ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2018Gefäßanomalien: Blutungsneigung abklären
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Der Artikel gibt eine gute Übersicht über die verschiedenen Gefäßanomalien, deren Diagnostik und Therapie. Leider ist auf die möglichen Blutungskomplikationen bei Operationen und einer möglichen Übergerinnbarkeit nicht eingegangen worden.

Vor einer Operation bei vaskulären Malformationen im Kopf und Nackenbereich sollte eine Abklärung einer Blutungsneigung vorgenommen werden; gerade auch dann, wenn eine positive hämophile Familienanamnese, ein Kasabach-Merrit-Syndrom oder ein Osler-Rendu-Weber-Syndrom vorliegen, sollte das hämophile Risikoprofil gemessen werden.

Bei Low-Flow-Malformationen können Thrombosen bis hin zu Verbrauchskoagulopathien und Thrombozytopenien entstehen, häufig nach Trauma oder Operationen. Thrombosen der inneren Organe sind selten, jedoch können auch Portalvenenthrombosen und das Budd-Chiari-Syndrom auftreten. Bei über 50 % der Patienten mit venösen Malformationen tritt eine gesteigerte intravasale Gerinnung auf, gerade bei großen Defekten, bei Muskelbeteiligung und bei Frauen. Bei intravasaler Gerinnung bis zur Verbrauchskoagulopathie hat sich Heparin zur Prophylaxe von Thrombosen und Blutungen am besten bewährt. Bei 80 % der Patienten mit Low-Flow-Malformation zeigt sich eine D-Dimer Erhöhung. Ist das Thromboserisiko um mehr als das Fünffache erhöht, sollte schon nach der ersten venösen Thromboembolie eine lebenslange Antikoagulation vorgenommen werden, entweder mit Vitamin-K-Antagonisten oder den direkten oralen Antikoagulantien (DOAK).

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Prof. Dr. Dr. med. Holger Kiesewetter, 10117 Berlin

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