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Wir danken Herrn Wörz für den in unserem Beitrag (1) bereits erwähnten Hinweis, dass der multimodale und interdisziplinäre Ansatz als Goldstandard in der Behandlung chronischer Schmerzen gilt. Gleichzeitig ist diese Art der Versorgung für einen Großteil der Betroffenen nicht zugänglich und die pharmakologische Monotherapie entspricht unserer Versorgungsrealität (2). Vor diesem Hintergrund erscheint es auch ethisch dringend geboten, alle Behandlungsmöglichkeiten auszuschöpfen und die Entwicklung, Evaluation und bei gegebener Wirksamkeit Integration von Online-Interventionen in unser Versorgungssystem voranzutreiben (3).

Eine „stand-alone“-Behandlung wie ACTonPain bietet vielfältige Möglichkeiten, der multimodalen Behandlung näher zu kommen, zum Beispiel durch

  • die Verschreibungsmöglichkeit einer Online-Schmerzintervention seitens des Haus- oder Facharztes,
  • die Einbindung derartiger Interventionen in Disease-Management-Programme oder
  • die Verzahnung von Online- und Offline Angebote (3).

Voraussetzung hierfür ist der Wirksamkeitsnachweis, der für ACTonPain erstmals für Deutschland erbracht wurde (1).

Bei der Implementierung von ACTonPain in die Routineversorgung als nächsten konsequenten Schritt sollte sowohl die Vielfalt an Integrationsmöglichkeiten ausgeschöpft als auch die jeweilige Umsetzungsvariante wissenschaftlich begleitend evaluiert werden.

Im Hinblick auf eine breite Einsatzmöglichkeit und hohe Skalierbarkeit ist es vorteilhaft, dass mit ACTonPain eine generische Schmerzintervention vorliegt, deren Einsatzbereich lokalisationsübergreifend konzipiert wurde.

Psychologische Interventionen fokussieren auf die Veränderung kognitiver, emotionaler und verhaltensbezogener Mechanismen im Umgang mit chronischem Schmerz und verfolgen entsprechend häufig einen lokalisationsübergreifenden, generischen Ansatz (4). Dabei stimmen wir mit Herrn Wörz überein, dass die Behandlung von chronischen Schmerzen auf einer bio-psycho-sozialen Eingangs- und Verlaufsdiagnostik basieren sollte (3).

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0208b

Für die Autoren

Dr. phil. Jiaxi Lin, M.Sc. Psych.
King’s College London, Health Psychology Section,
Psychology Department, Institute of Psychiatry,
Psychology & Neuroscience (IoPPN), London
jiaxi.lin@kcl.ac.uk

Prof. Dr. phil. Harald Baumeister, Abteilung für Klinische Psychologie
und Psychotherapie, Institut für Psychologie und Pädagogik, Universität Ulm

Interessenkonflikt

Dr. Lin, M.Sc. Psych und Prof. Baumeister sind (Co-)Autoren und -Entwickler von ACTonPain.

Prof. Baumeister bekam ein Beraterhonorar von der Bundes­psycho­therapeuten­kammer. Er erhielt Kongressgebühren- und Reisekostenerstattung sowie Vortragshonorare von der Bundes­psycho­therapeuten­kammer und der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg sowie dem Dachverband für Gemeindepsychiatrie. Studienunterstützung (Drittmittel) wurde ihm zuteil von der BARMER GEK, der SVLFG und der Deutschen Rentenversicherung. Zudem erhielt er Honorare für Vorträge zum Thema „Online-basierte Psychotherapie“ von dem Freiburger Ausbildungsinstitut für Verhaltenstherapie (FAVT GmbH).

1.
Lin J, Paganini S, Sander L, Lüking M, Ebert DD, Buhrman M, Andersson G, Baumeister H: An Internet-based intervention for chronic pain—a three-arm randomized controlled study of the effectiveness of guided and unguided acceptance and commitment therapy. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 681–8 VOLLTEXT
2.
Dietl M, Korczak D: Versorgungssituation in der Schmerztherapie in Deutschland im internationalen Vergleich hinsichtlich Über-, Unter-oder Fehlversorgung: HTA-Bericht. Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) (eds.). Schriftenreihe Health Technology Assessment (HTA) 2011; Band: 111.
3.
Baumeister H, Lin J, Ebert DD: Internet- und mobilebasierte Ansätze: Psychosoziale Diagnostik und Behandlung in der medizinischen Rehabilitation. Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2017; 60: 436–44 CrossRef MEDLINE
4.
Williams A, Eccleston C, Morley S: Psychological therapies for the management of chronic pain (excluding headache) in adults. Cochrane Database Syst Rev 2012; 11: 1–83 CrossRef
1.Lin J, Paganini S, Sander L, Lüking M, Ebert DD, Buhrman M, Andersson G, Baumeister H: An Internet-based intervention for chronic pain—a three-arm randomized controlled study of the effectiveness of guided and unguided acceptance and commitment therapy. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 681–8 VOLLTEXT
2.Dietl M, Korczak D: Versorgungssituation in der Schmerztherapie in Deutschland im internationalen Vergleich hinsichtlich Über-, Unter-oder Fehlversorgung: HTA-Bericht. Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) (eds.). Schriftenreihe Health Technology Assessment (HTA) 2011; Band: 111.
3.Baumeister H, Lin J, Ebert DD: Internet- und mobilebasierte Ansätze: Psychosoziale Diagnostik und Behandlung in der medizinischen Rehabilitation. Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2017; 60: 436–44 CrossRef MEDLINE
4.Williams A, Eccleston C, Morley S: Psychological therapies for the management of chronic pain (excluding headache) in adults. Cochrane Database Syst Rev 2012; 11: 1–83 CrossRef

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