ArchivDeutsches Ärzteblatt25/1996Dominikanische Republik: Urlaubsziel Punta Cana

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Dominikanische Republik: Urlaubsziel Punta Cana

Otto, Jutta

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LNSLNS Nach wie vor liegt die Dominikanische Republik ganz im Trend der Fernreisetouristik, denn das "Mallorca der Karibik" kann Karibiksehnsüchte stillen, ohne den Geldbeutel allzusehr zu strapazieren.
Dieser – touristisch gesehen – glückliche Umstand beruht unter anderem auf dem Verfall der Weltmarktpreise für Zucker und Tabak, die wichtigsten landwirtschaftlichen Exportgüter des Landes. Daraus resultiert die Notwendigkeit, die Wirtschaftskraft zu stärken. Das Tourismusförderungsgesetz von 1971 schaffte in Verbindung mit dem schlechten Dollarkurs Ende der achtziger Jahre für ausländische, insbesondere spanische, Unternehmen nahezu ideale Investitionsvoraussetzungen.
Vor allem die Südostküste um Punta Cana wird in dieser Zeit zunehmend erschlossen. Daß diese Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist, zeigt die Eröffnung von zwei Hotels des gehobenen Standards, des Riu Palace Macao im November 1994 und des Riu Melao Hotels in der Wintersaison 1995/96. Die spanischen Investoren arbeiten auch hier eng mit deutschen Reiseveranstaltern zusammen. Die jahrelangen guten Erfahrungen auf den Balearen und den Kanaren werden jetzt um die Zusammenarbeit auf der Dominikanischen Republik bereichert, so daß auch hier alle Voraussetzungen für blühenden Pauschaltourismus gegeben sind.
Kilometerlange Sandstrände, Palmen bis zum Himmel, Merengueklänge, exotische Früchte, leuchtende Farben, liebenswürdiges Servicepersonal in Traumhotels tun das ihrige, um erholungsbedürftigen Gästen den Wunsch nach dem karibischen Paradies zu verwirklichen und Kurzweil zu bieten. Das Konzept des "all inclusive"-Reiseangebotes unterstützt diese Urlaubsphilosophie. Zum einen wird das Hotel zu einer Oase der "heilen Welt", ungetrübt von lästigen Gedanken ans Geld; zum anderen motiviert sie den Urlauber, die Hotelanlage mit ihren zahlreichen Angeboten und Veranstaltungen auch zu nutzen.
Urlauber, die außerhalb der Hotelanlage neben Strand- und Wassersportvergnügen Touren unternehmen möchten, haben von Punta Cana aus die Möglichkeit, ins circa 50 km entfernte Higüey zu fahren, über den Markt zu schlendern und die moderne Wallfahrtskirche Nuestra Señora de la Altagracia, Wahrzeichen der Stadt, zu besichtigen. Fährt man weiter in Richtung La Romana, so ist hier am Stadtrand die wohl luxuriöseste Ferienanlage der Insel, Casa del Campo, gelegen, die ihre eigene Sehenswürdigkeit hat: das künstliche, neuangelegte "Künstlerdorf" Altos de Chavón, mit Amphitheater und einem unbestreitbar schönen Blick auf den Fluß Chavón. Hier wurden auch Aufnahmen zu dem Film "Apocalypse Now" gedreht.
Ungefähr vier Stunden mit dem Auto ist die Hauptstadt Santo Domingo von Punta Cana entfernt. Zu weit, um in einem Tagesausflug die ganze Stadt kennenzulernen. So mag man sich auf die Bauten beschränken, die an Columbus erinnern: Allen voran der Farco de Colón, ein monströses Bauwerk, das angeblich das Grab des Columbus beherbergt und 1992 eingeweiht wurde. Dieser 40-Millionen-Dollar-Bau hat angesichts der herrschenden Armut starke Kritik hervorgerufen.
Wenn man die üblicherweise mit Waffen bewachten Hotelanlagen verläßt, wird rasch deutlich, daß der karibische Traum vor allem für Urlauber existiert. Einheimische müssen mit der bitteren Wahrheit leben, daß die Dominikanische Republik nach Haiti der ärmste Karibikstaat ist. So ist wohl auch die Äußerung des Tourismusministers, Jorge Lias, zu verstehen, der anläßlich der Eröffnung des Riu Palace Macao Hotels sagte, daß er hier sein eigenes Land nicht wiedererkenne. Jutta Otto
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