ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2018Schwangerschaftsregister „Rhekiss“
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In Ergänzung zum sehr interessanten Beitrag von Bolz und Kollegen (1) sollte unbedingt angemerkt werden, dass aufgrund ihrer Häufigkeit auch zahlreiche entzündlich rheumatologische und systemisch immunologische Erkrankungen bei Schwangeren als Begleiterkrankungen bestehen können und die Schwangerschaft die jeweilige Entität substanziell verändern können. Im umgekehrten Fall kann die Aktivität der rheumatischen Grunderkrankung den Verlauf der Schwangerschaft ebenfalls positiv wie negativ beeinflussen. Klassische Beispiele, die in ihrer Gesamtheit bis zu 5 % der Schwangeren betreffen können (und somit deutlich häufiger als die mit 1 % vorkommende Hyperthyreose), sind die rheumatoide Arthritis, die entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen, die Psoriasisarthritis und natürlich alle Kollagenosen und Vaskulitiden. Daneben sind in der Regel Patientinnen mit rheumatischen Grunderkrankungen mit immunsuppressiven Langzeitmedikamenten eingestellt, deren Effektivität es überhaupt erlaubt, schwanger zu werden und die Schwangerschaft erfolgreich abzuschließen. Da gerade zu diesen Medikamenten in den letzten Jahren zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen wurden, sollte jede Schwangerschaft bei einer Patientin mit einer entzündlich rheumatischen Erkrankung von einem internistischen Rheumatologen begleitet werden (2). Angemerkt werden sollte auch, dass gerade im angesprochenen Bereich Varicosis und Thrombosen das Vorhandensein von Kollagenose-assoziierten Antiphospholipid-Antikörpern eine Hochrisikogruppe definieren und deren Kenntnis und gegebenenfalls Therapie entscheidend für den Ausgang einer Schwangerschaft sein kann (3). Um langfristig noch präzisere Aussagen machen zu können wurde für alle Kollegen in Deutschland das bundesweite Schwangerschaftsregister „Rhekiss“ etabliert, in dem prospektiv Daten zum Verlauf von Schwangerschaften bei Frauen mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen dokumentiert werden können und auch sollten (4).

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0112a

Prof. Dr. med. Ulf Müller-Ladner

Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Campus Kerckhoff, Bad Nauheim

u.mueller-ladner@kerckhoff-klinik.de

PD Dr. med. Rebecca Fischer-Betz

Abteilung Rheumatologie, Universitätsklinikum Düsseldorf

Interessenkonflikt

PD Dr. Fischer-Betz erhielt Honorare für Vorträge von Abbvie, Chugai, MSD, Roche, UCB, Pfizer, Celegne, Janssen und Lilly.

Prof. Müller-Ladner erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Bolz M, Körber S, Reimer T, Buchmann J, Schober HC, Briese V: The treatment of illnesses arising in pregnancy. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 616–26 VOLLTEXT
2.
Götestam Skorpen C, Hoeltzenbein M, Tincani A, et al.: The EULAR points to consider for use of antirheumatic drugs before pregnancy, and during pregnancy and lactation. Ann Rheum Dis 2016; 75: 795–810 CrossRef MEDLINE
3.
Andreoli L, Bertsias GK, Agmon-Levin N, et al.: EULAR recommendations for women‘s health and the management of family planning, assisted reproduction, pregnancy and menopause in patients with systemic lupus erythematosus and/or antiphospholipid syndrome. Ann Rheum Dis 2017; 76: 476–85 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.
Rheuma, Kinderwunsch und Schwangerschaft. www.rhekiss.de (last accessed on 15 January 2018).
1. Bolz M, Körber S, Reimer T, Buchmann J, Schober HC, Briese V: The treatment of illnesses arising in pregnancy. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 616–26 VOLLTEXT
2.Götestam Skorpen C, Hoeltzenbein M, Tincani A, et al.: The EULAR points to consider for use of antirheumatic drugs before pregnancy, and during pregnancy and lactation. Ann Rheum Dis 2016; 75: 795–810 CrossRef MEDLINE
3. Andreoli L, Bertsias GK, Agmon-Levin N, et al.: EULAR recommendations for women‘s health and the management of family planning, assisted reproduction, pregnancy and menopause in patients with systemic lupus erythematosus and/or antiphospholipid syndrome. Ann Rheum Dis 2017; 76: 476–85 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4. Rheuma, Kinderwunsch und Schwangerschaft. www.rhekiss.de (last accessed on 15 January 2018).

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