ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2018Günter Blobel †: Wissenschaftsikone der Zellbiologie verstorben

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Günter Blobel †: Wissenschaftsikone der Zellbiologie verstorben

Dtsch Arztebl 2018; 115(9): A-399 / B-335 / C-335

Spielberg, Petra

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Günter Blobel, Foto: HHHMI
Günter Blobel, Foto: HHHMI

Im Alter von 81 Jahren ist in New York der deutschstämmige Biochemiker und Medizinnobelpreisträger Dr. rer. nat. Günter Blobel verstorben. Sein Hauptforschungsgebiet waren die Mechanismen der innerzellulären Sortierung von Proteinen und die Suche nach Möglichkeiten, deren Funktion optimal zu erhalten. 1999 brachte ihm die Entdeckung, dass viele neu gebildete Proteine eine Signalsequenz besitzen, die ihren Transport und ihre Lokalisierung innerhalb der Körperzelle steuert, den Medizinnobelpreis ein. Diese Erkenntnis trug dazu bei, bestimmte Erbkrankheiten zu erklären, deren Mechanismus auf einem fehlerhaften Transport von Proteinen beruht.

Neben seiner Forschung war Blobel auch für sein großes Engagement beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche und des umgebenden Neumarktes bekannt. So spendete er einen Großteil seines Nobelpreisgeldes für die Kirchenrekonstruktion an die von ihm selbst gegründete Stiftung „Friends of Dresden“.

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Blobel wurde 1936 im schlesischen Waltersdorf geboren. Ende des Zweiten Weltkrieges floh er mit seinen Eltern nach Dresden und erlebte dort hautnah die Zerstörung der Stadt mit. Sein Medizinstudium absolvierte er in Frankfurt am Main, München, Kiel, Freiburg im Breisgau und Tübingen. 1967 promovierte er an der University of Wisconsin zum Ph.D. und wechselte danach an die Rockefeller University, New York. Im Jahr 1987 erhielt Blobel die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Fünf Jahre später wurde er zum ordentlichen Professor an der Rockefeller University ernannt. Petra Spielberg

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