ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2018Krankenkassen: Einseitige Äußerung

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Krankenkassen: Einseitige Äußerung

Dtsch Arztebl 2018; 115(5): A-210 / B-181 / C-181

Schüürmann, Christoph

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Richtig ist, dass der Staat seinen eigenen Aufgaben der Gesundheitsversorgung von ALG-II-Beziehern nicht in korrekter Weise nachkommt, sondern einen massiven Unterdeckungsbetrag bezahlt, der in meinen Augen eine Pflichtverletzung darstellt.

Nicht richtig von Ihnen als Chefredakteur des Deutschen Ärzteblattes (!) gefolgert und für mich vollkommen unverständlich geäußert ist die Tatsache, dass es „eine stolze Summe“ ist, „die da an allgemein zu leistenden Steuergeldern von den gesetzlich Krankenversicherten übernommen wird“.

Vielmehr richtig ist, dass insbesondere alle Angehörigen der Heilberufe, also Ärzte, Pflege und weitere Heilhilfsberufe, aber auch die Gesundheitsindustrie nach entsprechend „verordneten“ Zwangsrabatten durch die Krankenkassen durch De-facto-Weitergabe der fehlenden ausreichenden Deckungsbeiträge für die angeforderten Leistungen ebenfalls in nahezu gleicher Weise mit Mehrarbeit und Unterbezahlung u. a. durch Budgets unfreiwillig dazu beitragen, dieses weitere Versagen des Staates auszugleichen. Warum haben Sie das nicht erwähnt?

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Das Ergebnis Ihrer einseitigen Äußerung ist nun, dass durch offensichtlich unkritische Übernahme durch weitere Medien nicht nur die sachlich falsche Äußerung vervielfältigt, sondern durch reißerische Betonung (... Der Bund verschiebt sozialpolitische Lasten in Milliardenhöhe auf die gesetzlich Versicherten. Sie – und nur sie – kommen für die Kosten auf, die eigentlich von der gesamten Gesellschaft getragen werden müssen.) auch noch verstärkt wird!

Dr. med. Christoph Schüürmann, 61348 Bad Homburg

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