ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2018Koalitionsvertrag: Ohne uns geht es nicht

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Koalitionsvertrag: Ohne uns geht es nicht

Dtsch Arztebl 2018; 115(12): A-540 / B-468 / C-468

Späte, Christian

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Dieses Thema nimmt einen breiten Raum in den DÄ der letzten Monate ein, wobei die Verfasser sich alle Mühe gegeben haben, verschiedenste Facetten zu beleuchten. Sehr schön, aber eigentlich völlig überflüssig. Egal was man uns auch immer zumutet, wir machen doch alles mit!

Regelleistungsvolumen? Budgets? Regress? Honorarkürzungen? Zwangsterminvergabe? Zwangsweise Mindestarbeitszeiten mit Anleihen aus der Sklaverei? Unendliche Bürokratisierung? Gläserne Praxis per Zwangsdigitalisierung? Eine GOÄ mit den Preisen von 1982 und der Kürzung – pardon: Novellierung – von 1996? Ein JVEG mit Gutachterhonoraren 20 % unter technischen Berufen? Weiterbildungszwang?

Alles kein Problem, obwohl die Aufzählung weiß Gott keinen Anspruch auf Vollzähligkeit erhebt. Die offenkundig dümmste Berufsgruppe des Landes macht alles mit!

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Wesentlich kleinere Interessengruppen wie Lokführer oder Piloten haben uns vorgemacht, wie man seine Interessen durchsetzt! Kann sich irgendjemand vorstellen, was passiert wäre, wenn die Metallarbeitgeber unlängst der IGM ein Lohnniveau von 1982 vorgeschlagen hätten?

Die Politik des „Divide et impera“ trägt auch heute noch Früchte. Es werden Keile zwischen Ärzte und Patienten, zwischen ambulant und stationär und zwischen Haus- und Fachärzte getrieben. Soll das so weitergehen bzw. noch schlimmer werden?

Die Politik wird der Bevölkerung niemals wahrheitsgemäß sagen, dass die moderne Medizin von heute nicht mehr zu den Preisen aus Wirtschaftswunderzeiten zu haben ist. Das könnte ja Wählerstimmen kosten und die Patienten sind nun mal die größere Gruppe gegenüber den Ärzten.

Wollen wir uns wirklich auch weiterhin alles gefallen lassen?

Setzen wir uns endlich gemeinsam zur Wehr und zeigen gegebenenfalls auch deutlich, dass es ohne uns nicht geht. Das ist weder unethisch noch hat es im geringsten etwas mit „Jammern auf hohem Niveau“ zu tun, wie die Keile-Eintreiber es gerne darstellen.

Dr. med. Christian Späte, 99510 Apolda

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