ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2018Brustkrebs: Aktualisierte S3-Leitlinie erschienen

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Brustkrebs: Aktualisierte S3-Leitlinie erschienen

Dtsch Arztebl 2018; 115(7): A-302

Hillienhof, Arne

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Die S3-Leitlinie Brustkrebs ist im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie aktualisiert worden. Die neue Version entstand unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft und richtet sich an alle Ärzte und Angehörige von Berufsgruppen, die mit der Versorgung von Brustkrebspatientinnen befasst sind. 

Die überarbeitete S3-Leitlinie umfasst nun auch den bislang separat gefassten Bereich Früherkennung. Foto: picture alliance
Die überarbeitete S3-Leitlinie umfasst nun auch den bislang separat gefassten Bereich Früherkennung. Foto: picture alliance

Der Bereich der Früherkennung, bisher eine separate S3-Leitlinie, wurde nun in die S3-Leitlinie Brustkrebs integriert: Spezielle Empfehlungen definieren dabei das Vorgehen bei hoher Brustdichte und den Umgang mit speziellen Untersuchungsverfahren. 

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Ein weiterer Abschnitt widmet sich dem Vorgehen bei Frauen mit erhöhter familiärer Belastung. Die Leitlinie gibt hier explizite Empfehlungen und Beratungshilfen zum Umgang mit einem erhöhten Lebenszeitrisiko für weitere Malignome.

In der Diagnostik sind neue Empfehlungen zu den bisherigen hinzugekommen: Patientinnen mit hohem Rückfall- beziehungsweise Metastasierungsrisiko wird nun explizit eine computertomographische Untersuchung von Brust- und Bauchraum empfohlen. Außerdem weist die Leitlinie darauf hin, dass der Biomarker Ki67 zu den herkömmlichen Prognosefaktoren hinzugenommen werden und dass die Durchführung von sogenannten Multigen-Tests in bestimmten Situationen sinnvoll sein kann.

Das Kapitel zur operativen Therapie berücksichtigt in der aktuellen Version modernere Operationsverfahren und das Vorgehen beim axillären Staging unter besonderer Berücksichtigung der zunehmend häufiger durchgeführten neoadjuvanten Therapien. Insgesamt soll mit den neuen Empfehlungen die Radikalität gesenkt werden. Die Empfehlungen zur Strahlentherapie verfolgen wie im operativen Bereich zunehmend deeskalierende Strategien: Besonders bei fortgeschrittenem Alter können Verfahren der Hypofraktionierung und alleiniger Teilbrustbestrahlung mit der Patientin diskutiert werden.

Neben Empfehlungen zu beeinflussbaren Lebensstilfaktoren gibt die aktualisierte Leitlinie auch für das Vorgehen bei Lokalrezidiv und der metastasierten Erkrankung Empfehlungen: Beim Lokalrezidiv sollen zum Beispiel neben der In-Sano-Resektion auch Möglichkeiten der erneuten Strahlentherapie und der Re-Induktion von Zystostatika geprüft werden

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen. Mittlerweile umfasst das Leitlinienprogramm mehr als 20 S3-Leitlinien, die zu einem großen Teil auch als laienverständliche Patientenleitlinien vorliegen. hil

http://daebl.de/LW59

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