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Ausländische Ärzte: Bundes­ärzte­kammer für schnelle Verschärfung der Zulassung

Dtsch Arztebl 2018; 115(5): A-174 / B-154 / C-154

Maybaum, Thorsten

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Die ausländischen Ärzte prüfen sollten aus Sicht der BÄK die Landesprüfungsämter, die dies in der Regel über die Universitäten auch für deutsche Ärzte übernehmen. Foto: iStckphoto
Die ausländischen Ärzte prüfen sollten aus Sicht der BÄK die Landesprüfungsämter, die dies in der Regel über die Universitäten auch für deutsche Ärzte übernehmen. Foto: iStckphoto

Ausländische Ärzte aus Staaten, die nicht der Europäischen Union (EU) angehören, sollten eine Prüfung auf Niveau des zweiten und dritten deutschen Staatsexamens ablegen müssen, um in Deutschland eine Zulassung zu erhalten. Das hat der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, gefordert und schnelle Änderungen angemahnt. Er nannte es im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt „überhaupt nicht mehr tragbar“, Berufszulassungen oder Approbationen nur noch nach alleiniger Prüfung der Papierform und Sprachprüfungen zu erteilen. „Wir müssen zum Beispiel ausschließen, dass Menschen als Arzt tätig werden, die sich in ihren Heimatländern Zertifikate gekauft haben, ohne jemals die Universität besucht zu haben“, sagte er. Darüber hinaus habe man Erfahrungen aus ein bis zwei Jahren Sprach- und Kenntnisprüfungen in den einzelnen Bundesländern gesammelt. „Wir haben festgestellt, dass das Qualitätsniveau einiger Drittstaatler so schlecht ist, dass man es mit der alleinigen Überprüfung der Dokumente und durch Kenntnisprüfungen nicht ausreichend feststellen kann“, erläuterte Montgomery. Er sprach sich für schnelle Verschärfungen aus, weil sich zurzeit „sehr viele Drittstaatler“ um die Zulassung bewerben. Der Ärztemangel hierzulande dürfe nicht zu einer Absenkung des Qualitätsniveaus führen. Weil für Verschärfungen Beschlüsse der Gesundheits- und Bildungsministerkonferenz notwendig sind, kündigte Montgomery zügige Gespräche mit der Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz an. Gut wäre, wenn die Anpassungen bereits in der nächsten Staatsexamensrunde greifen würden, sagte er. may

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    klausenwächter
    am Samstag, 10. Februar 2018, 07:35

    Prüfung und praktische Probe

    In den Prüfunge fällt auf, daß Bewerber eine andere Wissensbasis mitbringen. Dies kann den Arbeitsbedingungen in einem anderen Gesundheitsystem geschuldet sein, kann auch hier fehlende Fertigkeiten durch praktische Expertise ergänzen. Umgekehrt erweisen sich Kandidaten auch als unwillig, auf Fragen zu antoworten: "Wie erkennen Sie als Facharzt für ... einen Herzinfarkt?" Auch nach der gescheiterteten Sprachprüfung gewinnt ein Prüfer auf einer Brückensprache den Eindruck bedeutender Ausbildungsmängel.

    Kandidaten sind auch krass fehlsortiert: Wie wird man mit 21 Jahren Operateur? Der "Operator" ist da bei frühen Auswahlverfahren zum Chirurgen avanciert.

    In Auslandseinsätzen gewinnt der deutsche Experte vertrauensvolle Nähe und erfährt, dass leitende Ärzte mehr Managementaufgaben im Einsatzland erfüllen und dass ihre Facharztbezeichnung eigentlich nur ein "ruhmvoller Titel" ist. Die Whitecollars sind diie eigentlichen Ärzte und Arbeiter im Dienst der Gesundheit.

    In Auswahlverfahren werden deutschen Bewerbern praktische Aufgaben erteilt: Der Ingenieur soll eine Fertigungskette analysieren und einen Verbesserungsvorschlag zur Aufstellung von Maschinen erteilen. Der IT-Techniker soll eine App für eine Werbekampagne in einem Detail verändern.

    Für berufserfahrene Bewerber müssen Prüfungen mindestens auf dem Standard des Staatsexamens erfolgen. So lange diese Regelung aber nicht besteht, erlangt der deutschkundige Bewerber seine Zulassung.

    Für manchen bayerischen Kollegen und seinen Kollegen von der Waterkante würde eine Deutschprüfung mit dialektsprechenden Simulationspatienten ein unüberwindliches Hindernis für die Tätigkeit "fern der Heimat" werden. Und mit Verlaub, die mit Mundart durchsetzten deutschen Diktat sind schon eine Zumutung. Somit wäre die Wiedergabe und Ausführung von Instruktionen im klinischen Jargon ein Prüfstein.


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