ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2018Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung: Beitragsschulden der Versicherten nähern sich acht Milliarden Euro

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Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung: Beitragsschulden der Versicherten nähern sich acht Milliarden Euro

Dtsch Arztebl 2018; 115(9): A-362 / B-308 / C-308

Maybaum, Thorsten

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Die höchsten Rückstände sammelten sich bei freiwillig gesetzlich Krankenversicherten an. Foto: eyetronic/stock.adobe.com
Die höchsten Rückstände sammelten sich bei freiwillig gesetzlich Krankenversicherten an. Foto: eyetronic/stock.adobe.com

Die Beitragsschulden aller Versicherten in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sind zum Jahrsende 2017 weiter angestiegen. Sie betrugen im Dezember 2017 rund 7,823 Milliarden Euro, wie aktuelle Daten des Bundesversicherungsamtes (BVA) zeigen, die dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ) vorliegen. Zum Jahresbeginn 2017 hatten die Beitragsschulden demnach noch bei 6,155 Milliarden Euro gelegen. Im Juli waren es 7,045 Milliarden Euro. Kurz vor der Bundestagswahl 2013 betrugen die Beitragsschulden noch etwa 2,2 Milliarden Euro. Angesichts von damals mehr als 200 000 Nichtversicherten hatte die große Koalition im Jahr 2007 eine Versicherungspflicht eingeführt. Die höchsten Rückstände entfielen den Daten zufolge Ende 2017 auf die freiwillig gesetzlich Krankenversicherten. Deren Schuldenberg belief sich Ende Dezember 2017 auf rund 6,292 Milliarden Euro. Für die soziale Pflegeversicherung ergab sich ein Rückstand der Beitragszahlungen von rund einer Milliarde Euro. Darauf hat die Bundesregierung jüngst in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hingewiesen. Die Regierung betonte darin, die Zahlen für die GKV ließen keine Rückschlüsse auf Personengruppen, wie zum Beispiel hauptberuflich selbstständige Erwerbstätige zu. Eine Differenzierung der Beitragsschulden sei anhand der Zahlen nicht möglich. Die Grünen hatten speziell nach der Beschäftigungssituation von Honorarlehrkräften gefragt. Aus der Antwort der Bundesregierung geht weiter hervor, dass der Rückstand der Beitragsschulden in der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) im Vergleich zur GKV deutlich niedriger ist. Dieser belief sich demnach Ende 2016 auf rund 262 000 Euro. Für 2017 liegen der Bundesregierung keine Daten zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung vor, wie es weiter hieß. may

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