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KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung: Praxen vor finanziellen Risiken bei der TI-Anbindung schützen

PP 17, Ausgabe März 2018, Seite 100

EB

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Ärzte und Psychotherapeuten dürfen auf den Kosten für die Anbindung an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) nicht sitzenbleiben. Dr. med. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) kündigte bei der KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung in Berlin an, mit den Krankenkassen neu verhandeln zu wollen. Zudem werde sich die KBV bei der Politik für eine Fristverlängerung einsetzen.

„Wir müssen feststellen, dass sich der Markt wahrscheinlich nicht so entwickeln wird, wie vor einem Jahr angenommen“, betonte Kriedel. Noch seien die von der Industrie aufgerufenen Preise für Konnektoren und Lesegeräte durch die Erstattungspauschale abgedeckt. Ab dem dritten Quartal 2018, wenn die Pauschale nochmals signifikant sinkt, nicht mehr. Die KBV rechnet dann mit einer Finanzierungslücke. „Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Praxen am Ende draufzahlen“, sagte der KBV-Vorstand. Deshalb werde die KBV mit den Krankenkassen über höhere Erstattungsbeträge verhandeln.

Nach dem E-Health-Gesetz sind die Krankenkassen verpflichtet, die Kosten für die Anbindung an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) zu tragen. Unter Moderation des Schiedsamtes war im Mai vorigen Jahres eine Finanzierungsvereinbarung zustande gekommen. Es wurde damals verabredet, die Vereinbarung anzupassen, sollten sich die Preise für die technischen Komponenten nicht so entwickeln, wie angenommen.

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Ein weiteres Problem sieht Kriedel in dem engen Zeitplan und den drohenden Honorarkürzungen, wenn Praxen ab 2019 nicht die Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte online abgleichen können. Für die Industrie sei es kaum möglich, bis Jahresende alle Praxen mit der neuen Technik auszustatten, zumal es noch immer nur ein Konnektor-modell gebe. Er gehe davon aus, dass im Laufe des ersten Halbjahres zwei weitere Anbieter Konnektoren auf den Markt bringen. Dann könnten weitere Praxen an die TI angeschlossen werden. Trotzdem dränge die Zeit. „Die Frist muss um mindestens ein halbes Jahr, also bis Juli 2019 verlängert werden“, sagte er. Es gehe nicht an, dass am Ende die Vertragsärzte und -psychotherapeuten unverschuldet bestraft würden. EB

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