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Dtsch Arztebl 2018; 115(13): A-590

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Triple-Therapie mit Trelegy Ellipta® bei COPD – GlaxoSmithKline stellt seit März mit Trelegy Ellipta die erste einmal tägliche Triple-Therapie in einem Inhalator für die Behandlung der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zur Verfügung. Die Dreifachfixkombination aus dem inhalativen Kortikosteroid (ICS) Fluticasonfuroat (FF), dem langwirksamen Muscarinantagonisten (LAMA) Umeclidinium (UMEC) und dem langwirksamem Beta-2-Agonisten (LABA) Vilanterol (VI) ist zugelassen als Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patienten mit moderater bis schwerer COPD, die mit einer Kombination aus ICS/LABA nicht ausreichend behandelt werden können. Als empfohlene Dosis und Höchstdosis gibt der Hersteller eine Inhalation von 92/55/22 μg 1-mal täglich an. Die Inhalation sollte jeweils zur gleichen Tageszeit durchgeführt werden.

Zusatznutzen in der Kombinationstherapie für Darzalex© – Basierend auf den beiden Studien CASTOR und POLLUX hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) einen Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Daratumumab (Darzalex, Janssen) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom festgestellt. Die Daten beider Studien zeigten unter Daratumumab ein verbessertes progressionsfreies Überleben und eine Verringerung des Krankheitsprogressions- oder Todesfallrisikos im Vergleich zum Versorgungsstandard.

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Der G-BA bewertet den statistisch signifikanten Vorteil für das Gesamtüberleben durch die Kombinationstherapie als moderate Verlängerung der Lebensdauer. Im Interventionsarm zeigten sich keine Unterschiede bei der Rate der Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen. Aus Sicht des G-BA zeigt Daratumumab einen klaren Gesamtüberlebensvorteil. Die Sicherheitsergebnisse zeigen keinen negativen Effekt auf die Lebensqualität und führen somit nicht zur Herabstufung des Zusatznutzens.

In der Monotherapie sieht der G-BA den Zusatznutzen (derzeit) allerdings als nicht belegt an.

Mit Moventig® gegen opioidinduzierte Obstipation (OIC) – Die selektive Blockade peripherer µ-Opioid-Rezeptoren mit Naloxegol (Moventig, Kyowa Kirin) ist eine effektive, kausale und gut verträgliche Therapieoption zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit OIC, die nur unzureichend auf Laxanzien angesprochen haben. Es findet keine Toleranzentwicklung statt.

Der Wirkstoff, ein pegyliertes Derivat von Naloxon, kann die Blut-Hirn-Schranke nicht in relevantem Maße überqueren und blockiert selektiv die µ-Rezeptoren im Gastrointestinaltrakt. Damit richtet sich Naloxegol gezielt gegen die Ursache der OIC, ohne die analgetische Wirkung der Opioide zu beeinflussen.

Naloxegol (12,5 oder 25 mg 1×/Tag) hat seine Wirksamkeit und Verträglichkeit in einem umfangreichen klinischen Studienprogramm bei mehr als 2 000 Patienten mit OIC unter Beweis gestellt. Zwei Drittel (67 %) der Patienten versus 36 % unter Placebo erzielten innerhalb eines Tages nach der ersten Dosis eine spontane Darmentleerung. Der Effekt setzte schnell ein, im Median innerhalb von 7,6 Stunden nach der Einnahme von Naloxegol im Vergleich zu 41 Stunden unter Placebo (p < 0,001). Die Substanz kann unabhängig vom jeweiligen Opioid und der Darreichungsform eingesetzt werden.

Patienten profitieren von Pazopanib in der Erstlinientherapie – Der Tyrosinkinaseinhibitor Pazopanib (Votrient®, Novartis) ist zur Behandlung des fortgeschrittenen und/oder metastasierten Nierenzellkarzinoms (RCC) zugelassen. In der Vergangenheit hatten klinische Studien wie COMPARZ und Real-World-Analysen von Datenbanken unterschiedliche Ergebnisse zum Gesamtüberleben unter Pazopanib, verglichen mit Sunitinib, geliefert.

Real-World-Daten stellen eine wichtige Ergänzung dazu dar, indem sie aufzeigen, wie sich eine unter streng kontrollierten Studienbedingungen erprobte Therapie im klinischen Alltag bewährt. Eine 2017 veröffentlichte Analyse wertete nunmehr retrospektiv die Abrechnungsdaten von 1 711 US-amerikanischen Medicare-Patienten (Mindestalter 65 Jahre) mit fortgeschrittenem RCC aus, die entweder Pazopanib oder Sunitinib in der Erstlinientherapie erhalten hatten. Basierend auf den Baseline-Charakteristika der Patienten wurden Propensity Scores berechnet, die für ein 1:1-Matching der Kohorten genutzt wurden, um beobachtete Unterschiede zu Baseline auszugleichen.

Nach diesem Matching wurden in jeder Gruppe 522 Patienten ausgewertet. In einer Analyse des Gesamtüberlebens war die Pazopanib-Behandlung mit einem signifikant längeren Gesamtüberleben (OS) assoziiert (HR 0,83; 95-%-KI 0,72–0,97; p = 0,016). Das mediane OS betrug in der Pazopanib-Kohorte 18,2 Monate, während es in der Sunitinib-Kohorte bei 14,6 Monaten lag (p = 0,015). Zudem zeigte sich, dass es unter der Therapie mit Pazopanib zu signifikant weniger stationären Aufnahmen kam (0,179 pro Patient und Monat versus 0,262; p < 0,001). Auch die Dauer des Klinikaufenthalts ging zurück: im Mittel für 1,375 Tage pro Patient und Monat unter Pazopanib, unter Sunitinib 1,883 Tage.

Sativex ® wirkungsvoll bei MS-induzierter Spastik – Die Ergebnisse der aktuellen SAVANT-Studie bestätigen, dass Sativex eine wirksame und nebenwirkungsarme Zusatztherapie zur Behandlung von Spastik bei Multipler Sklerose (MS) und den damit verbundenen Schmerzen darstellt. Das cannabinoidhaltige Oromukosalspray von Almirall ist als Add-on-Therapeutikum für die mittelschwere bis schwere MS-induzierte Spastik zugelassen. Sie zählt zu den häufigsten MS-Symptomen (etwa 83 %) und ist eine der Hauptursachen fur schwere Einschränkungen bei den Betroffenen.

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