ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2018Öko­nomi­sierung: T.i.n.A. gibt es nicht
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T.i.n.A. (Abkürzung für für There ist no Alternative) gibt es nicht. In seinem Artikel stellt der Autor die Entwicklung hin zu einer Gesundheitsindustrie als unumkehrbar und quasi naturgesetzlich dar: ... „Sie (Gesundheitswesen, Bildungswesen und andere Facetten der Gesellschaft) folgen der Entwicklung, die unsere Gesellschaft als zunehmend global in wirtschaftliche, politische und militärische Verpflichtungen eingebundenen Teil einer Weltgemeinschaft formt.“ Der Autor verschweigt, dass es eine politische Entscheidung war, dass Krankenhäuser Gewinne machen dürfen und in Anbetracht der unzureichenden Finanzierung der Investitionen durch die Länder auch machen müssen. Es gibt nach wie vor Gesundheitssysteme, in denen der demokratische Staat und damit die Bürger die Prioritäten des Gesundheitswesens festlegen. Dabei sind diese deutlich effektiver als vorwiegend marktwirtschaftlich organisierte Systeme: Während in den USA circa 8 500 Dollar pro Jahr und Einwohner für Gesundheit ausgegeben werden, sind es in Schweden nur 5 200 US-Dollar. Dabei ist die Kindersterblichkeit in den USA mehr als doppelt so hoch und die Müttersterblichkeit bei der Geburt sieben Mal so hoch wie in Schweden. Allerdings wird es – Gott sei Dank – kein zurück zu dem „Halbgott in Weiß“ geben, da auch medizinische Informationen für viele Menschen über das Internet verfügbar sind und damit Ärzte ihr Handeln zunehmende plausibel erklären müssen und ihnen weder der einzelne Patient noch die Gesellschaft einfach glaubt.

Reiner Klick, 45138 Essen

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