ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2018Kulturkalender: Zwischen Traum und Tod

KULTUR

Kulturkalender: Zwischen Traum und Tod

PP 17, Ausgabe Februar 2018, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Essen

Bis 2. September:

Josef Stoffels – Steinkohlenzechen

Bilder von Kokereien und Zechen, Werkssiedlungen und Bergmannskotten, von der im Krieg völlig zerstörten Stadt Essen und den Menschen, die sich nicht unterkriegen ließen – in mehr als 300 Fotografien ist ein faszinierendes Panorama des Ruhrgebiets zur Blütezeit des Steinkohlebergbaus zu entdecken. Die Aufnahmen versetzen in die 1950er-Jahre, als mehr als 150 Übertageanlagen das Bild des Reviers prägten. Sie stammen von dem Fotografen Josef Stoffels (1893–1981), der sich sein Leben lang dem „Kohlenpott“ widmete und mit seinen Bildern ein Stück Industriegeschichte schrieb.

Ruhr Museum, Zollverein (Kohlenwäsche),
Gelsenkirchener Str. 181, tgl. 10–18 Uhr

© The State Hermitage Museum, Sankt Petersburg 2018

FRANKFURT/MAIN

8. Februar bis 21. Mai:

Rubens. Kraft der Verwandlung

Ein zentrales Werk der großen Peter-Paul-Rubens-Schau, die zuvor in Wien zu sehen war, ist sein überwältigender „Ecce Homo“ (Öl auf Holz, 125,7 × 96 Zentimeter, vor 1612), eine Leihgabe der Eremitage in Sankt Petersburg. In Frontalansicht ist der kraftvolle, bis auf die Striemen der Geißelung an den Schultern makellose Körper von Christus mit der Dornenkrone dargestellt. Circa 100 Exponate – darunter mehr als 50 Gemälde und Zeichnungen von Rubens – illustrieren, wie sein Dialog mit Kunstwerken berühmter Vorgänger und Zeitgenossen das 50-jährige Schaffen des Barockmeisters prägte.

Städel Museum, Schaumainkai 63,
Di./Mi./Sa./So. 10–18, Do./Fr. 10–21 Uhr

HAMBURG

11. Februar bis 3. Juni:

Antonio Calderara. Lichträume

Der italienische Künstler Antonio Calderara (1903–1978) war ein Autodidakt, der mit Anfang 20 sein Ingenieurstudium in Mailand aufgab, um sich ganz der Malerei und Grafik zu widmen. Seine subtilen Porträts, Landschaften, Stillleben und ungegenständlichen Kompositionen schuf der Biennale- und Documenta-Teilnehmer oft auf kleinformatigen, in transparenten Lasurschichten bemalten Holztäfelchen. Zu sehen sind ausgewählte Werke der 1940er- bis 1960er-Jahre.

Ernst Barlach Haus, Baron-Voght-Str. 50 a,
Di.–So. 11–18 Uhr (am 18. Februar, 22. April
und 27. Mai: 11–17 Uhr)

KASSEL

9. Februar bis 5. August:

Porträts von Tizian bis Tischbein

Den Erwerb eines bisher unbekannten Bildes des Duc de Châtillon von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. nimmt das Museum Schloss Wilhelmshöhe zum Anlass, lebensgroße Porträts in ganzer Figur unter anderem von Tizian, van Dyck, Cotes, Rembrandt und Rubens zu präsentieren. Die großformatigen Damen und Herren stehen ebenso für die Pracht-entfaltung des Adels wie für das zunehmende bürgerliche Selbstbewusstsein.

Museum Schloss Wilhelmshöhe, Schloss-
park 1, Di.–So. 10–17, Mi. 10–20 Uhr

SAARBRÜCKEN

9. Februar bis 29. April:

Das letzte Bild – Ansichten vom Tod

© Andres Serrano

Sie kreieren erbarmungslose, stille, unscheinbare Ansichten des Sterbens, die emotional berühren, ohne einen medialen Voyeurismus zu bedienen. In Fotografie, Installation und Video setzen sich Gegenwartskünstler in der Stadtgalerie Saarbrücken mit dem Tod auseinander (Bild: An-dres Serrano, Infection Pneumonia, 1992). Parallel – vom 10. März bis 28. April – spürt eine Ausstellung im Rathaus der Stadt unter dem Titel „Schlafes Bruder“ der Wesensverwandtschaft von Traum und Tod in der aktuellen Kunst nach.

Stadtgalerie, St. Johanner Markt 24,
Di.–Fr. 12–18, Sa./So. 11–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

© DZ Bank

Freuds Vermächtnis

Welche Rolle spielt die Fotografie für die Psychologie und inwieweit beeinflusst umgekehrt die Erforschung des Unbewussten künstlerische Bildwelten? Zu ihrem 25-jährigen Bestehen untersucht die DZ Bank Kunstsammlung das Verhältnis von Psychologie und Kunst: Rund 60 Exponate, neben Fotoarbeiten auch wissenschaftliche Objekte, repräsentieren äußere und innere Bilder des Menschen. So beschäftigt sich Robert Longo in der Serie „The Freud Cycle“ auf mystische Weise mit den Wohn- und Arbeitsräumen Sigmund Freuds (Bild: „Untitled. Freud’s Desk and Chair, Study Room“, 1938, 2002/2003). Unter den weiteren Künstlern der Ausstellung befinden sich Alexandra Baumgartner, Sophie Calle, Hans-Peter Feldmann, John Hilliard, Arnulf Rainer, Walter Schels und Taryn Simon.

„Inside Out – Psychologie und Fotografie“,
Art Foyer der DZ Bank, Platz der Republik, Frankfurt/Main, Di.–Sa. 11–19, Do. 11–20 Uhr (7. Februar bis 12. Mai)

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