ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2018Posttraumatische Belastungsstörung: Lehrfilme zu traumafokussierten Interventionen

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Posttraumatische Belastungsstörung: Lehrfilme zu traumafokussierten Interventionen

PP 17, Ausgabe Februar 2018, Seite 82

Koch, Joachim

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Lehrfilme haben gegenüber der Vermittlung von Wissen durch Bücher den Vorteil, dass potenzielles Therapiegeschehen unmittelbar miterlebbar wird. Diese DVDs sollen helfen, in der Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sicherer zu werden und neben den wichtigen stabilisierenden Therapieteilen auch traumafokussierte Interventionen durchzuführen. Erfahrene Psychotherapeuten führen zusammen mit Schauspielern, die Patientenrollen übernehmen, die Interventionen durch. Die Inhalte und Verläufe orientieren sich an realen Fällen.

Es werden verschiedene Ansätze zur Behandlung der PTBS nach unterschiedlichen traumatischen Ereignissen wie sexueller Missbrauch in der Kindheit, Überfall oder Lebensbedrohung auf der Flucht gezeigt. Die therapeutischen Interventionen gründen auf folgenden Therapieverfahren: Kognitive Therapie der PTBS nach Ehlers, Cognitive Processing Therapy (CPT), Shapiros EMDR, Narrative Expositionstherapie (NET) und Imagery Rescripting. Es werden insgesamt 22 Interventionen gezeigt, die meist Teil einer längeren Therapie sind. Die Länge variiert zwischen 8 und 24 Minuten. Die Interventionen sind nach den verschiedenen Behandlungsphasen geordnet.

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Auf der ersten DVD werden zuerst vier Interventionen zur Stabilisierung gezeigt. Danach geht es um die Exploration des Traumas und die Psychoedukation. Vier Darstellungen von Kognitiven Interventionen beschließen die erste DVD: Hier geht es beispielsweise um die kognitive Bearbeitung von Schuld mit- hilfe eines Kreisdiagramms und um die Bearbeitung von Befürchtungen in Bezug auf die Exposition.

Die zweite DVD behandelt im ersten Abschnitt das Thema der Exposition bei der Bearbeitung traumatischer Erfahrungen. Dann wird der Einsatz von EMDR bei traumatischen Erinnerungen gezeigt. Im nächsten Abschnitt stehen imaginative Techniken im Mittelpunkt. Zum Abschluss werden Interventionen nach der Traumabearbeitung gezeigt, bei denen es um den Umgang mit der Gefahr von Reviktimisierung geht sowie um die Gestaltung des zukünftigen Kontakts zum Täter bei nahen Bezugspersonen.

Ein 24-seitiges Booklet ist den DVDs beigegeben, in dem die wichtigsten Dinge erklärt werden, auf den DVDs werden dann die Interaktionen gezeigt. Es lassen sich Untertitel ein- und ausblenden, durch die das therapeutische Vorgehen kommentiert wird. Joachim Koch

Meike Müller-Engelmann, Clara Dittmann: Posttraumatische Belastungsstörung. Beltz Video-Learning, 2 DVDs, Beltz Verlag, Weinheim 2017, 89,00 Euro

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