ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2018Stationäre Versorgung: Steigende Sachkosten machen Kliniken zu schaffen

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Stationäre Versorgung: Steigende Sachkosten machen Kliniken zu schaffen

Dtsch Arztebl 2018; 115(8): A-316 / B-270 / C-270

Hillienhof, Arne

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Für die Studie wurden Geschäftsberichte aus 171 deutschen und 186 englischen Krankenhäusern ausgewertet. Foto: Wavebreadmedia/iStockphoto
Für die Studie wurden Geschäftsberichte aus 171 deutschen und 186 englischen Krankenhäusern ausgewertet. Foto: Wavebreadmedia/iStockphoto

Der Kostendruck auf die Krankenhäuser wird steigen. Das hat die Unternehmensberatung Inverto in einer Studie zur Entwicklung der Sachkosten in Kliniken ermittelt. Demnach stiegen diese seit 2002 um 86 Prozent. Im gleichen Zeitraum nahmen die Personalkosten um 54 Prozent zu. Vor allem große Kliniken mit mehr als 1 000 Betten haben der Analyse zufolge mit steigenden Sachkosten zu kämpfen. Dies führen die Autoren darauf zurück, dass große Häuser oft komplexere Fälle betreuten und viele unterschiedliche Erkrankungen behandeln. Allerdings sind die Sachkosten in großen Kliniken seit 2009 nur um vier Prozent gestiegen, während kleine und mittlere inzwischen 18 beziehungsweise 19 Prozent mehr investieren müssen. Ein weiteres Ergebnis: Offenbar wirtschaften privat geführte Häuser effizienter als öffentliche. Der Studie zufolge geben sie pro Bett rund 25 Prozent weniger für Sachmittel aus. Auch sei es ihnen gelungen, den Sachkostenanteil in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich um weitere zwei Prozent zu senken, während er bei öffentlichen Häusern um sieben Prozent stieg. Ein Grund für die Steigerung der Sachkosten sei das Krankenhausstrukturgesetz, so die Autoren. Es bewerte die Sachkosten für die Fallpauschalen geringer und setze die Pflegekosten höher an. Zugleich würden erstmals private Krankenhäuser in die Bemessungsgrundlage für die Vergütung der Standardfälle einbezogen. Die Vorgaben bewirkten, dass Kliniken ihre Ausgaben für Sachmittel auf den Prüfstand stellen und Einsparpotenziale finden müssten, um kostendeckend arbeiten zu können, so das Fazit der Berater. hil

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