ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2018Hochschulen: Öffnung für Psychotherapieausbildung empfohlen

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Hochschulen: Öffnung für Psychotherapieausbildung empfohlen

PP 17, Ausgabe Februar 2018, Seite 52

Bühring, Petra

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Künftig soll es möglich sein, direkt Psychotherapie zu studieren und eine Approbation zu erlangen. Der Erwerb der Fachkunde erfolgt in der anschließenden Weiterbildung. Foto: dpa
Künftig soll es möglich sein, direkt Psychotherapie zu studieren und eine Approbation zu erlangen. Der Erwerb der Fachkunde erfolgt in der anschließenden Weiterbildung. Foto: dpa

Der Wissenschaftsrat empfiehlt den Hochschulen beziehungsweise der Bundesregierung, die Studiengänge der Psychologie künftig für die Psychotherapieausbildung zu öffnen. Das Fach müsse sich mehr gegenüber gesellschaftlichen Anliegen öffnen, heißt es in aktuellen Empfehlungen. „Damit wollen wir auch dazu beitragen, dass die psychotherapeutische Versorgung verbessert werden kann“, erklärte Martina Brockmeier, Vorsitzende des Wissenschaftsrates. Die aktuellen Bestrebungen, die Psychotherapieausbildung künftig als zur Approbation führendes Studium mit sich anschließender fachkundlicher Weiterbildung zu gestalten, schätzt der Rat als „positiv“ ein.

Von der engeren Verzahnung von Lehre und Praxis mit der Forschung erwartet der Wissenschaftsrat eine „stärkere wissenschaftliche Fundierung der Psychotherapie und damit letztlich einen Qualitätssprung“. Der Rat schlägt als Standardmodell für die Psychotherapieausbildung vor, diese während des Bachelorstudiums in ein allgemeines Psychologiestudium zu integrieren und in einem Masterstudium „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ fortzuführen. Das Studium sollte „altersgruppenbreit und verfahrensübergreifend“ angelegt sein.

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Oberste Priorität sollte nach Ansicht des Wissenschaftsrates die hinreichende Vermittlung sowohl wissenschaftlicher als auch praktischer Kompetenzen haben. Neben dem Standardmodell sollte es aber möglich sein, auch alternative Studienmodelle, beispielsweise in Kooperation mit der Medizin, zu erproben und zu evaluieren, empfiehlt der Rat. Zur Qualitätssicherung werden Grundvoraussetzungen für Hochschulen benannt, die Psychotherapiestudiengänge anbieten wollen. Dazu gehöre „einschlägige aktive Forschung im Bereich der Psychotherapie“. Außerdem bedürfe es einer eigenen Hochschulambulanz für Psychotherapie und Psychodiagnostik oder eines anderen systematischen qualitätsgesicherten Zugangs zur Patientenversorgung, um die praktischen Ausbildungsanteile zu gewährleisten. PB

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