ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2018Öko­nomi­sierung: Druck politisch beseitigen
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Dass die Autoren ethische Fragen nicht nur am Lebensbeginn und am Lebensende, sondern in einem zentralen Bereich der medizinischen Versorgung, dem Krankenhaus, thematisieren, ist sehr zu begrüßen. Indem sie ethische Vorgaben als integralen Bestandteil des Managements fordern, entlasten sie den einzelnen Arzt davon, sich zwischen betriebswirtschaftlichen Anforderungen der Institution und eigenen ethischen Anforderungen entscheiden zu müssen – die Balance von Ethik und Ökonomie muss dann das Krankenhaus finden. Allerdings stellt sich die Frage, ob nicht das einzelne Krankenhaus genauso wie der einzelne Arzt damit überfordert ist, wenn die Ursachen des finanziellen Drucks außerhalb des Krankenhauses im Bereich gesundheitspolitischer Vorgaben liegen, wie im Artikel beschrieben.

So stellt sich nach der Lektüre des Beitrags die Frage, ob es nicht der Königsweg wäre, wenn sich die Vertreter der Ärzteschaft vorrangig dafür einsetzten, dass die Ursachen des Drucks im Krankenhaus, zum Beispiel die im Artikel genannte „dysfunktionale duale Finanzierung der Investitionen durch die Bundesländer“ beseitigt werden, damit aus Ökonomie nicht Ökonomismus wird, sondern Ökonomie als Mittel für eine Optimierung der Versorgung – und damit ethisch im Sinne einer Nutzenmaximierung – genutzt wird.

Dr. med. Elisabeth Nüchtern, 76185 Karlsruhe

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