ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2018Kulturkalender: Widersprüchliche Menschenbilder

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Kulturkalender: Widersprüchliche Menschenbilder

PP 17, Ausgabe März 2018, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

DRESDEN

Bis 15. April:

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Carl Lohse. Expressionist

Circa 80 Gemälde, Zeichnungen und Plastiken aus wichtigen Sammlungen illustrieren das ausdrucksstarke, farbintensive Werk von Carl Lohse (Bild: Jazzsänger, 1919/21). Der Künstler, der von 1895 bis 1965 in Hamburg und in Bischofswerda bei Dresden lebte, experimentierte mit den verschiedenen Bildsprachen von Expressionismus, Kubismus und Futurismus bis hin zur Abstraktion. Tief geprägt von den gewaltsamen Erlebnissen des 1. Weltkriegs war er ebenso sensibel wie eigensinnig und verweigerte sich unter anderem in seinen letzten Schaffensjahrzehnten in der DDR den Vorgaben eines Sozialistischen Realismus.

Albertinum, Tzschirnerplatz 2,
Di.–So. 10–18 Uhr

HAMBURG

2. März bis 27. Mai:

Thomas Gainsborough. Landschaft

Die Kunsthalle würdigt Thomas Gainsborough (1727–1788) mit einer großen monographischen Schau als „Wegbereiter der modernen Landschaftsmalerei“. Der im Südosten Englands aufgewachsene Künstler maß seinen Naturansichten, in denen er Einflüsse der niederländischen und französischen Landschaftsmalerei kreativ weiterentwickelte, selbst eine wichtigere Rolle zu als seinen Porträts. Besonders interessierten ihn die Verbindung des Menschen mit der Natur und soziale Themen wie ländliche Migration und das Nebeneinander von Armut und Idylle. Zu sehen sind rund 50 Ölbilder und 30 Arbeiten auf Papier.

Kunsthalle, Glockengießerwall 5,
Di.–So. 10–18, Do. 10–21
(außer 29. März, 10. Mai: 10–18) Uhr

München

Bis 29. Juli:

Faust – Goethes Drama in der Kunst

Seit seiner Veröffentlichung im frühen 19. Jahrhundert hat Johann Wolfgang von Goethes Bearbeitung des Fauststoffs zahlreiche Künstler zur bildnerischen Auseinandersetzung angeregt. Die Ausstellung präsentiert mehr als 150 Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Fotografien und Filme, zum Beispiel von Eugène Delacroix, Charles Gounod, Max Beckmann, Anselm Kiefer, Robert Mapplethorpe und Martin Scorsese. Sie konfrontieren die Besucher mit den zeitlosen Fragen des Dramas wie Fausts rastloser Suche nach Sinn und Ziel des modernen Lebens.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, Theatinerstr. 8, tgl. 10–20 Uhr

MÜNSTER

Bis 22. April:

Edward Quinn. Mein Freund Picasso

Der irische Fotograf Edward Quinn traf Picasso erstmals im Jahre 1951 an der Côte d’Azur in Vallauris, wo Picasso in der Töpferwerkstatt Madoura Keramiken fertigte. Zwischen den Männern entwickelte sich eine enge Freundschaft; der Fotograf schuf bis zum Tod Picassos 1973 Tausende Aufnahmen von dem Spanier und seiner Familie. Aus diesem reichen Konvolut sind 125 Arbeiten zu sehen – eine faszinierende Dokumentation von zwei Jahrzehnten eines außergewöhnlichen Künstlerlebens. Parallel zeigt eine weitere Ausstellung Picassos malerische Auseinandersetzung mit der Renaissance.

Kunstmuseum Pablo Picasso, Picassoplatz 1, Di.–So. 10–18 Uhr

OLDENBURG

10. März bis 8. Juli:

Von Angesicht zu Angesicht

Mit feinem Gespür für das Wesen ihrer Modelle und virtuoser Linienführung porträtierte die in Oldenburg geborene und in Düsseldorf, München und Paris ausgebildete Malerin und Grafikerin Marie Stein-Ranke (1873–1964) Männer, Frauen und Kinder, etwa den Komponisten Richard Strauß oder Prinzessin Viktoria Luise von Preußen. Ihre ausdrucksvollen Bilder zeichnen auch ein Porträt der Zeit um 1900.

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Prinzenpalais, Damm 1,
Di.–So. 10–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Die vielen Gesichter der Furcht

© Courtesy the artist.
© Courtesy the artist.

Sie gilt der modernen Philosophie als Grundstimmung menschlicher Existenz, die Psychologie untersucht ihre Ursachen und Ausdrucksformen: Das Phänomen der Angst hat von der Furcht vor Gott bis um Bedrohungsgefühl durch terroristische Angriffe, von der individuellen Phobie bis zur Massenhysterie viele Gesichter und immensen Einfluss auf das Handeln eines jeden Menschen, wie eine spannende Ausstellung des Psychiatriemuseums Dr. Guislain in Gent zeigt (Bild: Tatjana Gerhard, Ohne Titel, 2015). Angst ist ein allgegenwärtiges instinktives Gefühl. Sind wir gar fasziniert davon? Wie viel Kontrolle über unser Leben benötigen und ertragen wir, fragt die Ausstellung und geht vom psychotherapeutischen Gespräch bis zur tiefen Hirnstimulation auf die Methoden ein, mit denen Angststörungen behandelt werden.

„Angst“, Museum für Psychiatriegeschichte Dr. Guislain, Jozef Guislainstraat 43, 9000 Gent, Belgien,
Di.–Fr. 9–17, Sa./So. 13–17 Uhr (bis 27. Mai)

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