ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2018Die Haut als Spiegelorgan einer Fettstoffwechselstörung

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Die Haut als Spiegelorgan einer Fettstoffwechselstörung

Skin changes revealing a disorder of lipid metabolism

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(13): 231; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0231

Weins, Andreas Benedikt; Biedermann, Tilo; Brockow, Knut

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Disseminiert, teils maulbeer - artig aggregiert stehende orange-gelbliche, glatte Papeln (Detailaufnahme) an Rumpf und Extremitäten
Disseminiert, teils maulbeer - artig aggregiert stehende orange-gelbliche, glatte Papeln (Detailaufnahme) an Rumpf und Extremitäten
Abbildung
Disseminiert, teils maulbeer - artig aggregiert stehende orange-gelbliche, glatte Papeln (Detailaufnahme) an Rumpf und Extremitäten

Ein 30-jähriger Patient stellte sich aufgrund eines über Wochen progredienten juckenden Hautausschlags vor. Bei unbeeinträchtigtem Allgemeinbefinden bestand lediglich eine Polydipsie und Hyperhidrosis. Die körperliche Untersuchung zeigte generalisierte, teils maulbeerartig aggregiert stehende orange-gelbliche, glatte, derbe Papeln mit Betonung der Streckseiten der Extremitäten und Glutealregion. Mit Ausnahme einer Adipositas war die Anamnese bezüglich Vorerkrankungen und Medikation unauffällig. Laborchemisch lag eine Hypertriglyzeridämie (6 470 mg/dL, Referenzwert: 70–200) und -cholesterinämie (748 mg/dL [140–240]) mit Hyperglykämie (Glucose: 404 mg/dL [70–110], HbA1c: 11,2 % [< 5,7]) vor, ohne Hinweise auf einen okkulten Nebennierentumor. Die Diagnose eruptiver Xanthome wurde histopathologisch bestätigt. Unter Therapie des erstdiagnostizierten Diabetes mellitus und der gemischten Hyperlipoproteinämie war das Exanthem innerhalb von Wochen rückläufig. Durch eine Assoziation mit Dyslipidämien können eruptive Xanthome Marker einer Stoffwechselstörung sein. Mit Kenntnis der typischen Morphologie kann der klinische Blick richtungsweisend für die Diagnose einer bislang okkulten Grunderkrankung sein, deren frühzeitige Therapie möglichen kurz- (zum Beispiel Pankreatitis) und langfristigen Komplikationen (beispielsweise koronare Herzkrankheit) vorbeugen kann.

Dr. med. Andreas Benedikt Weins, Prof. Dr. med. Tilo Biedermann, Prof. Dr. med. Knut Brockow, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, andreas.weins@mri.tum.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Weins AB, Biedermann T, Brockow K: Skin changes revealing a disorder of lipid metabolism. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 231. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0231

►The English version of this article is available online: www.aerzteblatt-international.de

Disseminiert, teils maulbeer - artig aggregiert stehende orange-gelbliche, glatte Papeln (Detailaufnahme) an Rumpf und Extremitäten
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