ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2018Gastroenterologie: Aktualisierte S3-Leitlinie „Kolorektales Karzinom“

MANAGEMENT

Gastroenterologie: Aktualisierte S3-Leitlinie „Kolorektales Karzinom“

Dtsch Arztebl 2018; 115(5): A-216 / B-188 / C-188

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com
Foto: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com

Etwa 64 000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich neu an einem kolorektalen Karzinom, etwa 26 000 Menschen sterben daran. Eine neue Version der S3-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung der Tumorerkrankung ist kürzlich im sogenannten Leitlinienprogramm Onkologie erschienen. Die Federführung lag bei der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. „Bei der Aktualisierung der 2013 erschienenen Version wurden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt. Die Leitlinie definiert außerdem Qualitätsindikatoren, die sich aus den Leitlinienempfehlungen ableiten lassen und stellt somit eine exzellente Basis für das Qualitätsmanagement beim Darmkrebs dar“, erläutert Wolff Schmiegel, Koordinator der Leitlinienkommission.

Im Endoskopiekapitel haben die Autoren insbesondere die Empfehlung zur Kontrollkoloskopie nach Abtragung von sessilen serratierten Adenomen geändert sowie Empfehlungen zur Kontrollkoloskopie nach Abtragung von ein oder zwei Adenomen kleiner als ein Zentimeter ohne höhergradige intraepitheliale Neoplasie ergänzt.

Anzeige

Bei etwa der Hälfte der Patienten entstehen nach der Koloskopie erneut Adenome. Um eine optimale Effizienz der Vorsorge zu erzielen, sind laut der Leitlinie Kontrollkoloskopien nötig. Zur Vermeidung von Unter- und Übertherapien empfiehlt die Leitlinie eine Stratifizierung der Patienten anhand von Anzahl, Größe und Histologie der entfernten Gewebeveränderungen und macht dazu konkrete Vorgaben.

Zu den Kernthemen beim Update zählte das therapeutische Vorgehen bei Metastasierung und in der palliativen Versorgung. Die Leitlinienautoren betonen, dass für die Wahl der geeigneten Behandlungsstrategie das molekularbiologische Profil des Tumors eine entscheidende Rolle spielt. Nötig sei daher eine klare Präzisierung der individuellen molekularen Grundlagen. hil

http://daebl.de/VV81

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema