ArchivDeutsches Ärzteblatt25/1996Tätigkeitsbericht: Lebhafter Beifall für Vilmar

POLITIK: Deutscher Ärztetag

Tätigkeitsbericht: Lebhafter Beifall für Vilmar

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Buchstäblich in letzter Minute kam ein Thema aufs Tapet, das in den Monaten zuvor die Öffentlichkeit und während des Ärztetages in der Lobby auch die Delegierten des längeren beschäftigt hatte: Die Vorkommnisse in der Ärztekammer Bremen, in die der frühere Kammer-Hauptgeschäftsführer verwickelt war und in die auch Dr. Karsten Vilmar hineingezogen wurde (zu den Details und zum Hintergrund vgl. den Kommentar "Verantwortungslose Kampagne" in Heft 19 sowie die dazu in Heft 22 veröffentlichten Zuschriften). Zu dem Tagesordnungspunkt "Tätigkeitsbericht der Bundes­ärzte­kammer" reichten einige hessische Delegierte einen Antrag ein, mit dem Vilmar aufgefordert wurde, über die Bremer Vorkommnisse zu berichten. Das war Antrag Nr. 42. Zuvor behandelte der Ärztetag kurz und knapp die weiteren zu diesem Tagesordnungspunkt vorliegenden Anträge, die so gut wie das gesamte Spektrum der ärztlichen Berufspolitik und der Gesundheitspolitik betreffen. Sie sind in der Dokumentation der Beschlußfassungen dieses Ärztetages in diesem Heft wiedergegeben. Eine ausgiebige Debatte gab es zu keinem der angeschnittenen Themen. Die Zeit reichte einfach nicht, die Redezeit war auf eine Minute pro Redner beschränkt. Am Schluß des Ärztetages stand Vilmars Erklärung. Vilmar schilderte knapp und nüchtern den Sachverhalt, nämlich die Verfehlungen des früheren Hauptgeschäftsführers der Bremer Kammer und einen vor dem Arbeitsgericht geschlossenen Vergleich. Vilmar schloß: "Mir ist vielleicht vorzuwerfen, daß ich einem leitenden Mitarbeiter – er war lange Jahre der einzige leitende kaufmännische Mitarbeiter – vertraut habe. Ohne Vertrauen kann man aber eine derartige Position überhaupt nicht ausfüllen. Das geht auch in der Bundes­ärzte­kammer nicht. Man muß leitenden Mitarbeitern vertrauen. Das ist in gröblicher Weise mißbraucht worden. Daß ich das zutiefst bedauere, liegt auf der Hand. Für die Bundes­ärzte­kammer und den Deutschen Ärztetag hat das aber sicher keinerlei Konsequenzen."
Die Delegierten bedachten die Erklärung mit lebhaftem Beifall. Auf eine weitere Diskussion wurde verzichtet, nicht einmal die Antragsteller meldeten sich zu Wort. Die Bremer Affäre dürfte damit – jedenfalls was die "Bundesebene" angeht – beendet sein. Norbert Jachertz
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