ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2018Bundesversicherungsamt: Betreuungsstrukturverträge sind unzulässig

AKTUELL

Bundesversicherungsamt: Betreuungsstrukturverträge sind unzulässig

Dtsch Arztebl 2018; 115(9): A-359 / B-307 / C-307

Maybaum, Thorsten

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Bei bestehenden Verträgen wollen die Aufsichtsbehörden eine einheitliche und konsequente Linie verfolgen. Foto: luisami/stock.adobe.com
Bei bestehenden Verträgen wollen die Aufsichtsbehörden eine einheitliche und konsequente Linie verfolgen. Foto: luisami/stock.adobe.com

Betreuungsstrukturverträge, die zuletzt als Versorgungsstärkungsverträge bekannt geworden sind, sind unzulässig. Darauf haben sich die Aufsichtsbehörden des Bundes und der Länder über die Krankenkassen verständigt, wie das Bundesversicherungsamt (BVA) mitteilte. Grund sei, dass die Verträge unter anderem Vergütungspauschalen für Ärzte vorsehen, die sich nach der Anzahl der dokumentierten Diagnosen richten. Die jeweils vertraglich festgelegte Auswahl von Diagnosen sei in der Regel für den morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleich „relevant und hat somit Einfluss auf die Zuweisungen der Krankenkasse“, heißt es vom BVA. „Da die Beschlüsse strengere Anforderungen an die vertraglichen Leistungen festlegen und sich zudem gegen die nach der Anzahl der dokumentierten Diagnosen ausgerichtete Vergütungsregelungen richten, können die Aufsichtsbehörden künftig effektiv gegen solche Vertragsschlüsse vorgehen“, erklärte BVA-Präsident Frank Plate. Die Aufsichtsbehörden hätten vereinbart, auf außerordentliche Kündigungen der betroffenen Verträge hinzuwirken. Ärger gibt es derzeit zudem um eine mögliche Diagnosebeeinflussung der Kassen mithilfe der Praxissoftware. Das BVA bemängelt Verträge von Krankenkassen mit Praxissoftwareherstellern. Man befinde sich derzeit mit den betroffenen Kassen im „aufsichtsrechtlichen Dialog“, sagte ein BVA-Sprecher. may

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema