ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2018Typ-B-Meningokokken: Standardimpfung von STIKO abgelehnt

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Typ-B-Meningokokken: Standardimpfung von STIKO abgelehnt

Dtsch Arztebl 2018; 115(5): A-180 / B-156 / C-156

Meyer, Rüdiger

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Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI), die seit 2015 zur Meningokokkenimpfung von Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko rät, lehnt eine Standardimpfung aller Säuglinge in Deutschland gegen Typ-B-Meningokokken weiterhin ab. Das geht aus dem Epidemiologischen Bulletin 3/2018 hervor. Begründet wird dies einerseits mit der niedrigen Krankheitslast, die zudem seit 2003 stetig abgenommenen hat. Zum anderen haben Modellrechnungen, die das RKI zusammen mit der Universität Bristol durchgeführt hat, ergeben, dass vermutlich nur wenige Erkrankungsfälle verhindert würden. Unter der Annahme einer Impfquote von 65 Prozent und einer Abdeckung von 82 Prozent würden vermutlich pro Jahr nur 34 invasive Meningokokkeninfektionen, darunter drei Todesfälle, verhindert, hatten Hannah Christensen von der Universität Bristol und Mitarbeiter errechnet. Die Kosteneffektivität wurde mit mehr als 500 000 Euro pro Lebensjahr in guter Lebensqualität (QALY) als negativ bewertet. Die STIKO will deshalb zunächst weitere Daten zur klinischen Impfeffektivität, zur Dauer des Impfschutzes und zu einem möglichen Effekt auf das Meningokokken-Trägertum abwarten.

Invasive Infektionen mit Neisseria meningitidis können, vor allem wenn die Diagnose zu spät gestellt wird, rasch tödlich verlaufen oder schwere Behinderungen hinterlassen. Erkrankungen sind in den Industrieländern jedoch selten. In Deutschland erkrankten in den Jahren 2013 bis 2016 im Mittel jährlich 315 Personen an invasiven Meningokokkeninfektionen. Davon entfielen zwei Drittel auf die Serogruppe B. In England wird seit 2015 zur Impfung aller Säuglinge geraten. Bereits im ersten Jahr ging die Inzidenz der Erkrankungen durch Typ-B-Meningokokken um 50 Prozent zurück. Die Impfung hat sich zudem als gut verträglich erwiesen. rme

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