ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2018ICD-11: Weltgesundheitsorganisation will Computerspielsucht als Krankheit anerkennen

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ICD-11: Weltgesundheitsorganisation will Computerspielsucht als Krankheit anerkennen

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Für eine Computerspielsucht müssen Betroffene mindestens ein Jahr lang ein Suchtverhalten zeigen. Foto: scyther5/iStockphoto
Für eine Computerspielsucht müssen Betroffene mindestens ein Jahr lang ein Suchtverhalten zeigen. Foto: scyther5/iStockphoto

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will Computerspielsucht als Krankheit anerkennen. Wie ein Sprecher der UN-Organisation mitteilte, soll das allgemein als „Gaming Disorder“ bezeichnete Phänomen in die elfte Internationale Klassifikation der Krankheiten aufgenommen werden, die im Juni veröffentlicht wird. WHO-Sprecher Tarik Jasarevic sagte, „Gaming Disorder“ werde definiert als „ein mit Online- oder Offline-Computerspielen zusammenhängendes Verhalten, bei dem die Kontrolle über das Spiel verloren geht, dem Spiel Vorrang vor anderen Aktivitäten gegeben wird und schließlich andere Interessen in den Hintergrund gedrängt werden“. Zudem sei charakteristisch, dass Betroffene trotz negativer Folgen weiterspielten, sogar intensiver. Bevor „Gaming Disorder“ diagnostiziert werde, müsse der Betroffene aber mindestens ein Jahr lang ein Suchtverhalten gezeigt haben. Über die Auswirkungen der Computerspielsucht gebe es noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, sagte Jasarevic. Dazu sei das Phänomen zu neu. Aber Ärzte seien so weit zu erkennen, „dass es ein Problem gibt“. Daher sei die Aufnahme in die Krankheitsliste „angebracht“. Dies könne zudem zur Unterstützung weiterer Forschung führen. afp

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