ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2018QM-Ratgeber: Qualitätsinstrumente anwenden: Schmerzmanagement

MANAGEMENT

QM-Ratgeber: Qualitätsinstrumente anwenden: Schmerzmanagement

Dtsch Arztebl 2018; 115(5): A-214 / B-186 / C-186

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Schmerzmanagement bedeutet, dass es in einer Praxis oder einem Krankenhaus explizite Regelungen zum systematischen Umgang mit Schmerzen gibt. Ziel ist es, Patienten mit akuten oder chronischen Schmerzen effizient zu versorgen und sie dabei aktiv einzubeziehen.

Als ein Anwendungsbereich von Qualitätsmanagement (QM) soll dies ebenso wie der Umgang mit Notfällen, die Einhaltung von Vorgaben zur Hygiene und zum Infektionsschutz, die Vermeidung von Stürzen und Sturzfolgen oder die Arznei­mittel­therapie­sicherheit, klar geregelt werden (vgl. QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses). Um Schmerzen vorzubeugen, sie zu beseitigen oder zu reduzieren, sollen – neben der fachlichen Expertise von Medizinern, Pharmazeuten, Psychologen und Pflegenden – Methoden und Instrumente aus dem „Werkzeugkoffer QM“ eingesetzt werden. Wo nötig, können Prozesse und Abläufe in der Schmerztherapie verbessert werden, beispielsweise durch

  • diagnostische und therapeutische Standards (zum Beispiel Stufenschema der WHO zur Tumorschmerztherapie);
  • den Einsatz von Anamneseinstrumenten zum Erkennen und Einstufen von Schmerzen (zum Beispiel Schmerzfragebogen);
  • die regelmäßige Erfassung von Schmerzen (zum Beispiel in einem Schmerz-Verlaufsprotokoll, -Tagesprotokoll, -Tagebuch);
  • die systematische Einbindung von Berichten und Beschwerden der Patienten und ihrer Angehörigen über Schmerzen;
  • Regeln zur Kommunikation zwischen verschiedenen Berufsgruppen und an den Schnittstellen der Versorgung;
  • eindeutige Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten sowie geschulte Teams, insbesondere auch in Notfallsituationen zum Umgang mit akuten Schmerzen und – wo notwendig und sinnvoll –
  • eine entsprechende Dokumentation.

Jede Praxis und jedes Krankenhaus muss das Schmerzmanagement so ausgestalten, wie es dem eigenen Leistungsspektrum angemessen ist. Aufbau und Pflege dieses „Musterprozesses“ können auch als Anlass dienen, das Qualitätsmanagement-System insgesamt zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Es lohnt sich beispielsweise, Prozess- und Ablaufbeschreibungen, mit Fokus auf die Einbeziehung, Information, Beratung und Aufklärung der Patienten zu überprüfen und gegebenenfalls zu verändern. Weitere Anregungen zum Umgang mit Schmerzpatienten können Teambesprechungen, Fortbildungen, Qualitätszirkel, interne Audits oder Peer-Review-Verfahren geben.

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Medizinische Teams in der ambulanten und stationären Versorgung stehen angesichts unserer älter werdenden Gesellschaft vor großen Herausforderungen. Gutes Management hilft, die daraus folgenden Auswirkungen auf Erkrankungsprävalenzen, Komorbiditäten und Polypharmazie zu bewältigen. Gutes Management heißt also auch: bei (chronischen) Schmerzen gut zu versorgen. KBV

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