ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2018Baden-Württemberg: Gefängnisinsassen dürfen fernbehandelt werden

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Baden-Württemberg: Gefängnisinsassen dürfen fernbehandelt werden

Dtsch Arztebl 2018; 115(11): A-464 / B-406 / C-406

Maybaum, Thorsten; EB

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Das Justizministerium in Baden-Württemberg will mit den Videosprechstunden die Logistik vereinfachen. Foto: dpa
Das Justizministerium in Baden-Württemberg will mit den Videosprechstunden die Logistik vereinfachen. Foto: dpa

Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg hat zwei weitere Modellprojekte zur ausschließlichen ärztlichen Fernbehandlung genehmigt. Sie basieren auf der bisher bundesweit einmaligen Regelung der ärztlichen Berufsordnung in Baden-Württemberg. Konkret handelt es sich um ein Modellprojekt des Justizministeriums und des schwedischen Unternehmens KRY. In dem zunächst auf sechs Monate angelegten Modellprojekt des Justizministeriums sollen Gefangene in Justizvollzugsanstalten telemedizinisch betreut und behandelt werden. Um die medizinische Versorgung rund um die Uhr sicherstellen zu können, will das Ministerium Videosprechstunden mit einem dezentralen Ärztepool verschiedener Fachrichtungen erproben; unter anderem sollen damit logistisch aufwendige Verlegungen von Gefängnisinsassen vermieden werden. Der deutsche Ableger des schwedischen Gesundheitsversorgers KRY will im Rahmen des Modellprojektes mit Ärzten aus Baden-Württemberg zusammenarbeiten, die insbesondere eine hausärztliche/allgemeinmedizinische Qualifikation haben. Die ärztliche Berufsordnung erlaubt bislang die ausschließliche Behandlung über Kommunikationsnetze nur mit Bestandspatienten. Mit dem Fernbehandlungsverbot will sich in Erfurt im Mai der kommende Deutsche Ärztetag befassen. Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer will den Delegierten eine Öffnung vorschlagen. may/EB

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