ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2018QM-Ratgeber: Impfmanagement

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QM-Ratgeber: Impfmanagement

Dtsch Arztebl 2018; 115(13): A-598 / B-520 / C-520

KBV

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Schutzimpfungen zählen zu den effektivsten medizinischen Präventionsmaßnahmen. Die Impfquoten hierzulande sind im Allgemeinen gut, dennoch ist der Impfschutz in Teilen der Bevölkerung unzureichend, wie beispielsweise Ausbrüche von Masern immer wieder verdeutlichen. Die Sorge für einen ausreichenden Impfschutz ihrer Patienten gehört damit zu den wichtigen Aufgaben von Ärztinnen und Ärzten. In der täglichen Arbeit tragen sie dazu bei, Kenntnisse ihrer Patienten rund um Schutzimpfungen zu verbessern, die Akzeptanz für diese zu erhöhen und Impflücken zu schließen!

Das Thema Impfen umfasst viele Aspekte, wie zum Beispiel die Identifikation und gezielte Ansprache der Patienten, deren Aufklärung und Einwilligung, Dokumentationspflichten der Ärzte, aber auch Beschaffung und Lagerung von Impfstoffen. Um hier den Überblick zu behalten, ist ein Impfmanagement als Teil des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements empfehlenswert. Das Strukturieren von Abläufen hilft dabei, zum Beispiel Vorgaben zur Aufklärung und Dokumentation, zu Hygiene, Infektionsschutz oder auch Arbeitsschutz einzuhalten und dient damit auch der Sicherheit von Patienten und Praxis- beziehungsweise Krankenhauspersonal.

Um Prozesse und Abläufe rund um das Impfen zu verbessern, können beispielsweise folgende Informationen/Instrumente genutzt werden:

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  • Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin mit Empfehlungen der STIKO, Schmerz- und Stressreduktion beim Impfen, STIKO-App; Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege: Impfungen im Kontext Arbeitsschutz; G-BA: Schutzimpfungs-Richtlinie;
  • Regelung von Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten, Schulung des Teams;
  • Interne Regelungen beziehungsweise Checklisten, zum Beispiel zu Schnitt- und Stichverletzung sowie Impfprozess in QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen®, „Mustervorlage Hygieneplan für die Arztpraxis“ des Kompetenzzentrums Hygiene und Medizinprodukte der KVen und der KBV;
  • Regelmäßige Impfstatus-Kontrollen, Recall-System;
  • Management der Impfstoffbeschaffung und Lagerung;
  • Patienteninformationen und Entscheidungshilfen (zum Beispiel des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin oder der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung);
  • Bestimmung des Umsetzungsstandes in der Praxis/Einrichtung (zum Beispiel KBV: Onlinetool Mein PraxisCheck „Impfen“).

Eine gute Organisation hilft medizinischen Teams nicht zuletzt dabei, Herausforderungen wie adäquate Lagerbestände von Impfstoffen oder auch fehlende Impfdokumentationen zu bewältigen. Gespräche mit unzureichend oder fehlinformierten Impf-„Müden“ und -„Verweigerern“ kosten Zeit. Poster, Flyer und Informationsbroschüren können die Argumentation unterstützen. Denn eine qualifizierte Information und Beratung dient nicht nur dem individuellen Schutz vor Infektionskrankheiten, sondern auch dem Kollektiv. KBV

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