ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2018Sozialpsychiatrische Leistungen: Schiedsstelle muss über Vergütung entscheiden

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Sozialpsychiatrische Leistungen: Schiedsstelle muss über Vergütung entscheiden

PP 17, Ausgabe März 2018, Seite 100

Hillienhof, Arne

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Die Expertise aller Fachgruppen ist in den regelmäßigen Fallkonferenzen sozialpsychiatrischer Praxen gefragt. Foto: Georg J. Lopata
Die Expertise aller Fachgruppen ist in den regelmäßigen Fallkonferenzen sozialpsychiatrischer Praxen gefragt. Foto: Georg J. Lopata

Bei der Auseinandersetzung um die Vergütung einer teamübergreifenden Behandlung von Kindern und Jugendlichen durch Ärzte, Heilpädagogen, Psychologen sowie Sozialarbeiter hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) jetzt das Schiedsamt angerufen. „Es geht hier um Kinder und Jugendliche mit zum Teil schweren psychischen Belastungen, die eine umfassende Hilfe brauchen“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. med. Andreas Gassen. Er wies darauf hin, dass das Vergütungsniveau dem des Jahres 2009 entspreche. Dies könne den heutigen Bedingungen und Kostenstrukturen des teamübergreifenden Ansatzes nach der Sozialpsychiatrievereinbarung nicht mehr Rechnung tragen, erläuterte der KBV-Vorstandsvorsitzende.

Grundlage der sozialpsychiatrischen Versorgung ist eine 2009 getroffene bundeseinheitliche Sozialpsychiatrievereinbarung als Anlage zum Bundesmantelvertrag zwischen Ärzten und Krankenkassen. Ein an dieser Vereinbarung teilnehmender Vertragsarzt muss mindestens einen Heilpädagogen und einen Sozialarbeiter beziehungsweise eine entsprechende Zahl von Mitarbeitern mit jeweils vergleichbaren Qualifikationen anstellen sowie für den Bedarfsfall die Kooperation mit psychologischen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Sprach-, Ergo- und Physiotherapeuten nachweisen. Die KBV hatte in den Verhandlungen mit den Krankenkassen gefordert, die Vergütungspauschalen um insgesamt 37 Millionen Euro zu erhöhen. „Es ist unglaublich, dass die Vertreter des GKV-Spitzenverbands nicht bereit sind, über ein faires Angebot zu verhandeln“, kritisierte Dr. med. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. Das Angebot der Krankenkassen sei so niedrig gewesen, dass damit nur ein geringer Bruchteil der Kostensteigerungen der vergangenen neun Jahre aufgefangen worden wäre. hil

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