ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2018Medizinstudium: Übergangsregelung notwendig
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... Der Beschluss vom 19. Dezember 2017 regelt nicht nur die Vergabe für Studienplätze im Fach Humanmedizin neu, sondern auch die Wartezeitquote. Bis spätestens 31. Dezember 2019 sollen Bund und Länder die Neuregelung umsetzen. Es ist vorgesehen, dass die Wartezeit beschränkt wird. Die Garantie für einen Studienplatz wie bisher durch langes Warten gibt es nicht mehr. In der Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichtes Nr. 112/2017 vom 19. Dezember 2017 wird dies deutlich: „Denn ein zu langes Warten beeinträchtigt erheblich die Erfolgschancen im Studium und damit die Möglichkeit zur Verwirklichung der Berufswahl. Sieht der Gesetzgeber demnach zu einem kleineren Teil auch eine Studierendenauswahl nach Wartezeit vor, ist er von Verfassungs wegen gehalten, die Wartedauer auf ein mit Blick auf ihre negativen Folgen noch angemessenes Maß zu begrenzen. Dies gilt ungeachtet dessen, dass die verfassungsrechtlich gebotene Beschränkung der Wartedauer dazu führen mag, dass viele Bewerber am Ende keinen Studienplatz über die Wartezeitquote erhalten können.“

Diese Aussage muss für alle Betroffenen ein Schock sein. ... Informationen über eine Übergangsregelung für die Betroffenen sind der Homepage des Bundesverfassungsgerichts Karlsruhe nicht zu entnehmen. Wovon die betroffenen Wartezeitkandidaten ausgehen sollen, ist derzeit undurchsichtig.

Der Grundgedanke hinter der Neuregelung ist eine faire Vergabe der Studienplätze.Dies trifft auf die Bewerber für die Abitursbestenquote zu. Ob es für die Wartezeitkandidaten fairer wird, sei dahingestellt. Angeblich soll die Wartezeit auf acht Semester beschränkt werden.Das ist für diejenigen von Vorteil, die das Abitur jetzt absolvieren, leider nicht für mich. Das Bundesverfassungsgericht beruft sich bei dieser Entscheidung auf die Tatsache, dass Studierende mit sehr langer Wartezeit das Studium mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht bestehen bzw. abschließen. Das ist nachvollziehbar, da nur für jeden vierten Bewerber ein Studienplatz zu Verfügung steht. Dennoch sollte das Bundesverfassungsgericht eine Übergangslösung für Abiturienten des Jahrgangs 2012 und 2013 in Aussicht stellen. Diese sollten wie ihre Vorgänger mit gleicher Wartezeit noch einen Platz erhalten, schließlich haben sie sich seit fünf Jahren auf die Informationen der Stiftung für Hochschulzulassung verlassen. Eine Benachteiligung gegenüber ihren Wartezeitvorgängern ist in keinem Fall gerechtfertigt, da sie exakt dieselben Kriterien erfüllen. Sollten diese Leute keinen Platz erhalten, weil sie im „falschen“ Jahr ihr Abitur absolviert haben, sehe ich das Grundgesetz (Art. 12 Abs. 1 Satz 1 GG) verletzt. Wo bleibt ihr Recht auf freie Berufswahl? Wo ist ihr Vertrauensschutz?

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Ich hoffe sehr stark, dass es eine Übergangsregelung für die Wartezeitkandidaten wie mich geben wird.

Marc Freier, Gesundheits- und Krankenpfleger, 81547 München

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