ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2018Psychisch kranke Eltern: Forschung soll Versorgung der Kinder verbessern

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Psychisch kranke Eltern: Forschung soll Versorgung der Kinder verbessern

PP 17, Ausgabe Februar 2018, Seite 54

Hillienhof, Arne

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Kinder psychisch kranker Eltern haben selbst ein erhöhtes Risiko, psychisch zu erkranken. Foto: altanaka/stock.adobe.com
Kinder psychisch kranker Eltern haben selbst ein erhöhtes Risiko, psychisch zu erkranken. Foto: altanaka/stock.adobe.com

Kinder psychisch kranker Eltern stehen im Mittelpunkt eines Forschungsprojekts an verschiedenen Universitäten, unter anderem der Justus-Liebig-Universität Gießen unter der Leitung von Prof. Dr. Christina Schwenck. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert eine entsprechende Studie namens „Emotionsverarbeitung und -regulation bei Kindern von Eltern mit psychischer Erkrankung (COMPARE-emotion)“ im Rahmen der Initiative „Gesund ein Leben lang“. In vier Jahren stehen dafür rund 1,1 Millionen Euro zur Verfügung.

Schätzungen zufolge haben rund 4,75 Millionen Minderjährige in Deutschland mindestens ein psychisch erkranktes Elternteil. Viele von ihnen müssen mehr Verantwortung übernehmen, als es ihrem Alter angemessen ist. Hinzu kommt, dass Kinder psychisch erkrankter Eltern selbst ein deutlich erhöhtes Risiko aufweisen, an einer psychischen Störung zu erkranken. „Es ist daher dringend notwendig, präventive Angebote zu initiieren, um den Teufelskreislauf zu durchbrechen und zu verhindern, dass die Kinder selbst erkranken“, so Projektleiterin Schwenck. Faktisch gebe es jedoch kaum Möglichkeiten, sich diesen Kindern zu widmen, solange sie selbst noch nicht erkrankt seien, kritisierte sie.

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Im Rahmen der multizentrischen Studie sollen Eltern, die unter einer psychischen Störung leiden und Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren haben, psychotherapeutisch behandelt werden. Die Hälfte der Eltern erhält zusätzlich ein Elterntraining, das sogenannte Positive Erziehungsprogramm. Das Ziel der Studie ist es herauszufinden, ob sich diese zusätzliche Maßnahme positiv auf die Gesundheit der Kinder auswirkt. Am Standort Gießen werden zudem mögliche Übertragungswege der psychischen Erkrankung von den Eltern auf die Kinder untersucht. Dabei geht es vor allem darum, wie betroffene Kinder Gefühle wahrnehmen, verarbeiten und steuern. hil

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