ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2018Randnotiz: Zu viel Haut
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Zu viel nackte Haut wird nicht in allen sozialen Netzwerken geduldet. Beine mit Ekzemen können zum Beispiel von Facebook erfahrungsgemäß genauso gelöscht werden wie Bilder von einem Rücken mit Masern. Was im Einzelfall zu verschmerzen wäre, erreicht seine Grenzen, wenn durch die Löschung der Aufnahmen Aufklärungsarbeit eingeschränkt wird, wie bei der „Bitte berühren“-Kampagne geschehen (www.bitteberuehren.de). Diese will durch ästhetisch anmutende Bilder der Schuppenflechte auf die soziale Stigmatisierung der Betroffenen aufmerksam machen. Doch Facebook und Instagram haben etwas dagegen, wie der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) erklärte. Er kritisierte, dass beide sozialen Netzwerke Bilder von Psoriasis-Hautpartien löschen, die im Rahmen der Kampagne gegen Stigmatisierung der Erkrankten hochgeladen worden waren. „Die in den letzten Tagen häufig aufgetretene Zensur von Bildmaterial der Erkrankung stellt einen Rückschritt in der Entstigmatisierung von Betroffenen dar und spiegelt die traurige Realität der Betroffenen wieder“, sagte Ralph von Kiedrowski, Vorstand des Berufsverbandes. Die Bilder entsprächen den beiden Unternehmen zufolge nicht dem „Gemeinschaftsstandard“ und seien von Mitgliedern der Community gemeldet worden, so der BVDD. Da scheint sowohl bei den Usern als auch den Unternehmen Aufklärungsarbeit notwendig. Für den BVDD ist die Zensur jedenfalls ein Spiegelbild jener Diskriminierung, der viele Betroffenen der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung immer wieder in verschiedenen Lebenssituationen ausgesetzt sind.

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