ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2018GOÄ-Ratgeber: Zur Abrechnung einer Biopsie der Haut

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GOÄ-Ratgeber: Zur Abrechnung einer Biopsie der Haut

Dtsch Arztebl 2018; 115(6): A-260 / B-224 / C-224

Gorlas, Stefan

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In letzter Zeit hinterfragen Patienten wiederholt den Ansatz der Nr. 2402 GOÄ für eine Probeexzision bei einer Hauterkrankung.

Mit der Nr. 2401 GOÄ wird eine „Probeexzision aus oberflächlich gelegenem Körpergewebe (zum Beispiel Haut, Schleimhaut, Lippe)“ abgerechnet, mit der Nr. 2402 GOÄ eine „Probeexzision aus tiefliegendem Körpergewebe (zum Beispiel Fettgewebe, Faszie, Muskulatur) oder aus einem Organ ohne Eröffnung einer Körperhöhle (zum Beispiel Zunge)“.

Aus dem Wortlaut der Leistungslegenden ergibt sich bereits, dass für eine Biopsie aus dem Subkutan- oder Muskelgewebe, die einen entsprechenden operativen Zugang mit Eröffnung, Gewebefreipräparation und abschließendem Verschluss der darüber liegenden Schicht(en) impliziert, die Nr. 2402 GOÄ in Rechnung gestellt werden kann. Demgegenüber ist eine Probeexzision zur Abklärung einer Erkrankung, die sich auf die Haut (Cutis) beschränkt, mit der Nr. 2401 GOÄ berechnungsfähig.

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Dies wird zusätzlich bei Betrachtung der vertikalen und horizontalen Bewertungsrelationen in der GOÄ deutlich: Erfolgt keine Probeexzision, sondern die Exzision einer kleinen Hautveränderung in toto, kann diese Leistung mit einem Ansatz der Nr. 2403 GOÄ („Exzision einer in oder unter der Haut oder Schleimhaut liegenden kleinen Geschwulst“) abgerechnet werden.

Insofern ist eine vollständige Exzision eines Hautareals (infolge einer kleinen Hautgeschwulst) mit der aus operationstechnischen Gründen erforderlichen Mitresektion des angrenzenden Subcutangewebes vom Leistungsumfang der Nr. 2403 GOÄ umfasst.

Da die Nrn. 2403 und 2401 GOÄ mit der gleichen Punktzahl (133 Punkte) bewertet sind, lässt sich daraus folgern, dass eine Biopsie beziehungsweise Probeexzision der Haut bei einer Hauterkrankung, bei welcher aus verfahrenstechnischen Gründen an der Haut anhängendes Subkutangewebe mitentfernt wird, mit der Nr. 2401 GOÄ berechnungsfähig ist.

Demgegenüber ist die Bewertung der Nr. 2402 GOÄ, deren Punkwert mit 370 Punkten mehr als doppelt so hoch ist wie der Punktwert der Nrn. 2401 und 2403 GOÄ, dadurch begründet, dass bei der Leistung nach Nr. 2402 GOÄ sowohl der Zugangsweg als auch der Wundverschluss deutlich umfangreicher und zeitaufwendiger sind als bei einer Biopsie der Haut. Dr. med. Stefan Gorlas

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