ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2018Waltraud Diekhaus †: Mit Herzblut für Frauenrechte

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Waltraud Diekhaus †: Mit Herzblut für Frauenrechte

Dtsch Arztebl 2018; 115(12): A-541 / B-471 / C-471

Korzilius, Heike

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Waltraud Diekhaus, Foto: Ulrike Dammann
Waltraud Diekhaus, Foto: Ulrike Dammann

Dr. med. Waltraud Diekhaus ist am 4. Februar nach langer Krankheit verstorben. Die Allgemeinärztin aus Dortmund wurde 76 Jahre alt. Diekhausʼ großes Anliegen war die Gleichberechtigung von Frauen weltweit. Sie setzte sich für deren ungehinderten Zugang zur Gesundheitsversorgung ebenso ein wie dafür, geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Medizin mehr Bedeutung zuzumessen. Auch für bessere berufliche Chancen von Ärztinnen machte sie sich stark. Dafür vernetzte Diekhaus sich mit Gleichgesinnten: Fast 50 Jahre lang war sie Mitglied im Deutschen Ärztinnenbund und von 1998 bis 2007 Generalsekretärin des Weltärztinnenbundes. „Noch gibt es Probleme, die nur durch weltweite weibliche Solidarität gelöst werden können“, schrieb Diekhaus im Deutschen Ärzteblatt (DÄ). Sie engagierte sich zudem in der Ärztekammer Westfalen-Lippe und im Hartmannbund. Für ihren Einsatz erhielt sie im Jahr 2005 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Dass Diekhaus überhaupt Ärztin wurde, lag auch an ihrem Durchsetzungsvermögen. Dem sagte sie einmal, dass ihr Vater, ein bekannter Medizinprofessor, strikt dagegen gewesen sei, dass sie Medizin studierte. Er habe Frauen dadurch für weniger „ehegeeignet“ gehalten. Der Kampf gegen solche Hindernisse habe sie gestärkt und bewogen, sich später für Frauenrechte einzusetzen. Das tat sie mit Zähigkeit und Leidenschaft – auch wenn viele Männer und manche Frauen bei dem Thema die Augen verdrehten. Denn sie war davon überzeugt, dass eine geschlechtsspezifische Betrachtung für alle Lebensbereiche bedeutsam ist. Heike Korzilius

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