ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2018Menschenrechte: Genitalverstümmlung auch ein Problem in Deutschland

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Menschenrechte: Genitalverstümmlung auch ein Problem in Deutschland

PP 17, Ausgabe März 2018, Seite 101

Hillienhof, Arne

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Die Beschneidung von Mädchen und Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung und hat schwerwiegende körperliche und seelische Folgen. Darauf hat die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) angesichts des internationalen Tags gegen Genitalverstümmelung aufmerksam gemacht und zugleich auf die Bedeutung auch für Deutschland hingewiesen. Man müsse davon ausgehen, dass dieses Problem mit der wachsenden Zahl von Geflüchteten in Europa zunehme, sagte der Menschenrechtsbeauftragte der BÄK und Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg, Dr. med. Ulrich Clever. Die BÄK hat „Empfehlungen zum Umgang mit Patientinnen nach weiblicher Genitalverstümmelung“ erarbeitet, damit Ärzte den traumatisierten Frauen die notwendige Sensibilität entgegenbringen können. „Die anatomischen und seelischen Folgen von Genitalverstümmelung müssen bei Geburt, Operation sowie Wundversorgung medizinisch und psychotherapeutisch berücksichtigt werden“, sagte Clever. Eine kultursensible Beratung und Anamnese sei in den Mittelpunkt der Behandlung zu stellen. Clever betonte zudem, dass die Rechtslage in Deutschland eindeutig sei: Genitalverstümmelung sei ein Straftatbestand und könne mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden. Insbesondere Eltern drohten im Zusammenhang mit dem Eingriff je nach Tatbeitrag erhebliche strafrechtliche Konsequenzen. Das Hilfswerk Terre des Femmes rechnet in Deutschland mit mehr als 58 000 betroffenen und rund 13 000 gefährdeten Mädchen und jungen Frauen. hil

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