ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2018„Wir bieten den Ärzten mehr Zeit für ihre Patienten“

ÄRZTESTELLEN: Nachgefragt

„Wir bieten den Ärzten mehr Zeit für ihre Patienten“

Dtsch Arztebl 2018; 115(7): [4]

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Interview mit Dipl.-Kauffrau Christine Seith, Geschäftsführerin der Kinderarzthaus AG in der Schweiz

Frau Seith, Sie betreiben drei Kinderarztpraxen in Aarau, St. Gallen und Zürich. Was macht die Kinderarzthaus AG für deutsche Ärzte attraktiv?

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Die meisten deutschen Kinderärzte, die sich bei uns bewerben, kommen aus einer eigenen Praxis oder einem MVZ. In der Regel sind sie der zunehmenden Arbeitsbelastung mit bis zu 80 Patienten am Tag überdrüssig. Bei uns behandelt ein Kinderarzt zwischen 30 und 50 Patienten und damit deutlich weniger. Er kann sich für jeden Einzelnen mehr Zeit nehmen, was die Schweizer auch erwarten.

Gibt es aus Ihrer Sicht weitere Vorteile, was die Arbeitsbedingungen angeht?

Ja, wir bieten den Ärzten mehr Sicherheit als in der Selbstständigkeit. Bei uns sind die Kinderärzte angestellt und haben verlässliche Arbeitszeiten. Unsere Öffnungszeiten sind fix, die Ärzte erhalten ihre Arbeitspläne drei Monate im Voraus. Sie haben fünf Wochen Ferien pro Jahr plus eine bezahlte Woche für die Weiterbildung.

Wie sieht es mit den Verdienstmöglichkeiten aus?

Unsere Nettolöhne sind attraktiv, da die Steuerbelastung geringer ausfällt als in Deutschland. Zudem beteiligen wir die Ärzte am Umsatz. Wer gut organisiert und bei den Patienten beliebt ist, sieht dies im Lohn widergespiegelt. Doch wer nur am besseren Verdienst interessiert ist, passt nicht zu uns. Am wichtigsten ist, dass Ärzte ihren Beruf aus Leidenschaft und Liebe zu den Kindern gewählt haben.

Wer in die Schweiz wechselt, verlegt meist sein ganzes Leben. Welche Herausforderungen bringt das mit sich?

Trotz gemeinsamer Sprache darf man nicht unterschätzen, dass man in ein anderes Land geht. Im Job heißt das, erst einmal zu lernen: das Abrechnungssystem Tarmed, neue Medikamentennamen, einen leicht anderen Impfplan, teils andere Gepflogenheiten und Behandlungspfade. Auch muss man sich beruflich wie privat neu vernetzen.

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