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Wir danken Dr. Kingreen für seinen wertvollen Hinweis. Wie in unserem Artikel dargestellt (1), wurden in der Vergangenheit klinisch relevante, neurotoxische Effekte bei Dialysepatienten mit Verwirrtheit, Gedächtnis- und Sprachstörungen sowie im längeren Verlauf einem demenziellen Syndrom und teils fokalen, teils generalisierten Krampfanfällen beschrieben, wobei erhöhte Konzentrationen von Aluminium in Plasma und Hirngewebe gefunden wurden. Ursächlich hierfür war der Aluminiumgehalt des zur Dialyse verwendeten Leitungswassers. Auch die Art der vorliegenden Aluminiumverbindungen und der pH-Wert haben einen Einfluss auf den Transfer über das Dialysat (2). In einem speziellen Fall in den Niederlanden wurde, wie auch von Herrn Kingreen dargestellt, Wasser, das zur Dialyse verwendet wurde, in einem Boiler mit zwei Aluminiumanoden als Korrosionsschutz erhitzt, sodass eine hohe Aluminiumkonzentration im Wasser vorlag. Es wurden Dialyse-Enzephalopathien und drei Todesfälle beobachtet. Nachdem der Boiler nicht mehr verwendet wurde, besserte sich der Zustand aller Patienten wesentlich (3). Ab Ende der 1970er Jahre wurde dann zunehmend das Verfahren der Umkehr-Osmose zur Wasseraufbereitung eingesetzt, sodass deutlich geringere Aluminiumkonzentrationen im Dialysat vorlagen (2). Seitdem traten kaum noch Fälle von Dialyse-Enzephalopathie auf.

Orale aluminiumhaltige Phosphatbinder gehören zu den potentesten Phosphatbindern, haben vergleichsweise wenige Nebenwirkungen und wurden vor allem in der Vergangenheit bei Dialysepatienten eingesetzt (4). Die durch ihre Anwendung bedingte Aluminiumbelastung sollte anhand einer Aluminiumbestimmung im Serum überwacht werden, sie scheint aber im Hinblick auf eine Enzephalopathie bei den meisten Dialysepatienten eine untergeordnete Rolle zu spielen.

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0098b

Für die Autoren:

Prof. Dr. med. Hans Drexler

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Institut und Poliklinik für Arbeits-,
Sozial- und Umweltmedizin

hans.drexler@ipasum.uni-erlangen.de

Interessenkonflikt

Die Autoren sind für die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft tätig.

1.
Klotz K, Weistenhöfer W, Neff F, Hartwig A, van Thriel C, Drexler H: The health effects of aluminum exposure. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 653–9.
2.
Wills MR, Savory J: Aluminum and chronic renal failure: sources, absorption, transport, and toxicity. Crit Rev Clin Lab Sci 1989; 27: 59–107.
3.
Flendrig JA, Kruis H, Das HA: Letter: Aluminum and dialysis dementia. Lancet 1976; 7971: 1235.
4.
Floege J: Phosphatbinder. Nephrologe 2017; 12: 183–91.
1.Klotz K, Weistenhöfer W, Neff F, Hartwig A, van Thriel C, Drexler H: The health effects of aluminum exposure. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 653–9.
2. Wills MR, Savory J: Aluminum and chronic renal failure: sources, absorption, transport, and toxicity. Crit Rev Clin Lab Sci 1989; 27: 59–107.
3. Flendrig JA, Kruis H, Das HA: Letter: Aluminum and dialysis dementia. Lancet 1976; 7971: 1235.
4. Floege J: Phosphatbinder. Nephrologe 2017; 12: 183–91.

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