ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2018QM-Ratgeber: Qualitätsinstrumente anwenden: Arznei­mittel­therapie­sicherheit

MANAGEMENT

QM-Ratgeber: Qualitätsinstrumente anwenden: Arznei­mittel­therapie­sicherheit

Dtsch Arztebl 2018; 115(11): A-502 / B-436 / C-436

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Die Behandlung mit Arzneimitteln zählt zu wichtigen therapeutischen Maßnahmen von Ärztinnen und Ärzten. Patientensicherheit hat hierbei höchste Priorität. Multimedikation mit erhöhtem Risiko von Neben- und Wechselwirkungen und auch Besonderheiten in der medikamentösen Behandlung von (hoch)betagten Patienten verleihen dem Thema insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung hierzulande eine zusätzliche Bedeutung.

Die Arznei­mittel­therapie­sicherheit (AMTS) gehört zu den Anwendungsbereichen von Qualitätsmanagement. Die QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses sieht hierbei vor, dass Krankenhäuser und Praxen einen optimalen Medikationsprozess gewährleisten, insbesondere auch im Hinblick auf Medikationsfehler, als vermeidbares Risiko für Patientinnen und Patienten. Die im Zusammenhang mit der Verordnung, Zubereitung und Applikation von Arzneimitteln relevanten einschlägigen Empfehlungen im Umgang mit Arzneimitteln müssen bekannt sein, vermeidbare Risiken der Behandlung identifiziert und Maßnahmen ergriffen werden, um Risiken im Medikationsprozess auf ein Minimum zu reduzieren.

Alle Phasen des Medikationsprozesses sollten näher beleuchtet werden – von der Indikationsstellung/medizinischen Verordnungsentscheidung über die Ausstellung des Rezeptes bis hin zur Überwachung der Therapie. Potenzielle Problemfelder können unter anderem mit nachfolgenden Fragen unter die Lupe genommen werden: Sind Allergien des Patienten, relevante Dauermedikationen und Vorerkrankungen vollständig und übersichtlich dokumentiert? Passt das verordnete Arzneimittel (noch) zur Dauermedikation und anderen Patientenparametern? Muss der Medikationsplan aktualisiert werden? Wie werden unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Medikationsfehler erfasst und gemeldet?

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QM-Verfahren können Sie bei einem strukturierten Vorgehen unterstützen. In QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen® sind die Teilschritte des Medikationsprozesses als wichtige Anforderungen definiert und praktische Hilfen wie Musterdokumente enthalten.

Publikationen, wie „Wirkstoff AKTUELL“, „Arzneiverordnung in der Praxis“, „Rote-Hand-Briefe“ sowie Datenbanken und Leitlinien bieten relevante und aktuelle Informationen. Achten Sie auf das mit dem Symbol der „Blauen Hand“ gekennzeichnete, behördlich genehmigte Schulungsmaterial zu ausgewählten Arzneimitteln, das vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bereitgestellt wird.

Machen Sie Arznei­mittel­therapie­sicherheit zu Ihrem Thema: Nutzen Sie Angebote wie die KBV-Broschüre „Mehr Sicherheit bei der Arzneimitteltherapie“, Qualitätszirkel oder auch ein QM-Verfahren für eine strukturierte Ausgestaltung. KBV

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