ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2018QM-Ratgeber: Schnittstellenmanagement

MANAGEMENT

QM-Ratgeber: Schnittstellenmanagement

Dtsch Arztebl 2018; 115(4): A-154 / B-134 / C-134

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Alles wird immer komplexer! Wer die Welt von dieser Warte aus betrachtet, wird bemerken, dass auch die „klassische Zweierbeziehung“ zwischen Arzt und „seinem“ Patienten bzw. Patientin und „ihrer“ Ärztin in einem immer vielschichtiger werdenden Kontext stattfindet. An einer umfassenden Gesundheitsversorgung wirken etliche Beteiligte mit. Zugleich führen uns Forderungen nach mehr Vernetzung, Kooperation und Koordination vor Augen: Das von allen gewollte Miteinander zum Wohle der Patienten fällt nicht einfach vom Himmel; es muss organisiert werden. In Zeiten, in denen der medizinische Fortschritt dazu beiträgt, dass es mehr Hochbetagte, Pflegebedürftige und Menschen mit chronischen und mehrfachen Erkrankungen gibt, erscheint dies wichtiger denn je.

Genau darum geht es beim sogenannten Schnittstellenmanagement, das die QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses als ein Instrument benennt. Konkret werden alle Beteiligten dazu verpflichtet, die Übergänge entlang der Versorgungskette so zu gestalten, dass alle erforderlichen Informationen zeitnah zur Verfügung stehen und eine koordinierte Versorgung gewährleistet ist.

Der Anspruch ist hoch: Schnittstellenmanagement betrifft zum Beispiel Überweisungen, Einweisungen und Entlassungen, spielt aber auch bei der Versorgung durch Pflegedienste oder Pflegeheime, bei Disease-Management-Programmen, Reha-Maßnahmen oder Anschlussbehandlungen eine Rolle. Deshalb sollte man sich zunächst klarmachen, mit welchen externen Partnern man zusammenarbeitet. Jeder behandelnde Arzt sollte sich außerdem die Fragen stellen „Was brauche ich von anderen?“ und „Was brauchen andere von mir?“ Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen kann der kollegiale Austausch im Qualitätszirkel hilfreich sein. Innerhalb der eigenen Einrichtung können Prozess- und Ablaufbeschreibungen dabei unterstützen, Arztbriefe, Befundmitteilungen, Konsiliarberichte und Überweisungen effizient zu übermitteln. Dabei sind die Vorgaben der Schweigepflicht und des Datenschutzes zu beachten. Darüber hinaus empfiehlt es sich, dem Patienten selbst relevante Informationen, Befunde oder Ergebnisse mitzugeben und ihn gegebenenfalls über weitere Angebote wie örtliche Gesundheits- und Sozialdienste zu informieren.

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In QM-Verfahren wie DIN EN ISO 9001, KTQ oder QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen® sind Kooperation und Kommunikation als wichtige Anforderungen definiert. QEP enthält Vorschläge zur Umsetzung, Musterdokumente und weiterführende Informationen speziell für Praxen und MVZ. Hilfreiche Tipps finden Sie auch in den Empfehlungen des Ärztlichen Zentrums für Qualität zum ärztlichen Schnittstellenmanagement. Einen Überblick über Regeln der Zusammenarbeit gibt das KBV-Themenheft „PraxisWissen – Richtig Kooperieren“. KBV

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