierte Fassung angenommen: 19. 10. 2017

Anschrift für die Verfasser
Dipl.-Psych. Elena Gomes de Matos
IFT Institut für Therapieforschung
Leopoldstraße 175, 80804 München
gomesdematos@ift.de

Zitierweise
Gomes de Matos E, Hannemann TV, Atzendorf J, Kraus L, Piontek D:
The consumption of new psychoactive substances and methamphetamine—analysis of data from 6 German federal states. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 49–55. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0049

►The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

1.
Betzler F, Heinz A, Köhler S: Synthetic drugs—an overview of important and newly emerging substances. Fortschr Neurol Psychiatr 2016; 84: 690–848 MEDLINE
2.
European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA): New psychoactive substances in Europe. An update from the EU Early Warning System. Luxembourg: Publications Office of the European Union 2015. www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/65/TD0415135ENN.pdf (last accessed on 4 December 2017).
3.
European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA): Europäischer Drogenbericht 2016: Trends und Entwicklungen. Luxemburg: Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union 2016. www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/2637/TDAT16001DEN.pdf (last accessed on 4 December 2017).
4.
Hohmann N, Mikus G, Czock D: Effects and risks associated with novel psychoactive substances: mislabeling and sale as bath salts, spice, and research chemicals. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 139–47 VOLLTEXT
5.
Tait RJ, Caldicott D, Mountain D, Hill SL, Lenton S: A systematic review of adverse events arising from the use of synthetic cannabinoids and their associated treatment. Clin Toxicol 2017; 54: 1–13 CrossRef MEDLINE
6.
Zamengo L, Frison G, Bettin C, Sciarrone R: Understanding the risks associated with the use of new psychoactive substances (NPS): High variability of active ingredients concentration, mislabelled preparations, multiple psychoactive substances in single products. Toxicol Lett 2014; 229: 220–8 CrossRef MEDLINE
7.
Baumann MH, Solis E, Watterson LR, Marusich JA, Fantegrossi WE, Wiley JL: Symposium bath salts, spice, and related designer drugs: The science behind the headlines. J Neurosci 2014; 34: 15150–8 CrossRef MEDLINE PubMed Central
8.
Chase PB, Hawkins J, Mosier J, et al.: Differential physiological and behavioral cues observed in individuals smoking botanical marijuana versus synthetic cannabinoid drugs. Clin Toxicol 2016; 54: 14–9 CrossRef MEDLINE
9.
Livak V, Ehemann M, Pilz-Gerhardinger M, Werner P, Epoupa L, Tretter F: „Badesalz“-Psychosen – Klinische Aspekte. Sucht 2013; 59: 55–60 CrossRef
10.
Zaurova M, Hoffamnn RS, Vlahov D, Manini AF: Clinical effects of synthetic cannabinoid receptor agonists compared with marijuana in emergency department patients with acute drug overdose. J Med Toxicol 2016; 12: 335–40 CrossRef MEDLINE PubMed Central
11.
Zimmermann US, Winkelmann PR, Pilhatsch M, Nees JA, Spanagel R, Schulz K: Withdrawal phenomena and dependence syndrome after the consumption of „Spice Gold“. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 464–7 VOLLTEXT
12.
Herrmanns-Clausen M, Kneisel S, Szabo B, Auwärter V: Acute toxicity due to the confirmed consumption of synthetic cannabinoids: clinical and laboratory findings. Addiction 2013; 108: 534–44 CrossRef MEDLINE
13.
Gomes de Matos E, Atzendorf J, Kraus L, Piontek D: Substanzkonsum in der Allgemeinbevölkerung in Deutschland. Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurveys 2015. Sucht 2016; 62: 271–81 CrossRef
14.
Pabst A, Kraus L, Gomes de Matos E, Piontek D: Substanzkonsum und substanzbezogene Störungen in Deutschland im Jahr 2012. Sucht 2013; 59: 321–33 CrossRef
15.
Werse B, Morgenstern C: Abschlussbericht: Online-Befragung zum Thema „Legal Highs.“ Frankfurt am Main: Goethe-Universität, Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung, Centre for Drug Research; 2012. www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Drogen_und_Sucht/Berichte/Forschungsbericht/Abschlussbericht_Online-Befragung_zum_Thema__Legal_ Highs_.pdf (last accessed on 4 December 2017).
16.
United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC): World Drug Report 2014. Vienna: United Nations Publication 2014. www.unodc.org/documents/wdr2014/World_Drug_Report_2014_web.pdf (last accessed on 4 December 2017).
17.
European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA): Exploring methamphetamine trends in Europe. Luxembourg: Publications Office of the European Union 2014. www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/787/TDAU14001ENN_460800.pdf (last accessed on 4 December 2017).
18.
Kaye S, Mc Ketin R, Duflou J, Darke S: Methamphetamine and cardiovascular pathology: a review of the evidence. Addiction 2007; 102: 1204–11 CrossRef MEDLINE
19.
Courtney KE, Ray LA: Methamphetamine: An update on epidemiology, pharmacology, clinical phenomenology, and treatment literature. Drug Alcohol Depend 2014; 143: 11–21 CrossRef MEDLINE PubMed Central
20.
Darke S, Kaye S, Ketin RMC, Duflou J: Major physical and psychological harms of methamphetamine use. Drug Alcohol Rev 2008; 27: 253–62 CrossRef MEDLINE
21.
Gouzoulis-Mayfrank E, Härtel-Petri R, Hamdorf W, Havemann-Reinecke U, Mühlig S, Wodarz N: Clinical practice guideline: Methamphetamine-related disorders. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 455–61 VOLLTEXT
22.
Bundeskriminalamt (BKA): Rauschgiftkriminalität: Bundeslagebild 2015. Wiesbaden: Bundeskriminalamt 2016. www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/Rauschgiftkriminalitaet/2015RauschgiftBundeslagebildZ.pdf (last accessed on 4 December 2017).
23.
Milin S, Lotzin A, Degkwitz P, Verthein U, Schäfer I: Amphetamin und Methamphetamin – Personengruppen mit missbräuchlichem Konsum und Ansatzpunkte für präventive Maßnahmen. Hamburg: Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung 2014.
24.
Piontek D, Pfeiffer-Gerschel T, Jakob L, Pabst A, Kraus L: Sekundäranalysen im Rahmen des BMG-Projekts „Missbrauch von Amphetaminen in Deutschland: Studie zur Motivation und zu den Konsumgewohnheiten von missbräuchlich Amphetaminkonsumierenden“. München: IFT Institut für Therapieforschung 2014.
25.
Piontek D, Kraus L, Gomes de Matos E, Atzendorf J: Der Epidemiologische Suchtsurvey 2015: Studiendesign und Methodik. Sucht 2016; 62: 259–69 CrossRef
26.
Piontek D, Gomes de Matos E, Atzendorf J, Kraus L: Substanzkonsum und Hinweise auf klinisch relevanten Konsum in Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein Westfalen, Sachsen und Thüringen. Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurvey 2015. München: IFT Institut für Therapieforschung; 2017. www.esa-survey.de/fileadmin/user_upload/esa_laenderberichte/Bd_189_ESA_2015.pdf (last accessed on 4 December 2017).
27.
Gossop M, Darke S, Griffiths P, et al.: The Severity of Dependence Scale (SDS): psychometric properties of the SDS in English and Australian samples of heroin, cocaine and amphetamine users. Addiction 1995; 90: 607–14 CrossRef MEDLINE
28.
Schroedter JH, Lechert Y, Lüttinger P: Die Umsetzung der Bildungsskala ISCED-1997 für die Volkszählung 1970, die Mikrozensus-Zusatzerhebung 1971 und die Mikrozensen 1976–2004 (Version 1). Mannheim: ZUMA-Methodenbericht 2006/08; 2006. www.gesis.org/angebot/publikationen/archiv/zuma-und-za-publikationen/zuma-methodenberichte/2006 (last accessed on 29 November 2017).
29.
UNESCO Institute for Statistics: International Standard Classification of Education ISCED 1997. www.unesco.org/education/information/nfsunesco/doc/isced_1997.htm (last accessed on 4 December 2017).
30.
Kraus L, Piontek D, Seitz NN, Schoeppe M: Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen 2015 (ESPAD): Befragung von Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klasse in Bayern. (IFT-Berichte Bd. 188). München: IFT Institut für Therapieforschung 2016.
31.
Palamar JJ, Martins SS, Su MK, Ompad DC: Self-reported use of novel psychoactive substances in a US nationally representative survey: prevalence, correlates, and a call for new survey methods to prevent underreporting. Drug Alcohol Dep 2015; 156, 112–9 CrossRef MEDLINE PubMed Central
32.
Zuba D, Byrska B, Maciow M: Comparison of “herbal highs” composition. Anal Bioanal Chem 2011; 400: 119–26 CrossRef MEDLINE
33.
Hannemann TV, Kraus L, Piontek D: Consumption patterns of nightlife attendees in Munich: a latent-class analysis. Subst Use Misuse 2017; 52: 1532–2491 CrossRef MEDLINE
34.
European Commission: Flash Eurobarometer 401. Young people and drugs. Brüssel: European Commission; 2014. www.ec.europa.eu/commfrontoffice/publicopinion/flash/fl_401.pdf (last accessed on 4 December 2017).
35.
European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA): Perspectives on drugs: injection of synthetic cathinones. Luxembourg: Publications Office of the European Union 2015. www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/2754/Synthetic%20cathinones_updated2015.pdf (last accessed on 4 December 2017).
36.
Center for Behavioral Health Statistics and Quality: Results from the 2016 national survey on drug use and health: detailed tables. Rockville, MD: Substance Abuse and Mental Health Services Administration 2017.
37.
Bühler A, Thrul J: Expertise zur Suchtprävention. Forschung und Praxis der Gesund­heits­förder­ung, Band 46. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2013.
38.
Höhne B, Pabst A, Hannemann TV, Kraus L: Patterns of concurrent alcohol, tobacco, and cannabis use in Germany: prevalence and correlates. Drug Educ Prev Polic 2014; 21: 102–9 CrossRef
39.
Fazel S, Khosla V, Doll H, Geddes J: The prevalence of mental disorders among the homeless in Western countries: systematic review and meta-regression analysis. PLOS Medicine 2008; 5: 1670–81 CrossRef MEDLINE PubMed Central
40.
Werse B, Kamphausen G, Egger D, Sarvari L, Müller D: MoSyD Jahresbericht 2014. Drogentrends in Frankfurt am Main. Frankfurt a. M.: Centre for Drug Research 2015.
IFT Institut für Therapieforschung, München: Dipl.-Psych. Gomes de Matos, Hannemann,
M. Sc. Psychology, Dipl.-Soz. Atzendorf, Prof. Dr. phil. Kraus, Dr. phil. Piontek
Institut für Psychologie, Universität Hildesheim: Dipl.-Psych. Gomes de Matos
Centre for Social Research on Alcohol and Drugs (SoRAD), Stockholm University, Schweden:
Prof. Dr. phil. Kraus
Der klinische Aspekt
Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen
Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen
Grafik 1
Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen
Konsum von Methamphetamin
Konsum von Methamphetamin
Grafik 2
Konsum von Methamphetamin
Ergebnisse der logistischen Regressionen zur Vorhersage der Lebenszeitprävalenz von neuen psychoaktiven Substanzen und Methamphetamin
Ergebnisse der logistischen Regressionen zur Vorhersage der Lebenszeitprävalenz von neuen psychoaktiven Substanzen und Methamphetamin
Tabelle 1
Ergebnisse der logistischen Regressionen zur Vorhersage der Lebenszeitprävalenz von neuen psychoaktiven Substanzen und Methamphetamin
Form der konsumierten NPS nach Bundesland
Form der konsumierten NPS nach Bundesland
Tabelle 2
Form der konsumierten NPS nach Bundesland
Konsumfrequenz bei den Methamphetamin-Konsumenten (12 Monate) nach Bundesland
Konsumfrequenz bei den Methamphetamin-Konsumenten (12 Monate) nach Bundesland
Tabelle 3
Konsumfrequenz bei den Methamphetamin-Konsumenten (12 Monate) nach Bundesland
1. Betzler F, Heinz A, Köhler S: Synthetic drugs—an overview of important and newly emerging substances. Fortschr Neurol Psychiatr 2016; 84: 690–848 MEDLINE
2. European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA): New psychoactive substances in Europe. An update from the EU Early Warning System. Luxembourg: Publications Office of the European Union 2015. www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/65/TD0415135ENN.pdf (last accessed on 4 December 2017).
3. European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA): Europäischer Drogenbericht 2016: Trends und Entwicklungen. Luxemburg: Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union 2016. www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/2637/TDAT16001DEN.pdf (last accessed on 4 December 2017).
4.Hohmann N, Mikus G, Czock D: Effects and risks associated with novel psychoactive substances: mislabeling and sale as bath salts, spice, and research chemicals. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 139–47 VOLLTEXT
5. Tait RJ, Caldicott D, Mountain D, Hill SL, Lenton S: A systematic review of adverse events arising from the use of synthetic cannabinoids and their associated treatment. Clin Toxicol 2017; 54: 1–13 CrossRef MEDLINE
6. Zamengo L, Frison G, Bettin C, Sciarrone R: Understanding the risks associated with the use of new psychoactive substances (NPS): High variability of active ingredients concentration, mislabelled preparations, multiple psychoactive substances in single products. Toxicol Lett 2014; 229: 220–8 CrossRef MEDLINE
7. Baumann MH, Solis E, Watterson LR, Marusich JA, Fantegrossi WE, Wiley JL: Symposium bath salts, spice, and related designer drugs: The science behind the headlines. J Neurosci 2014; 34: 15150–8 CrossRef MEDLINE PubMed Central
8. Chase PB, Hawkins J, Mosier J, et al.: Differential physiological and behavioral cues observed in individuals smoking botanical marijuana versus synthetic cannabinoid drugs. Clin Toxicol 2016; 54: 14–9 CrossRef MEDLINE
9. Livak V, Ehemann M, Pilz-Gerhardinger M, Werner P, Epoupa L, Tretter F: „Badesalz“-Psychosen – Klinische Aspekte. Sucht 2013; 59: 55–60 CrossRef
10. Zaurova M, Hoffamnn RS, Vlahov D, Manini AF: Clinical effects of synthetic cannabinoid receptor agonists compared with marijuana in emergency department patients with acute drug overdose. J Med Toxicol 2016; 12: 335–40 CrossRef MEDLINE PubMed Central
11. Zimmermann US, Winkelmann PR, Pilhatsch M, Nees JA, Spanagel R, Schulz K: Withdrawal phenomena and dependence syndrome after the consumption of „Spice Gold“. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 464–7 VOLLTEXT
12. Herrmanns-Clausen M, Kneisel S, Szabo B, Auwärter V: Acute toxicity due to the confirmed consumption of synthetic cannabinoids: clinical and laboratory findings. Addiction 2013; 108: 534–44 CrossRef MEDLINE
13. Gomes de Matos E, Atzendorf J, Kraus L, Piontek D: Substanzkonsum in der Allgemeinbevölkerung in Deutschland. Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurveys 2015. Sucht 2016; 62: 271–81 CrossRef
14. Pabst A, Kraus L, Gomes de Matos E, Piontek D: Substanzkonsum und substanzbezogene Störungen in Deutschland im Jahr 2012. Sucht 2013; 59: 321–33 CrossRef
15. Werse B, Morgenstern C: Abschlussbericht: Online-Befragung zum Thema „Legal Highs.“ Frankfurt am Main: Goethe-Universität, Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung, Centre for Drug Research; 2012. www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Drogen_und_Sucht/Berichte/Forschungsbericht/Abschlussbericht_Online-Befragung_zum_Thema__Legal_ Highs_.pdf (last accessed on 4 December 2017).
16. United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC): World Drug Report 2014. Vienna: United Nations Publication 2014. www.unodc.org/documents/wdr2014/World_Drug_Report_2014_web.pdf (last accessed on 4 December 2017).
17. European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA): Exploring methamphetamine trends in Europe. Luxembourg: Publications Office of the European Union 2014. www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/787/TDAU14001ENN_460800.pdf (last accessed on 4 December 2017).
18.Kaye S, Mc Ketin R, Duflou J, Darke S: Methamphetamine and cardiovascular pathology: a review of the evidence. Addiction 2007; 102: 1204–11 CrossRef MEDLINE
19. Courtney KE, Ray LA: Methamphetamine: An update on epidemiology, pharmacology, clinical phenomenology, and treatment literature. Drug Alcohol Depend 2014; 143: 11–21 CrossRef MEDLINE PubMed Central
20. Darke S, Kaye S, Ketin RMC, Duflou J: Major physical and psychological harms of methamphetamine use. Drug Alcohol Rev 2008; 27: 253–62 CrossRef MEDLINE
21.Gouzoulis-Mayfrank E, Härtel-Petri R, Hamdorf W, Havemann-Reinecke U, Mühlig S, Wodarz N: Clinical practice guideline: Methamphetamine-related disorders. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 455–61 VOLLTEXT
22. Bundeskriminalamt (BKA): Rauschgiftkriminalität: Bundeslagebild 2015. Wiesbaden: Bundeskriminalamt 2016. www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/Rauschgiftkriminalitaet/2015RauschgiftBundeslagebildZ.pdf (last accessed on 4 December 2017).
23. Milin S, Lotzin A, Degkwitz P, Verthein U, Schäfer I: Amphetamin und Methamphetamin – Personengruppen mit missbräuchlichem Konsum und Ansatzpunkte für präventive Maßnahmen. Hamburg: Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung 2014.
24. Piontek D, Pfeiffer-Gerschel T, Jakob L, Pabst A, Kraus L: Sekundäranalysen im Rahmen des BMG-Projekts „Missbrauch von Amphetaminen in Deutschland: Studie zur Motivation und zu den Konsumgewohnheiten von missbräuchlich Amphetaminkonsumierenden“. München: IFT Institut für Therapieforschung 2014.
25. Piontek D, Kraus L, Gomes de Matos E, Atzendorf J: Der Epidemiologische Suchtsurvey 2015: Studiendesign und Methodik. Sucht 2016; 62: 259–69 CrossRef
26. Piontek D, Gomes de Matos E, Atzendorf J, Kraus L: Substanzkonsum und Hinweise auf klinisch relevanten Konsum in Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein Westfalen, Sachsen und Thüringen. Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurvey 2015. München: IFT Institut für Therapieforschung; 2017. www.esa-survey.de/fileadmin/user_upload/esa_laenderberichte/Bd_189_ESA_2015.pdf (last accessed on 4 December 2017).
27. Gossop M, Darke S, Griffiths P, et al.: The Severity of Dependence Scale (SDS): psychometric properties of the SDS in English and Australian samples of heroin, cocaine and amphetamine users. Addiction 1995; 90: 607–14 CrossRef MEDLINE
28. Schroedter JH, Lechert Y, Lüttinger P: Die Umsetzung der Bildungsskala ISCED-1997 für die Volkszählung 1970, die Mikrozensus-Zusatzerhebung 1971 und die Mikrozensen 1976–2004 (Version 1). Mannheim: ZUMA-Methodenbericht 2006/08; 2006. www.gesis.org/angebot/publikationen/archiv/zuma-und-za-publikationen/zuma-methodenberichte/2006 (last accessed on 29 November 2017).
29.UNESCO Institute for Statistics: International Standard Classification of Education ISCED 1997. www.unesco.org/education/information/nfsunesco/doc/isced_1997.htm (last accessed on 4 December 2017).
30. Kraus L, Piontek D, Seitz NN, Schoeppe M: Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen 2015 (ESPAD): Befragung von Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klasse in Bayern. (IFT-Berichte Bd. 188). München: IFT Institut für Therapieforschung 2016.
31. Palamar JJ, Martins SS, Su MK, Ompad DC: Self-reported use of novel psychoactive substances in a US nationally representative survey: prevalence, correlates, and a call for new survey methods to prevent underreporting. Drug Alcohol Dep 2015; 156, 112–9 CrossRef MEDLINE PubMed Central
32. Zuba D, Byrska B, Maciow M: Comparison of “herbal highs” composition. Anal Bioanal Chem 2011; 400: 119–26 CrossRef MEDLINE
33. Hannemann TV, Kraus L, Piontek D: Consumption patterns of nightlife attendees in Munich: a latent-class analysis. Subst Use Misuse 2017; 52: 1532–2491 CrossRef MEDLINE
34. European Commission: Flash Eurobarometer 401. Young people and drugs. Brüssel: European Commission; 2014. www.ec.europa.eu/commfrontoffice/publicopinion/flash/fl_401.pdf (last accessed on 4 December 2017).
35. European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA): Perspectives on drugs: injection of synthetic cathinones. Luxembourg: Publications Office of the European Union 2015. www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/2754/Synthetic%20cathinones_updated2015.pdf (last accessed on 4 December 2017).
36. Center for Behavioral Health Statistics and Quality: Results from the 2016 national survey on drug use and health: detailed tables. Rockville, MD: Substance Abuse and Mental Health Services Administration 2017.
37. Bühler A, Thrul J: Expertise zur Suchtprävention. Forschung und Praxis der Gesund­heits­förder­ung, Band 46. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2013.
38. Höhne B, Pabst A, Hannemann TV, Kraus L: Patterns of concurrent alcohol, tobacco, and cannabis use in Germany: prevalence and correlates. Drug Educ Prev Polic 2014; 21: 102–9 CrossRef
39. Fazel S, Khosla V, Doll H, Geddes J: The prevalence of mental disorders among the homeless in Western countries: systematic review and meta-regression analysis. PLOS Medicine 2008; 5: 1670–81 CrossRef MEDLINE PubMed Central
40. Werse B, Kamphausen G, Egger D, Sarvari L, Müller D: MoSyD Jahresbericht 2014. Drogentrends in Frankfurt am Main. Frankfurt a. M.: Centre for Drug Research 2015.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.