ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2018Mutterschutz: Neuregelungen betreffen auch Krankenhäuser und Arztpraxen

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Mutterschutz: Neuregelungen betreffen auch Krankenhäuser und Arztpraxen

Dtsch Arztebl 2018; 115(6): A-261 / B-225 / C-225

Hillienhof, Arne

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Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin hat auf die neuen Regelungen im Mutterschutzrecht hingewiesen. Diese schlössen mehr Mütter ein als zuvor und verstärkten deren Arbeitsschutz im Betrieb.

Das Mutterschutzgesetz soll gewährleisten, dass auch Schwangere und stillende Mütter ohne Gesundheitsrisiko für sich oder ihr Kind arbeiten können. Foto: fotostorm/iStockphoto
Das Mutterschutzgesetz soll gewährleisten, dass auch Schwangere und stillende Mütter ohne Gesundheitsrisiko für sich oder ihr Kind arbeiten können. Foto: fotostorm/iStockphoto

Das Mutterschutzgesetz gewährleistet schwangeren und stillenden Frauen einen besonderen Gesundheitsschutz. Es soll gewährleisten, dass Frauen auch während der Schwangerschaft oder Stillzeit ohne Gesundheitsrisiko für Mutter und Kind arbeiten können.

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 Bislang galt das Gesetz nur für Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen oder Heimarbeit ausführen. Seit 2018 schließt es alle werdenden Mütter ein – also auch Praktikantinnen oder weibliche Auszubildende. Diese können während des Mutterschutzes Ausnahmen für Veranstaltungen, Prüfungen oder Praktika beantragen, ohne deswegen Nachteile zu erleiden. Wichtig ist laut der Fachgesellschaft das Verbot von Nachtarbeit: Mit dem neuen Gesetz dürfen schwangere oder stillende Frauen zwischen 20 und 6 Uhr nicht mehr beschäftigt werden. Ausnahmen gelten nur bei Einwilligung der werdenden Mutter, ärztlicher Bescheinigung der Unbedenklichkeit, Einhaltung des Arbeitsschutzes und behördlicher Genehmigung. Zudem muss der Arbeitgeber künftig für jeden Arbeitsplatz bei der allgemeinen Gefährdungsbeurteilung im Vorfeld prüfen, ob sich eine Gefährdung für eine schwangere oder stillende Frau oder ihr Kind ergeben könnte, auch wenn aktuell dort keine schwangere oder stillende Frau tätig ist. Meldet eine Frau ihre Schwangerschaft an, muss diese Gefährdungsbeurteilung entsprechend aktualisiert und individualisiert werden.

Die Regelungen sehen auch längere Schutzfristen vor: Neu ist zum Beispiel ein viermonatiger Kündigungsschutz, wenn Frauen nach der zwölften Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleiden. Auf Antrag der Mutter müssen Arbeitgeber nun außerdem nach der Geburt eine verlängerte Schutzfrist von zwölf Wochen bei Geburten von behinderten Kindern gewähren. Bisher galt diese nur bei Früh- und Mehrlingsgeburten. hil

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