ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2018Bewertungsportale: Wer zahlt, verliert

BRIEFE

Bewertungsportale: Wer zahlt, verliert

Dtsch Arztebl 2018; 115(10): A-442 / B-385 / C-385

Gorenflos, Peter

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Wer sich kurzfristig einen Vorteil von einer Mitgliedschaft in einem Kombi-Portal wie Jameda verspricht, der übersieht die langfristige Zielsetzung einer solchen Firma. Wenn das Marktmonopol erst einmal erreicht ist – und Jameda ist nicht mehr weit davon entfernt – dann werden nicht nur Platin- gegen Gold-Kunden ausgespielt und die Preise in die Höhe getrieben. Dann gibt es auch keinen Grund mehr, etwas anderes zu praktizieren als zum Beispiel das HRS-Portal gegenüber den Hotels. Man verlangt Umsatzbeteiligung. Bei HRS sind das mittlerweile bis zu 15 Prozent und was das im Gesundheitswesen mit einem Jahresbudget von circa 250 Milliarden Euro bedeuten würde, das muss man sich klarmachen. Mit diesen Einnahmen bedient man dann Aktionäre, die sich über die Kurzsichtigkeit von Ärzten und Zahnärzten eins ins Fäustchen lachen. Auch die freie Arztwahl gehört dann der Vergangenheit an, wird zum Relikt aus dem vor-digitalen Zeitalter, denn die Verteilung der Patienten wird dann faktisch über die Internetpräsenz des Portals geregelt. Wehret den Anfängen.

Dr. Peter Gorenflos, 10551 Berlin

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema