ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2018IgG4-assoziierter inflammatorischer Pseudotumor mit bilobären Leberherden

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

IgG4-assoziierter inflammatorischer Pseudotumor mit bilobären Leberherden

IgG4-associated inflammatory pseudotumor with bilobar hepatic foci

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(11): 181; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0181

Büchter, Matthias; Gerken, Guido; Kahraman, Alisan

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a) Computertomograhische Aufnahme des Abdomens mit Nachweis hypodenser Leberläsionen bilobär, vereinbar mit Lymphommanifestation; b) HE-Schnitt der Leberherde mit erkennbaren entzündlichen Infiltraten und Plasmazellen
a) Computertomograhische Aufnahme des Abdomens mit Nachweis hypodenser Leberläsionen bilobär, vereinbar mit Lymphommanifestation; b) HE-Schnitt der Leberherde mit erkennbaren entzündlichen Infiltraten und Plasmazellen
Abbildung
a) Computertomograhische Aufnahme des Abdomens mit Nachweis hypodenser Leberläsionen bilobär, vereinbar mit Lymphommanifestation; b) HE-Schnitt der Leberherde mit erkennbaren entzündlichen Infiltraten und Plasmazellen

Ein 58-jähriger vormals gesunder Patient wurde uns, nach vorher erfolgter umfangreicher Ausschlussdiagnostik, zur weiteren Abklärung multipler Leberherde und des Verdachts auf ein Hodgkin-Lymphom zugewiesen. Aufgefallen war der asymptomatische Patient mit unklar erhöhten Leberwerten im Rahmen einer Routineuntersuchung. In der Beckenkammstanze gab es keinen Hinweis auf eine Lymphominfiltration. Die initiale computertomographische Untersuchung zeigte bilobäre hepatische Herde, gewertet als Lymphommanifestation (Abbildung). Die histologische Aufarbeitung des gewonnenen Lebergewebes zeigte das typische Bild einer IgG4-assoziierten Cholangitis mit bis maximal 200 IgG4-positiven Plasmazellen pro Gesichtsfeld. Serologisch war das IgG4 signifikant erhöht mit 2 528,5 mg/dL. Nach Einleitung einer Steroidstoßtherapie mit anschließender immunsuppressiver Behandlung mit Azathioprin normalisierten sich die Leberwerte, das IgG4 im Serum fiel deutlich ab auf Werte von 678,4 mg/dL, und die vormals beschriebenen Leberrundherde waren in der Kontrolluntersuchung mithilfe der Magnetresonanztomographie 5 Monate nach Therapie nicht mehr nachweisbar. Der Fall verdeutlicht, dass IgG4-assoziierte Erkrankungen histologisch und bildmorphologisch Hodgkin-Lymphomen ähneln können.

Dr. med. Matthias Büchter, Prof. Dr. med. Guido Gerken, PD Dr. med. Alisan Kahraman, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinikum Essen,
alisan.kahraman@uk-essen.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Büchter M, Gerken G, Kahraman A: IgG4-associated inflammatory pseudotumor with bilobar hepatic foci.
Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 181. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0181

►The English version of this article is available online: www.aerzteblatt-international.de

a) Computertomograhische Aufnahme des Abdomens mit Nachweis hypodenser Leberläsionen bilobär, vereinbar mit Lymphommanifestation; b) HE-Schnitt der Leberherde mit erkennbaren entzündlichen Infiltraten und Plasmazellen
a) Computertomograhische Aufnahme des Abdomens mit Nachweis hypodenser Leberläsionen bilobär, vereinbar mit Lymphommanifestation; b) HE-Schnitt der Leberherde mit erkennbaren entzündlichen Infiltraten und Plasmazellen
Abbildung
a) Computertomograhische Aufnahme des Abdomens mit Nachweis hypodenser Leberläsionen bilobär, vereinbar mit Lymphommanifestation; b) HE-Schnitt der Leberherde mit erkennbaren entzündlichen Infiltraten und Plasmazellen

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