ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2018GOÄ-Ratgeber: Ansatz der Nr. 638 GOÄ im Rahmen einer Pulsoxymetrie

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GOÄ-Ratgeber: Ansatz der Nr. 638 GOÄ im Rahmen einer Pulsoxymetrie

Dtsch Arztebl 2018; 115(12): A-544 / B-474 / C-474

Gorlas, Stefan

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Bei ambulanten Operationen in Lokalanästhesie, bei denen eine eigenständige Indikation für eine Pulsoxymetrie besteht, wird für letztere Untersuchung neben der unstrittigen Nr. 602 GOÄ („Oxymetrische Untersuchung[en] [Bestimmung der prozentualen Sauerstoffsättigung im Blut] – gegebenenfalls einschließlich Bestimmung[en] nach Belastung –“) teilweise zusätzlich die Nr. 638 GOÄ („Punktuelle Arterien- und/oder Venenpulsschreibung“) berechnet, was wiederholt zu Nachfragen von Patienten und Kostenträgern führt.

Die Nr. 638 GOÄ ist im Abschnitt F (Innere Medizin, Kinderheilkunde, Dermatologie) der GOÄ aufgeführt und findet sich in diesem unter den angiologischen Untersuchungen.

Die Verfahren der arteriellen Pulsschreibung finden in der Angiologie zur Erfassung peripherer arterieller Erkrankungen Anwendung. Beispiele dieser Verfahren sind, neben den in der GOÄ mit anderen Gebührenpositionen berechnungsfähigen Dopplerverfahren, die mechanische Stufen-oszillographie und die lichtelektrische akrale Volumenplethysmographie. Bei Letzterer wird das reflektierte Licht einer definierten Wellenlänge, dass in direkter Abhängigkeit von pulssynchronen Volumenschwankungen der subpapillären und subkutanen Gefäße steht, von einem Sensor aufgenommen und in Form einer Kurve dargestellt, wobei die Sauerstoffsättigung des Blutes ohne Einfluss auf die Lichtreflektion beziehungsweise Lichtabsorption bleibt.

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Demgegenüber wird bei der Pulsoxymetrie die Intensität von Licht zweier unterschiedlicher Wellenlängen, die durch Absorption in Abhängigkeit von der Sauerstoffsättigung des Blutes beeinflusst wird, gemessen, deren Verhältnis berechnet und dargestellt, wobei die pulssynchronen Volumenveränderungen des arteriellen Blutes einbezogen werden. Je nach Gerätetyp des Pulsoxymeters wird ausschließlich die absolute Zahl der (quasi) arteriellen, pulsoxymetrisch gemessenen Sauerstoffsättigung (SpO2) in Form einer Zahl, zum Beispiel 96 Prozent, dargestellt oder zusätzlich, als Nebeneffekt, die Pulskurve inklusive der Herzfrequenz.

Erfolgt daher im Rahmen einer Narkose eine jenseits der routinemäßigen Überwachung eigenständig indizierte Pulsoxymetrie mit Bestimmung der arteriellen Sauerstoffsättigung und der Herzfrequenz des Patienten, so kann hierfür neben der Nr. 602 GOÄ die Nr. 638 GOÄ nicht berechnet werden, da keine medizinische Notwendigkeit gemäß § 1 Abs. 2 GOÄ zur Abklärung einer peripheren arteriellen Erkrankung besteht. Dr. med. Stefan Gorlas

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