ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2018Aida Seif al-Dawla: Zeichen gegen Folter und Gewalt in Ägypten

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Aida Seif al-Dawla: Zeichen gegen Folter und Gewalt in Ägypten

Dtsch Arztebl 2018; 115(7): A-303 / B-257 / C-257

Spielberg, Petra

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Aida Seif al-Dawla, Foto: Amnesty International/Dana Smillie
Aida Seif al-Dawla, Foto: Amnesty International/Dana Smillie

Das Nadeem-Zentrum in Kairo hat den Menschenrechtspreis 2018 der deutschen Sektion von Amnesty International erhalten. Mitgegründet hat die Einrichtung 1993 die Psychiaterin Dr. Aida Seif al-Dawla. Ziel war es, Folter und Gewalt durch ägyptische Sicherheitskräfte zu dokumentieren und die Betroffenen medizinisch und psychologisch zu unterstützen. al-Dawla koordiniert zurzeit das Rehabilitationsprogramm für Folterüberlebende.

Die vom Nadeem-Zentrum betriebene Klinik ist die einzige Einrichtung ihrer Art in Ägypten. Das Zentrum arbeitet mit anderen Nicht-Regierungsorganisationen zusammen, um Gewaltopfer auch juristisch zu unterstützen. Neben Folterüberlebenden können sich auch Frauen an das Zentrum wenden, die vergewaltigt wurden oder häusliche Gewalt erfahren haben. Seit 2016 gehen die ägyptischen Behörden massiv gegen das Zentrum vor. Im Februar 2017 wurde es geschlossen. Doch al-Dawla und ihre Kollegen geben nicht auf. „Wir finden immer einen Weg, Betroffenen zu helfen. Seit der Schließung der Klinik haben unsere Therapeuten nicht einen einzigen Tag lang aufgehört, Patienten zu versorgen“, sagt die streitbare Psychiaterin. Der Kampf gegen die Folter sei für sie und ihr Team zu einem persönlichen Anliegen geworden. „Ja, wir nehmen Folter persönlich und wir werden nicht aufhören, sie öffentlich anzuprangern“, sagt al-Dawla. Die 67-Jährige stammt aus einer politisch aktiven Familie. Ihr eigenes politisches Engagement begann bereits während des Studiums in den 1970er-Jahren. Petra Spielberg

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